The Tribe-RPG Forum | Nach der fünften Staffel | Über die ehemalige TV Serie „The Tribe - Eine Welt ohne Erwachsene“ und mehr! | Seit April 2012
 
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 Fluß

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Jona*
Tribelos


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BeitragThema: Re: Fluß   Mi 27 Mai - 0:06

Anna versucht den Kerl wieder zu Bewusstsein zu bringen aber ohne Erfolg. Sie taucht ein Shirt ins Wasser und wringt es über seinem Gesicht aus. Auch ohne sichtbaren Erfolg. Dann schreibt sie was auf einen Zettel und hält ihn uns entgegen aber ihre Handschrift ist so unsauber, dass ich sie nicht lesen kann, bis auf „viel denkt“, was ich gerade noch erkenne. Will sie mir ernsthaft verklickern, der Typ wäre ohnmächtig geworden, weil er zu viel nachgedacht hat? Wut entfacht in mir. Ich schaue weiter nur, was als nächstes passiert und eigentlich ist es mir auch egal. Ich bin kein Idiot und lasse mich von Fremden auch nicht als solcher behandeln. Bisher war sie mir sympathisch aber das ändert sich gerade strikt. Vielleicht ist ihre Stummheit auch nur so eine Show und die drei lachen sich später kaputt. Ja, sehr witzig. Ich lache mich krank. Ich atme tief durch. Der Asthmaanfall ist vorbei. Ich werde mich bald auf den Weg machen können. Egal wohin, nur weg von hier. Ich hoffe, ihr Theaterstück hat bald ein Ende und der Typ kommt wieder zu sich. Noch deutlicher hätte man mir gar nicht sagen können, sorry aber ich bin vergeben. Erst flirtet sie mit einem und schleppt dann ihren Freund an. Was soll das? Tja, vielleicht ist sie so eine, die mehrere Kerle gleichzeitig am Wickel hat. Sorry, Mädel da bist du bei mir an die falsche Adresse geraten. Ich trinke noch einen Schluck aus meiner Wasserflasche und beobachte weiterhin stumm die Geschehnisse.
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Elyas*
Tribelos


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BeitragThema: Re: Fluß   Mi 27 Mai - 9:49

Noch immer ist alles dunkel. Einzelne Wörter und Buchstaben schwirren um mich herum. Sie sind wie Stimmen, 
die in meinem Kopf widerhallen. Ein unglaubliches Chaos. Es ist schwer für mich etwas Bestimmtes greifen zu
können. Ich fühle mich allein und verloren. Wenn ich doch nur wüsste, was sich hinter der großen Dunkelheit 
- meiner Erinnerungslücke - verbirgt. Das Einzige was ich jedoch noch ausmachen kann sind die weiten 
Landschaften Neuseelands und ein Paar mich förmlich durchdringende Augen. Dieser Erinnerungsfetzen fühlt 
sich zugleich vertraut und beängstigend an. Warum ist mir jedoch unbekannt und ich bin mir nicht mal sicher 
ob es sich um eine tatsächliche Erinnerung handelt oder doch nur um eine Fantasie.

