The Tribe-RPG Forum | Nach der fünften Staffel | Über die ehemalige TV Serie „The Tribe - Eine Welt ohne Erwachsene“ und mehr! | Seit April 2012
 
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 Die "Flavor" Bar

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Alaska*
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BeitragThema: Re: Die "Flavor" Bar   So 14 Dez - 12:59

Draußen ist es wieder Nacht. Um mich herum hat sich mit dem letzten Sonnenstrahl alle Helligkeit verzogen, wurde von der Dunkelheit verschlungen. Nur schwach fällt Licht von draußen durch die Fenster hier herein, da einige von ihnen größtenteils verdunkelt sind. Wahrscheinlich, damit man nicht direkt sehen kann, was sich hier drinnen zuträgt. Um nicht Gefahr zu laufen, irgendwo drüber zu stolpern, halte ich mich zunächst an der Wand, um gleichzeitig tastend einen Lichtschalter zu suchen. Falls so etwas bei einer Bar überhaupt wie in normalen Zimmern existiert. Es hilft zumindest, dass sich meine Augen etwas an die Dunkelheit gewöhnen und ich so vage Schemen von Möbeln ausmachen kann. Dennoch nicht gut genug, als dass ich merke, wie ich mich langsam einer ziemlich massiven Sache direkt neben mir nähere, an der ich mir als ich einen Schritt weitergehen möchte, ziemlich schmerzhaft den Fuß stoße. Während das Pochen flüchtig echt heftig ist, schließe ich meine Augen und warte, bis es abebbt. Wenn ich noch tanzen will, muss ich vorsichtiger sein..
Mit den Händen taste ich mich weiter vor, um herauszufinden, was mir nun im Weg steht. Es fühlt sich an, wie lackiertes Holz, auf der anderen Seite wie kaltes Kunstleder. Vielleicht handelt es sich um eine Art Bank. Was auch immer es ist, ich nehme es zur weiteren Orientierung und falle wenig später über etwas, das sich auf dem Boden befindet und absolut in der Schwärze liegt. Irgendwie schaffe ich es, nicht ganz so hart auf dem Boden aufzukommen, dennoch muss ich erst einmal liegen bleiben, schaue gen Decke ins Nichts und frage mich, warum ich eigentlich hier bin. Nachts sollte eine Bar wie diese doch besonders gut laufen, oder zumindest abends. Die Besitzer werden ja kaum Urlaub machen. Nur von regem Betrieb verrät hier nicht viel außer dem Geruch, der nicht wirklich den in einem neuen Möbelhaus gleichkommt. Der Boden neben mir riecht nach Bier. Trotzdem bleibe ich noch kurz, wo ich bin. Viel weiter zu gehen hat heute Abend wohl bloß noch wenig Sinn. Mein rechtes Knie fühlt sich an, als würde daran jemand das Hämmerchenspiel spielen...und ich hoffe, ich habe mir nichts verknackst. Als ich mich wieder halbwegs dazu imstande fühle, mich zu bewegen, rappele ich mich auf, ziehe mich an der Bank hoch und fühle mich so hervor, dass ich schließlich eine Nische zwischen der Sitzfläche der Bank und etwas finde, das sich anfühlt wie ein Tisch. Darauf lege ich mich so gut es geht und schließe die Augen. In der Hoffnung, nicht böse überrascht zu werden.
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BeitragThema: Re: Die "Flavor" Bar   Mo 22 Dez - 15:53

Ich erwache davon, dass mein linker Arm unangenehm prickelt, weil ich zu lange auf ihm gelegen habe und er eingeschlafen ist. Mit einem Gähnen blinzele ich mir den Schlaf aus den Augen, fühle mich wie erschlagen. Die Polster der Bank sind zwar nicht besonders hart, abe als Bett eignen sie sich keinesfalls. Um das verspannte Gefühl minimal loszuwerden, strecke ich mich ausgiebig und nutze die morgendliche Helligkeit, um endlich erkennen zu können, wie der Raum der Bar wirklich aussieht. Die Band, auf der ich gelegen habe, ist rund und schwarz, der halbe Saal ist mit identischen Möbeln gefüllt. In der Mitte einjeder dieser Bänke befindet sich ein runder weißer zweistufiger Tisch, auf dem es tatsächlich einen kleinen Silberständer mit einer Speise-und Getränlekarte sowie einem Auftrittsprogramm gibt. Ich greife nach dem schwarz-weißem Programm und klappe es auf. Auf der Vorderseite steht zunächst wieder der Name des Gebäudes, "Flavor Bar", im inneren werden dann mehrere Spezialtage und das dazugehörige Angebot aufgeführt. Anders als ich erwartet hatte, war das hier scheinbar kein normaler Tanzclub, sondern eine Table-Dance-Bar, mit der größtenteils männliche Kunden angezogen werden sollten. Wie viele Tänzerinnen es hier einmal gab, kann man nicht ganz erkennen, keine von ihnen scheint bisher aber nochmal zurückgekommen zu sein. Es ist zwar auch erst ein Tag vergangen, dennoch wirkt es nicht so, als ob wer auch immer einmal hier gewesen ist, in naher Zukunft vorhaben würde, zurückzukommen. Was allein schon der Staub auf den Möbeln verrät. Es mag ja sein, dass Leute, die so eine Bar besuchen eher wegen anderen Gründen kommen als der lupenreinen Sauberkeit der Inneneinrichtung, trotzdem gehört so etwas doch ein wenig zum Image.
Ich lege das Programm auf dem Tisch ab und stehe auf. Rechts von mir liegt am Ende einer Tanzfläche eine Theke mit Barhockern davor, der Rest des Raums wird von einer Bühne mit unterschiedlich langen Flächen ausgefüllt. Es gibt sowohl eine Stange, die aus der Decke ragt und bis zum Boden reicht, als auch auf der anderen Seite der großen Hauptauftrittsfläche einen Käfig. Die Wand hinter der Bühne ist schwarz, wohl um eine Lichtshow darauf projizieren zu können, die schwarzen Samtvorhänge an den Seiten erinnern an ein Theater. Langsam steige ich die Stufen an der Seite der Bühne hoch, drehe auf dem Parkett eine kleine Pirouette und stelle mir vor, wie es gewesen wäre, hier zu arbeiten. Es wäre etwas Neues gewesen und ausgezogen hätte ich mich niemals. Aber ich hätte für andere und für mich tanzen können und damit mir und meinem Tribe etwas mehr unter die Arme greifen, vielleicht weitere Kontakte knüpfen können. Und auch wenn sie so scheu und gegen die Stadt waren, wären Kira und die anderen womöglich auch mal mit hergekommen. Ich muss ihnen unbedingt von diesem Gebäude erzählen und womöglich können wir alle zusammen planen, ob wir daraus etwas machen möchten.
Vorher will ich mich aber noch weiter umsehen.

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BeitragThema: Re: Die "Flavor" Bar   Sa 27 Dez - 17:13

Ich gehe weiter durch die Bar und hinter der Theke entdecke ich eine Tür, die zu einer Art Lagerraum mit einer Küchennische führt, die eigentlich bloß aus einem einzelnen Herd mit Ofen und einem Kühlschrank daneben besteht, der aber nicht ans Stromnetz angeschlossen zu sein scheint. Als ich ihn öffne, strömt mir der Geruch von verdorbenen Lebensmitteln in die Nase und ich frage mich, wieso sie jemand hier gelassen hat, wo es doch so wertvoll ist, welche zu besitzen oder sie zumindest gegen etwas anderes zu tauschen. Außer den Sachen im Kühlschrank befinden sich ein paar Kisten mit Getränken in dem kleinen Räumchen, aus einer von ihnen nehme ich eine Flasche mit Limonade, was ich schon seit Jahren nicht mehr getrunken habe, öffne sie und lasse das kühle Getränk auf meiner Zunge zergehen. Ich frage mich, wie es möglich war, so viel beiseite zu schaffen. Eine Bar ohne Getränke würde aber auch vermutlich nicht gut laufen. Da es nichts Weiteres zu sehen gibt, kehre ich in den Hauptraum zurück. Es existiert eine weitere Tür, die von diesem abgeht und um diese zu erreichen, muss man durch einen kurzen Gang gehen, dessen Eingang durch einen Vorhang abgetrennt ist. Vielleicht durften nur privilegierte oder gar keine anderen Leute dort hinter. Ich folge dem Flur, öffne die Tür an dessen Ende, die unverschlossen ist und finde mich in einem ziemlich eindeutig eingerichteten Schlafzimmer wieder. Es gibt Lichterketten, die angeschaltet für eine richtige Stimmung sorgen würden, einen Schrank und einen Schminktisch, auf dem diverse Flakons, Cremes und andere Sachen vor einem verschnörkelt umrandeten Spiegel stehen. Durch eine letzte Tür, die von dem Zimmer woanders hinführt, gelang man in ein schlichtes kleines Bad, das aber über eine große Dusche verfügt.
Viel zu erkunden gibt es in dem Zimmer sonst nicht, da die Person, die hier mal gelebt hat, es nicht sehr persönlich eingerichtet hat. Durch die Bilder an der Wand und die Deko wirkt es eher wie ein Geschäftszimmer für gewisse Dienste. Es ist dennoch sehr hübsch.
Da ich heute hier nicht mehr viel tun kann, kehre ich abermals in den Hauptbereich zurück, trete nach draußen in den kühlen Morgen und schließe hinter mir ab. Sollten die Besitzer der Bar nicht wiederkommen, möchte ich schließlich nicht, dass in meiner Abwesenheit jemand anderes sich dieses Gebäude zu eigen macht. Ich bin schon echt gespannt auf die Reaktionen der anderen, wenn ich ihnen davon erzähle und hoffe, sie freuen sich.

tbc: Straßen der Stadt

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BeitragThema: Re: Die "Flavor" Bar   Mo 16 Feb - 17:00