Ich spüre wieder das Schmerzen meines Kopfs und etwas kühlendes Feuchtes auf ihm. Ganz langsam öffne ich 
meine Augen. Mir ist noch etwas schummerig, doch ich kann Jona, Vince und Anna aus machen. Letztere kniet
bei mir. Automatisiert fasse ich mir an den Kopf und richte langsam meinen Oberkörper auf. Es ist mir unangenehm, 
dass die anderen mich so ansehen. Und es wird mir noch viel unangenehmer zu mute, als ich feststelle, dass es
sich nicht um ein Tuch oder so an meinem Kopf handelt, sondern um ein Shirt, welches offensichtlich von Anna 
stammt. „Danke, tut mir leid.“ meine ich nur verlegen und schaue die anderen nicht an. Langsam und wacklig richte
ich mich wieder auf. Anschließend gehe ich zum Fluss, beuge mich hinunter zum Wasser und nehme ein paar Schlucke. 
Vielleicht sollte ich erstmal herausfinden was passiert ist und so vielleicht das Problem beheben, bevor ich mich einer 
Gruppe anschließe und dann doch nur zur Last falle. Allerdings habe ich auch endlich meinen Bruder wieder gefunden
und würde ihn ungern wieder aus den Augen verlieren. Unentschlossen starre ich auf das  treibende Wasser, bevor 
ich wieder zurück gehe und meine Tasche nehme. „Ich muss herausfinden was passiert ist.“ sage ich nur knapp.  
„Danke für alles. Wir sehen uns wieder.“ füge ich noch an und lächle die Vince und Anna  an. Wahrscheinlich sieht 
mein Gesicht dabei etwas verkrampft aus, aber das liegt an den noch immer hämmernden Schmerzen. Ich hoffe sie 
verstehen mein Handeln nicht falsch, denke ich mir und verschwinde in Richtung Waldweg.

gt: Waldweg

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Anna*
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BeitragThema: Re: Fluß   Do 28 Mai - 0:08

Vince reagiert immer noch nicht. Und Jona schaut einfach zu bei dem was ich mache. Er schaut nur kurz auf meinen Zettel. Aber sagt dazu nichts. Derweil versuche ich weiter das Elyas wach wird. Und es dauert auch nicht lange, bis er wieder zu sich kommt. Erst bedankt er sich und dann entschuldigt er sich gleich. Schnell schüttel ich mit dem Kopf. Er muss ich doch nicht entschuldigen. Doch dann steht er auf und will irgendwas heraus finden. Verwirrt schaue ich ihn an. Mit einem weiteren Danke verschwindet er. Langsam ricte ich mich wieder auf. Das ist jetzt nicht passiert oder? Ich schaue in die anderen beiden Gesichter. Doch es ist passiert. Doch Vince sieht nicht danach aus, als ob er seinem Bruder folgen wollte. Und Jona. Ich glaube er hält uns für verrückt oder so. Ich weiß es nicht. Nach kurzem überlegen meiner Seits greife ich nach Stift und Zettel. Soll ich dich in die Stadt begleiten? schreibe ich dieses mal wieder mit ordentlicher Handschrift auf den Zettel und halte ihn Jona hin. Wahrscheinlich will er mit mir nichts mehr zu tun haben. Verübeln kann ich es ihm nicht. Ich bin auf seine Antwort gespannt.

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BeitragThema: Re: Fluß   Do 28 Mai - 21:04

"Elyas, was wird das wenns fertig ist ", eine ich noch, bekomme allerdings keine Antwort mehr, weil er schon verschwunden ist.l
Dann sehe ich zu Anna. Diese schreibt etwaws auf einen Zettel und hält diesen Jona hin .
Ich sehe die beiden nur an und warte auf eine Reaktion.

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Jona*
Tribelos


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BeitragThema: Re: Fluß   Sa 30 Mai - 17:26