cf: Zeitsprung

Es ist wieder Nacht in der Stadt, die Dunkelheit erneut in die Bar hineingebrochen, die ich in den letzten Tagen, seit ich das Haus am Strand vorerst verlassen habe, mit kleinen Teelichtern gemütlicher gemacht habe, die auf jedem Tisch verteilt sind. Vielleicht sollte ich nicht so verschwenderisch mit ihnen umgehen, wo doch nun der Strom wieder ausgefallen ist und es auch kein fließendes Wasser mehr gibt, aber in der Abstellkammer waren so viele Päckchen in einer der Kisten, dass ich ein paar davon ruhig für das hier gebrauchen konnte, bis sich irgendwann echte Gäste an den Tischen gegenüber sitzen würden und die Lichter einen romatischen Touch zwischen ihnen schaffen würden. Der Grund für den Lärm, der bis zum Strand zu hören gewesen ist, waren also Angriffe auf die Stadt. Manche gegen ganz ruhig damit um, obwohl um sie Zerstörung Einkehr gehalten hat, andere sind in Panik verfallen, haben Auckland verlassen oder suchen verzweifelt nach einer neuen Bleibe. Nach Gesellschaft. Ich bin immer noch allein. Immer wenn es dunkle geworden war, bin ich abends an den großen gelaufen, um meine Kanister nach und nach mit Wasser zu füllen, was eine Heidenarbeit gewesen ist. Als ich in der Stadt angekommen war, war ich schockiert darüber gewesen, wie sich alles so schnell verändert hatte und auch ich hatte mich davor gefürchtet, dass die Bar Schaden genommen hatte und mir dieser Traum genommen wurde, so wie meine Sicherheit in meinem Tribe. Aber sie war nach wie vor verschlossen und das Innere unbelebt. Nicht mal eine Scheibe war eingeschlagen. Somit habe ich mich nach einer ausgiebigen Nacht, in der ich doch noch geschafft hatte, einzuschlafen, daran gemacht mit dem geholten Wasser alles zu putzen, mit dem, was ich so gefunden hatte zu dekorieren und die letzten Tage nur mal das Gebäude verlassen, um etwas auf dem Markt zu ertauschen, damit ich nicht verhungerte.
Nun sitze ich nach einem weiteren anstrengenden Tag umringt von Kerzenlicht, das bestimmt auch von draußen zu sehen ist, auf der Kante der Bühne, lasse meine Beine herunterhängen und esse ein paar Sandwiches, die ich aus ein bisschen Salat, ertauschtem Brot und Tomaten gemacht habe. Wenn jemand hereinkommen sollte, weiß ich nicht, was ich tun würde, aber andererseits wäre mit jemandem normal und unverbindlich zu reden echt etwas Schönes.

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BeitragThema: Re: Die "Flavor" Bar   Mi 4 März - 11:48

Ich habe wieder in dem kleinen Nebenraum geschlafen, in dem das kleine Bett stand, nachdem ich es mit der Wäsche, die sich im Schrank befand, frisch überzogen habe. Man ist heutzutage vielleicht einiges gewohnt, so schwarf drauf unbedingt genau in der Wäsche zu schlafen, in der ein Fremder gelegen und sonst etwas gemacht hat, bin ich jedoch nicht, also ziehe ich es vor, ein frisches Gemach zu haben, wenn das denn möglich ist. Die Bar ist immer noch leer, kein Kunde ist bisher gekommen, der beweisen würde, dass der Betrieb noch nicht allzu lange stillliegt. Womöglich ist das auch erst geschehen, als die Zerstörungen stattgefunden haben und keiner rechnet mehr damit, dass ohne Strom und fließendes Wasser ein Laden wie dieser überhaupt laufen kann. Dann wäre die Staubschicht auf den Möbeln aber wohl nicht so dick gewesen, so stark, dass man darauf malen konnte. Ich sollte mich wirklich langsam auf die Suche nach ein paar Menschen machen, die nett aussehen und mir helfen könnten, alles weitere aufzubereiten und den Ort hier wieder zum Leben zu bringen. Die Musiker müssten nicht mehr auf der Straße auftreten, sondern hätten hier drinnen eine Bühne, wo sie ihre Stücke bei jedem Wetter vortragen könnten. Genauso wie der Zauberer, von dem die Plakate draußen noch an manchen Gebäuden hingen. Das Fest ist zwar schon eine Weile her, aber möglicherweise ist er noch irgendwo hier in der Stadt und hat Lust dazu, regelmäßige Shows zu machen, auch wenn er hier auf sein Feuer verzichten müsste. Wieder fühle ich mich allein. Ich hätte so gerne alles mit Kira und ihren Freunden aufgebaut, eine Oceansbar gemacht, in der wir unseren Fisch hätten anbieten können, sowie im Sommer Feste hier und am Strand hätten feiern können. Doch sie gibt es nicht mehr, die Oceans sind weg. Und sonst habe ich kaum jemanden gekannt außer ein paar Leuten von den Ständen, mit denen ich gehandelt und Waren getauscht habe. Wem ich vertrauen kann, weiß ich allerdings nicht und wenn ich Pech habe, kommen die Wüstlinge zurück und zerstören hier alles genauso wie draußen. Aber das Projekt hier ist ein Ziel, welches ich mir gesetzt habe, um überhaupt eins zu haben und daran werde ich festhalten. Ich strecke mich, rappele mich aus dem Bett auf und ziehe mich um. Demnächst sollte ich mal zum Fluss gehen, um meine Kleider zu waschen. Noch sind jedoch ein paar saubere übrig.

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BeitragThema: Re: Die "Flavor" Bar   Sa 7 März - 12:35

In den letzten Stunden habe ich alles noch einmal zusammengesammelt, was ich im Lagerraum hab finden können und nicht für mich selbst brauche. Zumindest nicht alles davon. Solange ich keinem sage, dass ich hier Limonade habe, wird sie sich hoffentlich auch niemand klauen und in die Bar einbrechen. So ruhig wie es um das Gebäude herum jedoch war, glaube ich erst einmal nicht mehr daran, dass sich wer uneigeladen herverirren wird. Ich stecke ein paar Flaschen mit dem süßen Getränk, sowie ein paar leere, die ich am Fluss auffüllen gehen kann, in meinen Rucksack und schaue mich um, um mich zu vergewissern, dass ich auch nichts vergessen habe. Wenn ich alles erfüllen kann, was ich mir vorstelle, könnte das alles hier bald wieder mit Leben erfüllt sein, glänzen und seinen Zweck erfüllen. Ich hoffe, ich glaube nicht an eine Utopie und es wird Wirklichkeit werden, statt dein böser Albtraum.
Vorsichtig öffne ich die Haupttür und werfe einen Blick nach draußen. Auf den Straßen herrscht das normale Treiben, doch keiner achtet sichtbar auf mich. Schnell husche ich nach draußen, schließe hinter mir ab und versuche, so unauffällig wie möglich auf die Straße zu kommen und mit den Menschen dort zu verschwimmen.

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BeitragThema: Re: Die "Flavor" Bar   Sa 7 März - 19:35

Cf Märkte der Stadt

Es dauert nicht lange bis ich die Bar gefunden habe. Allerdings komme ich nicht rein, die Tür ist abgeschlossen. "Toll", brumme ich missmutig und setzte mich auf den Boden, mein Rucksack neben mir. Vielleicht hätte ich den Kids etwas besser zuhören sollen. Aber für mich klang es so, als wäre diese Bar verlassen. Was zeitgleich heißt, die ist offen. Aber dem war ja nun nicht so. Also muss ich mich doch nach etwas anderem zum Schlafen umsehen. Aber zuerst gönne ich mir noch eine Pause und esse eine Kleinigkeit. Dabei denke ich über Joel nach und muss mit dem Kopf schütteln. Ein Techno. Musste ich unbedingt einem Techno in die Arme laufen? Hätte es nicht jemand anderes getan? Einer Mall Rat zum Beispiel. Ich würde den Tribe wirklich gerne einmal kennenlernen, schließlich habe ich schon einiges über die Leute gehört. Aber deswegen bin ich nicht in der Stadt. Ich bin hier, um meine Geschwister zu suchen. Allerdings muss ich mich erst um einen Schlafplatz kümmern, dann kann ich weiter nach ihnen suchen und die Leute befragen. Bisher habe ich aber niemand gefunden, der sie kennt. Kein Wunder, mein Foto ist mehrere Jahre alt, sie sehen jetzt sicherlich ganz anders aus und wer weiß, ob sie sich nicht andere Namen gegeben haben. Ich seufze, schließe die Augen und lasse meinen Kopf gegen die Wand sinken.

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BeitragThema: Re: Die "Flavor" Bar   So 8 März - 17:18

cf: Märkte der Stadt

Bevor ich wieder durch das Tor neben dem Programmkasten der Bar auf den Weg zum Haupteingang einbiete, stelle ich wie immer sicher, dass sich in der Straße keine Technos oder andere Leute befinden, die aussehen, als wollten sie mir folgen, dann beeile ich mich, schließe das Tor hinter mir, drehe mich um und bleibe augenblicklich stehen, als ich eine Person sehe, die neben einer Tasche auf dem Boden sitzt. So ähnlich ist es mir selbst ergangen, als ich zum ersten Mal hergekommen bin, alles verschlossen war. Glücklicherweise gab es einen Zweitschlüssel unter der Fußmatte, was kein besonders originelles Versteck gewesen ist, aber immerhin zu meinem Vorteil, darum will ich mich darüber nicht beschweren. Sofort ist meine Laune, die gestiegen ist, als ich durch die Limo tatsächlich ein kleines Erfolgserlebnis gehabt habe und heute frisches Obst und Brot essen kann, wieder im Keller. Habe ich mich noch demletzt darüber beschwert, es würde keiner zur Bar kommen, wurde meine Theorie jetzt widerlegt. Vielleicht ist das Mädchen dort aber nur jemand, der sich verirrt oder versteckt hat. Anders als die beiden im Strandhaus sehe ich sie nicht als Bedrohung an, dazu bin ich auch nicht mehr so verzweifelt und gereizt wie vor ein paar Tagen, als ich entdeckt habe, dass mein Tribe mich verlassen hat.
Ich trete nah genug an sie heran und bin bloß noch einen Meter von ihr entfernt.
"Hallo", meine ich tonlos, weder positiv noch negativ, jedoch auf alles gefasst. Harmlos aussehende Leute sollte man nie unterschätzen.
"Kann ich dir irgendwie weiterhelfen?"

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BeitragThema: Re: Die "Flavor" Bar   So 8 März - 17:37

Es ist nicht nur so, dass die Tür verschlossen ist, es gibt nicht mal Fenster, durch ich hätte klettern können. Das ist schon irgendwie deprimierend. Früher wäre ich zu meiner Tante gefahren, die nur ein paar Blocks weiter gewohnt hatte und hätte bei ihr geschlafen. Aber meine Tante war tot und ihre Wohnung jetzt entweder besetzt oder unbewohnbar.
Als ich plötzlich Geräusche höre schrecke ich hoch und sehe mich um. Da ist ein Mädchen, das jetzt auf mich zukommt und er kurz vor mir Halt macht. "Hallo", erwider ich den Gruß genauso tonlos und schaue mich nach einem Fluchtweg um. Ich weiß nicht, wer sie ist oder was sie will. "Nein, ja ... keine Ahnung. Eigentlich habe ich nur einen Schlafplatz gesucht", erkläre ich und überwinde mich zu einem Lächeln. Vorsicht ist zwar besser als Nachsicht, aber ich muss es ja auch nicht übertreiben. "Ich hab gehört, die Bar stünde leer. Deswegen bin ich hier."