Dann kommt dieser Elyas endlich wieder zu sich. Er erhebt sich wackelig und trinkt am Fluss ein paar Schlucke Wasser. Doch anstatt sich erstmal auszuruhen, verschwindet er Richtung Waldweg und meint er müsse herausfinden was passiert wäre. Ja, das kann ich dir sagen. Du warst ohnmächtig. Und ich sage dir noch was. Es ist keine gute Idee danach allein im Wald zu verschwinden. Ich schüttle nur mit dem Kopf, sage aber nichts.
Dieser andere Kerl drängelt und will anscheinend unbedingt wieder in die Stadt. Hat er überhaupt mitbekommen, dass sein Bruder ohnmächtig war? Eins steht fest, ich bin dankbar, dass Vince nicht mein Bruder ist. Wie kann es einem egal, wenn der eigene Bruder krank ist? Oder war es doch nur eine Show? Na ja vielleicht konnte er deshalb so schnell allein im Wald verschwinden. Ich muss unwillkürlich an David denken. Außerdem kann Vince dankbar sein, dass er seinen Bruder täglich sieht. Andere haben ein solches Glück nicht. Ich würde alles darum geben David wieder an meiner Seite zu haben. Ich, an Vince‘s Stelle hätte mir Sorgen gemacht, mich um meinen Bruder gekümmert aber hier erlebe ich das komplette Gegenteil. Ob die beiden Streit oder so was hatten? Aber wenn sie sich eigentlich nicht mögen, warum leben sie dann zusammen? Fragen über Fragen, die natürlich nicht stelle, weil sie mich ja nichts angehen.
Dann reißt mich Anna aus meinen Gedanken und hält mir wieder einen Zettel vor die Nase, auf dem sie mich fragt, ob sie mich in die Stadt begleiten solle.
Ich schüttle aber mit dem Kopf: „Nein, ich möchte gerne ein wenig allein hier bleiben. Ich denke, man sieht sich später irgendwann mal. Ihr solltet euch lieber mal um euren Freund kümmern. Ist keine gut Idee nach ner Ohnmacht allein im Wald herumzuspazieren.“ Und was seid ihr eigentlich für Freunde? Ihr solltet ihm nachgehen. Macht ihr euch keine Sorgen um ihn? Ich verstehe echt nur noch Bahnhof. Gerade war sie noch in Panik um ihren Freund und nun steht sie nur da, anstatt ihm sofort nachzulaufen. Ich möchte, sie schütteln und sie fragen, was mit ihr nicht stimmt aber stattdessen reiche ich ihr die Hand zum Abschied. „Danke nochmal für deine Hilfe.“ Ich versuche zu lächeln, obwohl mir überhaupt mich nicht danach ist. Innerlich bin total enttäuscht und niedergeschlagen von dieser Begegnung. Sie schlägt mir förmlich auf den Magen. Ich muss erstmal allein für mich meine Gedanken sortieren und überlegen, wo ich die Nacht verbringen kann, denn ein Wald erscheint mir nicht als sicherer Ort zum Übernachten. Wer weiß, wer oder was sich hier noch so rumtreibt. Angst habe ich zwar keine, weil ich mich eigentlich gut selbstverteidigen kann aber man weiß ja nie. Ein unnötiges Risiko will auch ich nicht eingehen. Mein Nacken tut jetzt noch weh, von der letzten Nacht auf dem kalten Boden. Außerdem muss ich mit meinem Asthma vorsichtig sein, dass ich mir keine Grippe hole, die kann mir gefährlich werden aber mein gutes Immunsystem hat dem bisher immer entgegen gewirkt, obwohl ich viele Nächte draußen in der Kälte verbracht habe. Am Ende schlafe ich doch wieder am Strand und baue mir eben aus ein paar Ästen und Blättern einen Unterstand, falls es regnen sollte.

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Anna*
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BeitragThema: Re: Fluß   So 31 Mai - 21:41

Jona will alleine in die Stadt gehen. Ich nicke und wende
meinen Kopf so das ich in die Richtung schaue in der Elyas
verschwunden ist. Ob ich ihm folgen soll? Vince scheint es
ja nicht zu tun. Ich packe den Zettel und die Stift in meinen
Rucksack. Das durchtränke shirt halte ich sofest. Aber mein
Blick fällt auf die Briefe. ich muss ei eigentlich mal wieder
verteilen. Aber Elyas. Ich bin hin und her gerissen und beiße
mir auf der Lippe rum. Aber dann treffe ich eine Entscheidung.
Ich hebe die Hand kurz zum Abschied und winke dann zu Jona.
Vince ignoriere ich. Ich kann sein Verhalten gerade nicht ver-
stehen. Ich will Elyas suchen. Und wenn ich ihn nicht finde,
kehre ich in die Stadt zurück. Mit schnellen Schritten verlasse
ich die kleine Lichtung.