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BeitragThema: Re: Die "Flavor" Bar   Mo 9 März - 17:41

Wie es der Normalfall ist, wenn jemand einen aus heiterem Himmel anspricht, besonders falls man in Gedanken versunken ist, was man auf öffentlicher Straße, wo wie ich heute mal wieder gemerkt habe, alles geschehen kann, nicht so praktisch ist, erschreckt sich die Unbekannte und blickt augenblicklich zu mir hoch. Wäre ich jetzt ein Techno und hätte einen Zapper auf sie gerichtet, hätte sie keine Chance. Ihr hektisches Umblicken ist etwas zu auffällig, sodass ein Mensch wie dieser Joel, der Lanai einfach geküsst hat, bestimmt auch aus dieser Sachlage seine Vorteile gezogen hätte. Dass die Bar nicht direkt an der Straße liegt hat somit eben sowohl den Vorteil, dass nicht jeder sofort sieht, was hier abgeht, was bei einer Tabledancebar früher auch garantiert nicht gewollt war, immerhin ging es dort um lockeres Vergnügen und die Menschen, die es genossen, mochten bestimmt nicht unbedingt auf dem Präsentierteller sein und von jedermann gesehen werden können. Dafür wurden auch die kleinen Fenster, die hingegen zu hoch liegen und durch die grade mal eine Katze passen würde, so gebaut wie sie sind. Nur über der Haupttür gibt es eine große Glasscheibe, die aus verschiedenen Mosaikgläsern zusammengesetzt ist und etwas bildet, das ich nicht ganz deuten kann.
Die Fremde erwidert meinen Gruß, wirkt ziemlich unsicher und erklärt, auf der Suche nach einem Platz für die folgende Nacht zu sein. Als sie meint gehört zu haben, die Bar stünde leer, wundere ich mich kurz darüber, dass dann tatsächlich noch keiner diese Tatsache ausgenutzt hat, aber vielleicht kam auch nur noch keiner auf die einfache Idee, nach dem Schlüssel unter der Fußmatte nachzusehen. Ich selbst hatte es dagegen andererseits auch nur gemerkt, weil ich mich genau auf die Stelle gesetzt hatte, wo er lag.
"Sie stand leer. Aber jetzt gehört sie mir", erwidere ich unmissverständlich, denn ich finde, genug Rechte auf dieses Gebäude zu haben, wo sich keiner, dem es mehr zustehen würde in den vergangenen Tagen gemeldet hat und dass es noch seltene Getränke in der Bar gibt, hat den vorherigen Besitzer auch scheinbar nicht mehr interessiert. Und so schnell würde ich meinen neuen Hoffnungsschimmer nicht hergeben.
"Falls du dich zu benehmen weißt, kannst du aber gern mit reinkommen. Ich mache dir sogar einen Deal. Dafür, dass du mir hilfst, die Bar in den nächsten Tagen von außen wieder so auf einen guten Stand zu bringen, falls wir Farben finden sollten, dass sie annehmbar aussieht, statt mit der abgeplätterten Fassade, darfst du ein paar Nächte bleiben. Zu einem Tribe scheinst du ja nicht zu gehören, oder?", spreche ich spontan weiter. Wenn man eine solche Gelegenheit bekommt, sollte man sie am Schopfe packen, das Mädchen wirkt mehr verängstigt als hinterhältig - was natürlich auch täuschen kann, aber dann hätte sie sicher Besseres zu tun, als vor einer Bar herumzuhocken, beispielsweise sich etwas zu Essen zusammenzuklauen oder so - und ich sowieso Hilfe gebrauchen kann.
"Und, was sagst du?"

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BeitragThema: Re: Die "Flavor" Bar   Mo 9 März - 20:02

Fragend ziehe ich die Braue hoch als das Mädchen sagt, dass die Bar jetzt ihr gehört. Allerdings sage ich da nichts weiter zu, erst als sie mir ihren Deal vorschlägt. Ein bisschen netter könnte sie ja schon sein, finde ich. Immerhin habe ich ihr nichts getan, es gibt keinen Grund mich zu behandeln wie ein kleines Kind. "Nein, ich gehöre zu keinem Tribe", antworte ich ihr und würde am liebsten wieder gehen. In der Stadt gibt es sicherlich noch genügend andere Schlafplätze, aber die Suche danach nervt mich. "Was willst du denn aus der Bar machen?" Ich frage eigentlich mehr aus dem Grund, dass ich mehr Zeit zum Überlegeben habe, als aus richtigen Interesse. Ich weiß nicht, was das vorher für eine Bar war oder wie es um sie bestellt ist. Aber mit etwas Pech hänge ich hier ganz schön lange drin, dafür, dass ich bloß ein paar Nächte hier schlafen will. "Dein Angebot klingt ganz okay", sage ich dann nach einer Weile, stimme schließlich achselzuckend zu. So schlimm wird es vielleicht gar nicht werden und auch wenn die Bar versteckt liegt, ich bin schnell in der Innenstadt und kann die Suche nach meinen Geschwistern fortsetzen. Genug Verpflegung habe ich auch noch dabei, darum muss ich mir also auch keinen Kopf machen. "Ja, warum nicht. Ich helfe dir und ich darf dafür hier schlafen."

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BeitragThema: Re: Die "Flavor" Bar   Mi 11 März - 19:48

Ganz begeistert scheint die Fremde nicht davon zu sein, dass ich die Bar für mich beanspruche, aber das wäre ich auch nicht, hätte ich einen schönen Schlafplatz für mich allein finden wollen, der sich als weder offen herausstellte, noch als unbesetzt. In der Stadt gab es, wenn man richtig suchte und aufmerksam war, bestimmt den ein oder anderen Ort, an dem man sich ebenfalls in einer guten Wohnung niederlassen könnte, einiges ist durch die Plünderungen nach dem Virus und die vielen Jahre, in denen keiner mehr gewisse Räume betreten hat, unbewohnbar gemacht worden, sodass man andererseits auch Glück haben musste. Ich wüsste jedenfalls nicht, bei welchem Haus ich mit der Suche anfangen sollte, hätte ich die Bar nicht gefunden, denn man wusste nie, was hinter einer Fassade lauern konnte, schließlich gab es genauso viele Streuner wie Leute, die einem Tribe angehörten. Wenn nicht sogar mehr. Bei dem Mädchen handelte es sich genau wie bei mir nun um eine Person ohne Gruppe. Ich hatte zwar nichts anderes vermutet, da sie sonst kaum einen separaten Platz für die Nacht suchen müsste - es sei denn, sie hatte Ärger oder wollte wegen irgendetewas ein paar Tage auf Abstand gehen - aber es erleichtert mich, dass ich durch ihre Aufnahme bei mir keine Menschen anziehe, die mir womöglich nicht so gut gesinnt sind.
Sie fragt mich, was ich mit der Bar vorhabe, die Antwort darauf wird sie hingegen noch früh genug bekommen. Erst einmal ist wichtig zu wissen, ob sie überhaupt bleibt oder ich sie mit meiner forschen Ansage verjagt habe. Richtig glücklich macht es sie nicht, ich finde, sie könnte dankbarer sein, da es nicht selbstveständlich ist, jeden mit in sein Haus zu nehmen und so entgegenkommend zu sein, aber ich will nun keinen Streit vom Zaun brechen.
"Also gut. Dann komm", meine ich knapp, während ich die Haustür aufschließe und eintrete. Es riecht dadurch, dass die Fenster nicht geöffnet waren - ich hatte also doch etwas vergessen - wie ganz zu Beginn.
"Willkommen in der ehemaligen Tabledancebar der Stadt. Aber keine Angst, ich hab nicht wirklich geplant, ihre alte Funktion wieder aufleben zu lassen. Wenn du möchtest, kannst du dir eine der Bänke zum Schlafen aussuchen", rede ich dann theatralisch weiter und bringe meine Errungenschaften vom Markt zur Theke.

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BeitragThema: Re: Die "Flavor" Bar   Sa 14 März - 19:38

(Soooorry, ich war die Tage mehr mit gucken als schreiben beschäftigt .____.)

Ich folge ihr ins Innere der Bar und sehe mich neugierig um. Hübsch und sauber war definitiv anders, aber da wird sich wohl die nächsten Tage etwas dran ändern wenn ich hier bin und helfen soll. Es riecht auch nicht sonderlich gut, was eventuell an den geschlossenen Fenstern liegt. Aber auf den ersten Blick lässt sich sagen, dass man hier definitiv etwas draus machen kann, wenn man die nötigen Ideen und Werkzeuge hat. Ich habe weder das eine noch das andere. Aber wahrscheinlich darf ich sowieso nur putzen.
Ich stelle meinen Rücksack auf eine der Bänke ab und schmunzel etwas, als das Mädchen mir sagt, dass sie nicht vorhat die Bar wieder so zu nutzen, wie die Leute es vor ihr getan haben. "Dann ist ja gut, tanzen liegt mir nicht wirklich", lache ich und gehe ein bisschen herum, wobei ich versuche auszuschalten, was hier sonst immer getrieben wurde. Es ist schon ein bisschen komisch hier sein Quatier zu haben, aber immer noch besser als gar nichts. "Was soll das denn mal werden, wenns fertig ist?", frage ich sie interessiert. Sie wird die Bar ja wohl nicht völlig auf den Kopf stellen und plötzlich ein Kino daraus zaubern, obwohl das schon etwas für sich hätte. Als Kind bin ich gerne am Wochenende mit meinen Eltern ins Kino gegangen, aber das ist schon so lange her, dass ich mich kaum noch daran erinnern kann. Ich berühre flüchtig das Medaillon um meinem Hals, in dem ein Foto meiner Familie ist und schüttelte dann den Gedanken an sie ab. Das gehört jetzt nicht hierher und ich will auch nicht unbedingt an sie denken.
Lieber gehe ich zu der Theke und stelle mich daneben, lächel mein Gegenüber an. "Danke, dass du mich hier bleiben lässt", sage ich dann und meine es ernst. Wer weiß, wo ich sonst gelandet wäre. "Mein Name ist übrigens Katina." Da wir uns noch nicht vorgestellt haben halte ich das für sinnvoll, immerhin will ich sie ja auch mal ansprechen und das dann nicht unbedingt mit "Ey du".
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BeitragThema: Re: Die "Flavor" Bar   So 15 März - 13:04