tbc: Waldweg

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Anna, 18, the Soukies

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BeitragThema: Re: Fluß   Mo 1 Jun - 21:36

Anna und Vince machen sich dann auf, in die Richtung in die Elyas gerade verschwunden ist. Sie winkt mir zum Abschied. Dann bin ich allein.
Mein Magen meldet sich zu Wort. Ich nehme meinen Rucksack, stehe auf und setze mich ans Ufer. Aus meiner Tasche ziehe ich eine Schnur, neben mir im Gebüsch finde ich einen geeigneten Stock. Ich bastle die Schnur um den Stock und befestige einen kleinen Haken an der anderen Seite der Schnur. Na ja eine provisorische Angel ist besser als gar keine Angel. Fehlt nur noch ein Köder.
In meinem Rucksack finde ich noch Stück Brot. Ich hoffe, dass die Fische gut beißen, denn das Stück Brot ist mein letzter Proviant. Ich beiße vorher noch ein Stück ab und befestige das andere Stück am Haken und werfe die Angel aus. Ich sehe die Fische bereits. Sie müssen nun nur noch mein Brot zu schätzen wissen. Ob Fische Brot mögen? Tja keine Ahnung aber gegen einen gebratenen Fisch habe ich nichts einzuwenden. Streichhölzer habe ich in der Hosentasche. Später ein Feuer zu entzünden sollte also kein Problem darstellen.
Aber bisher beißt kein einziger Fisch an. Ich muss mich wirklich in Geduld üben. Und erst mein Magen. Er grummelt immer lauter.
Dann nach einer gefühlten Ewigkeit, die sicher nicht mehr als zehn Minuten gedauert hat, beißt endlich ein Fisch an. Und ein besonders großer ist es auch noch. Ich hole die Schnur schnell ein. Der Fisch zappelt am Haken. Ok, Jona du musst ihn nur irgendwie töten. Der Fisch tut mir irgendwie leid. „Sorry, Kumpel aber ich habe Hunger.“ sage ich zu ihm. Ich haue ihn gegen einen Baumstamm. Der Fisch zappelt noch ein-, zweimal, dann hängt er leblos an der Schnur. Dann zücke ich mein Taschenmesser und schneide den Fisch auf. Die Innereien zu entfernen ist eine ziemlich eklige Angelegenheit aber ich habe Hunger, also stört es mich fast nicht. Ich reinige den Rest des Fisches im Fluss und spüle auch das letzte bisschen Schmutz heraus. In meinem Rucksack finde ich sogar eine Plastiktüte, in die ich den Fisch hineintun kann.
Währenddessen beginne ich Holz zu sammeln und es zu einem kleinen Haufen aufzuschichten, um den Haufen aus Zweigen und kleinen Ästen schichte ich kleinere und größere Steine, damit sich mein Feuer nicht ausbreiten kann. Ich entzünde ein Streichholz und lege es auf einen der unteren, kleineren Äste und zur Sicherheit noch zwei brennende Streichhölzer an anderen Stellen. Das Feuer frisst sich langsam bis zu den oberen Zweigen durch. Nach einer Viertelstunde brennt es endlich richtig und ich kann meinen Fisch vorbereiten.
Ich entferne den Fisch vom Haken und stecke ihn auf einen kleinen Stock und halte ihn ins Feuer. Ich sollte vielleicht noch ein paar fangen. Von einem Fisch werde ich sicher nicht satt. Ich stecke den Stock in die Erde, damit der gebratene Fisch nicht auf den dreckigen Waldboden fällt. Nach meiner Angel greifend drehe ich mich Richtung Fluss um und werfe die Angel erneut aus aber da ich keine Köder mehr habe, beißt natürlich keiner an. War ja klar. Ich hole die Angel, nach einer Viertelstunde, wieder ein und lege sie neben mir auf den Boden. Dann muss der eine Fisch reichen.
Wenigstens schmeckt der Fisch sehr gut und stillt meinen Hunger. Fürs erste. Ich muss mir dringend eine neue Versorgungsstrategie zu legen.
Immerhin bricht die Nacht bald herein....
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Alaska*
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BeitragThema: Re: Fluß   Mo 1 Jun - 22:52