// Kein Problem ^^

Die Fremde meint zu meiner Erklärung, Tanzen sei nicht unbedingt ihre Stärke. Schade eigentlich, denn es wäre toll gewesen, wenn mir durch den Zufall hier jemand in die Arme gelaufen wäre, mit dem ich meine Leidenschaft teilen und in Zukunft vielleicht sogar mal etwas einstudieren könnte. Somit muss ich mich wohl, wenn wir mit der Bar fertig sind, draußen nach Künstlern umsehen.
"Schade", entgegne ich,"Gibt es denn etwas anderes, was du gut kannst oder gerne machst? Denn um deine Frage zu beantworten, ich finde, es wäre nach all dem Chaos schön, einen Ort zu haben, an dem alle friedlich zusammenkommen und ihre Talente vorstellen können. Vor einem Publikum, das immer da sein kann, egal welches Wetter es ist. Dass das nicht ganz einfach ist, ohne das was ausartet, weiß ich. Doch einen Versuch ist es wert. Einen Platz, wo man abschalten und sich konkurrenzlos mit Unterhaltung berieseln lassen kann, kann bestimmt jeder mal gebrauchen."
Ich bin gespannt darauf, was sie dazu sagen wird, hoffe, dass sie einzuweihen kein Fehler ist. Die Unbekannte wirkt allerdings eher wieder etwas nachdenklich, vielleicht stellt sie sich vor, wie es tatsächlich mal aussehen könnte, so wie ich das seit ich hier bin gern tue. Mit einem Lächeln gesellt sie sich dann zu mir an die Theke.
"Keine Ursache. Ich kann dir zwar kein luxuriöses Hotelzimmer mit nettem Service anbieten, aber schlecht ist es hier wirklich nicht. Falls du vorhast, länger zu bleiben und mir wirklich unter die Arme zu greifen, statt nur eine Nacht hier zu verbringen, könnten wir beim Aufräumen sogar sehen, ob wir einen der Lagerräume irgendwie zu einem Zimmer machen können, in dem du deine Ruhe hast", sage ich versönlich. Mein Wunsch nach ein bisschen Gesellschaft ist schließlich erfüllt worden und es hätte mich - soweit ich das nach der kurzen Zeit beurteilen kann - wesentlich schlimmer treffen können. Was nochmal dadurch bestätigt wird, dass sie sich von sich aus vorstellt, statt sich mit eigenen Dingen zu beschäftigen, wo sie nun ja eine Unterkunft gefunden hat. Ihren Namen habe ich so noch nie gehört. Er klingt wie eine Mischung aus Katja und Katarina und ich frage mich, ob sie beide Namen zu einem gemacht hat oder ob sie wirklich so heißt. Geschichten hinter Namen finde ich immer sehr interessant. Vielleicht werde ich sie eines Tages danach fragen.
"Nett, dich kennen zu lernen, Katina. Ich bin Alaska."
Ich lächle sie an und schiebe dann noch eine Frage hinterher.
"Bist du denn schon lange in der Stadt oder heute erst angekommen?"

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Katina*
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BeitragThema: Re: Die "Flavor" Bar   Mo 23 März - 10:20

"Nein, nicht wirklich", gebe ich ehrlich zu. "Ich hatte nie Zeit für ein Hobby, dafür bin ich immer zu viel umhergereist. Ich hab immer nur viel gelesen, aber damit kann ich wohl keine Massen begeistern." Wobei der ein oder andere eine gute Geschichte vielleicht ja zu schätzen weiß. Aber ich habe nicht vor mich hier hin zu setzen und den Leuten etwas vorzulesen, das können sie schön selbst machen, wenn sie denn dazu in der Lage sind. Ihre Idee, was sie aus der Bar machen möchte, finde ich trotzdem schön. "Das klingt wirklich gut. Die Idee gefällt mir, wenn sie denn so umgesetzt wird, wie du dir das vorstellst." Allerdings würde es bis dahin noch ziemlich viel Arbeit sein, ich traue ihr jedoch zu, dass zu schaffen, so motiviert und angagiert wirkt sie dann schon auf mich.
"Wie, kein Hotelservice? Ich dachte, ich hätte hier im besten Hotel der Stadt eingecheckt, da erwarte ich aber schon etwas mehr, als nur eine muffige Sitzbank", scherze ich ein wenig herum und fang dann an zu lachen. Wie ein Hotel sieht es hier nun wirklich nicht aus. Allerdings klingt die Idee mit den Lagerräumen ziemlich gut, vorrausgesetzt natürlich, dass ich vorhabe länger zu bleiben, was ich mir lieber noch offen lassen würde. Als sie mir dann ihren Namen nennt lächel ich sie an und schüttel dann den Kopf bei ihrer nächsten Frage. "Erst seit Kurzem, ich ... suche jemanden und bin bei meinem Glück gleich in einen Techno reingelaufen." Ich rolle leicht mit den Augen, dieses Treffen mit Joel, das war wirklich komisch und seine Kette habe ich ja auch immer noch. Hoffentlich erwartet er nichts von mir dafür...

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BeitragThema: Re: Die "Flavor" Bar   Di 24 März - 16:31