cf: Ruine

Der Himmel ist rot, als ich zwischen den Bäumen nach oben schaue. Zumindest ist er das, als ich losgehe. Die Wolken fangen die Farben auf, spiegeln sie wieder. Jedes Mal, wenn ich wieder nach oben schaue, sehen sie anders aus. Die meiste Zeit konzentriere ich mich jedoch auf den schmalen Trampelpfad, der offensichtlich nur dafür gemacht worden ist, um zum Fluss zu gelangen. An vielen Stellen ist er dagegen bereits wieder von Sträuchern überwuchert, an einer Stelle ist ein großer Baum auf ihn gekippt, über den ich klettere und mir beim Herunterspringen mein linkes Bein mit Kratzern verschramme, weil ich damit unglücklich in ein paar Dornenranken lande. Ich beiße mir auf die Lippe und unterlasse es, ein Geräusch zu machen. Fluchen tue ich nur im Inneren, denn ich fühle mich so schon unsicher genug, will keine potentiellen feindlich gesinnten Verrückten anlocken und mich nicht mit so einer Kleinigkeit aufhalten. Es tut weh, doch es blutet nicht. Ich laufe weiter und der Wald wird immer dunkel. Die Bäume, die den Trampelpfad säumen, stehen fast dicht an dicht, bieten ein gutes Versteck für gekonnte Beobachter und sorgen zusätzlich zum schwindenden Tag dafür, dass meine Sicht immer eingeschränkter wird. Ich wünschte, ich wäre eine Wildkatze mit Nachtsicht. Dann würde ich mich stärker fühlen, schneller. Die Kanister klappern immer noch aneinander und erinnern mich daran, wie viel Durst ich eigentlich habe. Heute Morgen habe ich nur ein, zwei Gläser Limonade getrunken, das weiß ich noch, aber das ist meinem Körper eindeutig zu wenig. Das schwache Rauschen des Flusses, das von irgendwo aus der Umgebung schwach an meine Ohren dringt, verstärkt das Gefühl noch, lässt meinen Mund ganz trocken werden, damit die Sehnsucht größer wird.
Plötzlich flackert etwas durch die Bäume, das wie das Orange eines Feuers aussieht. Ob jemand dort unten am Fluss sein Lager aufgeschlagen hat? Ich werde langsamer, meine Schritte zögernder, umso weiter ich mich dem Waldrand nähere. Hinter einem Baum bleibe ich schließlich stehen, ein paar Meter vor mir wechselt der Waldweg in eine Mischung aus Wiese, Erde und Kies, das Flussbett ist am Ufer ganz flach. Ich erkenne, dass ich noch ein ganze Stück weit von dem Feuer entfernt bin, am Fluss mache ich eine Bewegung aus, die von einem einzigen Menschen zeugt. Niemand anderes ist hier, was mich erst mal beruhigt. Vielleicht könnte es mir gelingen, unbemerkt ans Wasser zu kommen, meine Behälter zu füllen und wieder zu verschwinden. Selbst wenn das recht unrealistisch ist, denn mit vollen Kanistern werde ich langsam sein wie eine Schnecke und im Wald zu rennen würde ich mir nie zutrauen. Am Ende fliege ich noch irgendwo drüber, verletze mich selbst und muss warten, bis mich jemand findet oder ich Gefangene eines Tribes werde. So gemein es sich anhört, alleine klarzukommen, ohne an andere Menschen denken zu müssen, ist wirklich besser zu bewältigen. Man kann so niemanden im Stich lassen und gleichzeitig von keinem enttäuscht werden, weil man bloß von sich selbst abhängig ist. Wasser hätte ich für mich sowieso holen müssen, ja. Aber wäre Luca nicht in die Bar gekommen, hätte mich und Katina aufgehalten, sodass wir nicht nach draußen gehen und nach Farbe suchen konnten, dann wäre ich nun nicht hier, hätte alles im Hellen geschafft und...
Ich stoppe meine Gedanken. In diese Richtung darf es nicht gehen. Eventuell kommt das automatisch, wenn man zu lange so distanziert gelebt hat, dass man an jemanden denkt, dann wieder nur an sich, seine eigenen Vorteile. Doch Luca kann nichts dafür, dass es nun Abend ist, er würde es bestimmt auch vorziehen, in einer richtigen Bar zu sitzen und wem schöne Augen zu machen und weiterhin Sprüche zu klopfen, statt mit einer möglichen Blutvergiftung in meinem Bett.
Als ich die Person im Fluss weiter auskundschafte, beobachte ich, wie der junge Mann - denn eine Frau ist es allein von der Statur her nicht - seinen Platz mit einer Art Angel verlässt, um zurück zum Feuer zu gehen und einen Fisch zu essen, der dort bereits brät. Er scheint wirklich harmlos zu sein, darum verlasse ich den Schutz der Bäume, trete mit langsamen Schritten über die Ebene zum Fluss hinunter und knie mich hin, um den ersten Kanister zu befüllen, den ich von meiner Tasche abbinde. Den Gast beachte ich gar nicht. Womöglich ist er hier, um seine Ruhe zu haben, da will ich sie ihm nicht nehmen.