Katina erklärt, außer lesen und reisen nicht wirklich viel zu können oder in den letzten Jahren gemacht zu haben. Sehr unterhaltungstauglich empfindet sie das allerdings nicht. Mir kommt dagegen spontan ein Einfall, der meine Pläne noch großer werden lässt, auch wenn ich nicht weiß, ob ich mich damit übernehmen würde. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass ich das tue, aber solang man etwas hat, das einen beschäftigen kann, ist man weniger damit zugange, über alles andere nachzudenken, sich klar zu machen, dass man in der Welt nur vom einen Tag in den anderen lebt, nur darauf wartend, dass wieder irgendwelche machthungrigen Irren kommen, die sich über alle stellen, auf den Schuttberg klettern, den die Erwachsenen zurückgelassen haben und sich so lange dort oben als Könige der Welt, denen alle untergeben sind, ob sie wollen oder nicht fühlen, bis wieder andere sie stürzen und den Kreislauf fortsetzen. Wobei, die Technos scheinen ihren Mut noch nicht verloren zu haben, trotzdem sie auch haben einstecken müssen, aber bis auf die Wachen habe ich noch nie vorher mitbekommen, dass sich der Anführer des Tribes so nah ans Volk herantraut, nein, sogar den Helden spielt und ein bisschen Smalltalk hält. Womöglich ist das aber auch nur eine Masche.
Vor meinem inneren Auge taucht allerdings das Bild eines Ortes auf, an den Eltern ihre Kinder bringen können, damit sie betreut werden und andere kennen lernen können, falls die Eltern selbst etwas zu erledigen hätten, wo sie die Kleinen nicht mitnehmen könnten. Das Problem, das sich mir dabei hingegen wieder in den Weg stellt ist, dass ich weder viel Ahnung von Kindern habe noch glaube, dass es überhaupt nötig ist, so eine Einrichtung zu haben, wie es sie früher gegeben hat. In den Tribeverbänden findet sich bestimmt für gewöhnlich immer wer, der aufpasst. Außerdem gibt es die starre stressige Berufswelt von damals heute nicht mehr. Man muss selbst entscheiden, was man wann braucht und wie schnell man sich dem entsprechend darum kümmert, dass etwas erledigt wird. Je nachdem auf was man sich eingelassen hat, wird man höchstens von einem gnadenlosen Anführer dazu gezwungen etwas zu verrichten, allgemein gelten aber seit dem Virus noch immer die Regeln, die man für sich selbst setzt.
Jedenfalls würde sich wohl kaum einer wagen, selbst wenn es notwendig wäre, sein Kind in fremde Hände zu geben. Also verwarf ich diese Idee wieder fast komplett. Den anderen Teil teilte ich Katina mit.
"Naja, so schlecht ist das gar nicht, lesen zu können. Es hat für abends vielleicht keinen großen Wert, den Älteren Gute-Nacht-Geschichten anzubieten, aber ich weiß nicht. Seit damals gibt es auch keine Schulen mehr, nichts, wo die Kinder lernen, wie man richtig liest und schreibt. Aber es ist noch genauso wichtig, erst recht, wenn wir nicht unser ganzes restliches Leben damit verbringen wollen, gegeneinander zu kämpfen und ziellos durch die Welt zu irren, ohne zu wissen, was einen erwartet. Ich will dich da gar nicht einspannen, aber wenn wir hier fertig sein sollten, je nachdem wie lange du bleibst, könnte man darüber nachdenken, tagsüber eine kleine Lerngemeinschaft hier zu bilden und abends eben die anderen Leute auftreten zu lassen. Das wäre dann wirklich ein richtiger Gemeinschaftsort für alle", gebe ich meine Gedanken preis. Der andere Teil meiner ursprünglichen Einfälle sagt Katina zumindest schon einmal zu. Das muss aber nichts heißen. Es kann ja wirklich sein, dass sie morgen früh schon wieder verschwunden ist, ohne ihre Zusage für die Gegenleistung eines Schlafplatzes einzulösen. Man muss mit allem rechnen.
In ihr Lachen stimme ich mit ein. Es tut gut, ein wenig zu spaßen, wo mir in den letzten Tagen überhaupt nicht danach zumute gewesen ist.
"Tzja, dass hier andere Regeln gelten, hast du ja dann schon daran gemerkt, dass du vor der Tür warten musstest, statt dass dich ein gut aussehender Page empfangen und dir dein Gepäck abgenommen hat", entgegne ich grinsend und lache weiter. Am veränderten Licht merke ich, wie es langsam Abend wird. Darum hole ich aus einer der Schubladen der Theke ein paar große Kerzen heraus, lasse ein Streichholz aufflackern und im Nu ist es zumindest in unserer Ecke ein bisschen heller. Der Rest der Bar liegt schlafend da.
Mein knurrender Magen macht mich darauf aufmerksam, wieso ich überhaupt zum Markt gegangen bin, darum hole ich etwas Obst aus meiner Tasche, lege es bereit und befördere aus der Theke dann zwei Gläser, eine Flasche Limonade, ein Messer und eine Schale zutage. Wieder mal bin ich der Vorbersitzerin von hier dankbar, dass sie so viel zurück gelassen hat. Selbst wenn es manchmal unheimlich ist, über die Gründe dafür nachzudenken.
"Hast du Hunger? Ich kann uns noch etwas Obst schneiden und dann sehen wir, wo du dich für die Nacht einquartieren kannst."
Ich beginne damit, das Obst zu schälen, denn Wasser um es zu waschen will ich nicht unbedingt verschwenden, währenddessen erzählt Katina davon, noch nicht lange in der Stadt zu sein.
"Wo bist du denn vorher schon unterwegs gewesen? Kommst du von weit weg hier her?", frage ich kurz als ich aufblicke und konzentriere mich wieder auf das Obst. Als sie von einem Techni erzählt, erinnere ich mich sofort wieder an meine Begegnung mit der Gruppe am Mittag. Was wohl aus Lanai und Sakura geworden ist?
"Dann hast du ja Glück gehabt, ihm entkommen zu sein. Mit Leuten von denen hatte ich heute auch die Ehre, als der Anführer komischerweise verhindert hat, dass ein Mädchen von ein paar Jungs ausgeraubt wird. Aber viel skurriler war dann der eine Typ, der später zu der Gruppe gekommen ist. Denn außer mir war noch eine andere Fremde neben dem geretteten Mädchen auf die Straße, die für sie Partei gegen die Technos ergriffen hat. Und plötzlich kommt ein Techno, der bloß die Zeichen des Tribes aber nicht den Anzug von ihnen trägt, gibt dem einen Mädchen etwas zurück, das sie scheinbar verloren hatte und...küsst sie aus heiterem Himmel. Ich hab echt überlegt, ob das nun witzig oder erschreckend ist. Ich mein, wenn die nun schon am hellichten Tag sich irgendwen aussuchen und nicht mehr locker lassen...", berichte ich Katina von meinem Erlebnis. Im Nachhinein bin ich wirklich froh, da so schnell wie es ging weg gekommen zu sein.

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Die "Flavor" Bar
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