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Jona*
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BeitragThema: Re: Fluß   Di 2 Jun - 17:37

Während ich meine Angel wieder einhole und mich wieder dem Feuer zuwende, höre ich das leise Knacken von kleinen Ästen. Schritte? Bin ich etwa nicht mehr allein? Ich blicke mich vorsichtig und unauffällig um aber erkennen kann ich niemanden, dafür ist es bereits zu dunkel. Vielleicht habe ich mir das Geräusch auch nur eingebildet? Ich hätte halt mein Lager nicht im Wald aufschlagen dürfen. Notiz an mich selbst: Nicht mehr im Wald übernachten wollen. Aber nervös macht es mich schon. Und das Gefühl beobachtet zu werden, verschwindet auch nicht so schnell. Ob Anna hinter einem Baum steht und mich beobachtet? Quatsch, die muss sich erst mal um ihren komischen Freund kümmern. Aber ich bin mir fast sicher etwas gehört zu haben.
Plötzlich tritt eine Gestalt hinter einem Baum hervor. Als sie näherkommt, kann ich erkennen, dass es eine junge Frau ist aber nicht Anna, nein, jemand anderes. Ich habe sie vorher noch nie gesehen. Ob sie Gefahr bedeutet?
Sie geht geradewegs auf das Ufer zu, ohne mich eines Blickes zu würdigen.
Ob sie für einen Tribe spioniert? Welches Mädchen läuft denn allein nachts im Wald herum? Hat sie keine Angst?
Ich habe wieder auf meinem Baumstumpf Platz genommen und beobachte sie dezent. Fremde Menschen anzustarren, halte ich persönlich für unhöflich. Es wirkt aber sehr friedlich, wie sie die Wasserkanister füllt. Ich zupfe noch etwas Fleisch von meinem Fisch ab und stecke es mir in den Mund.
Ob ich ihr etwas anbieten soll? Vielleicht hat sie Hunger.
„Hast du Hunger?“ frage ich sie etwas lauter aber dennoch nicht so laut, dass Leute in der näheren Umgebung auf uns aufmerksam werden würden. „Ich hätte noch etwas Fisch im Angebot.“
Als sie fertig ist mit dem Auffüllen der Wasserbehälter steht sie wieder auf und blickt in meine Richtung.
Wahrscheinlich ist es nicht mehr alltäglich von fremden Menschen etwas zum Essen angeboten zu bekommen aber ich helfe meinen Mitmenschen halt gerne. Gespannt warte ich ab wie ihre Reaktion auf meine freundliche Geste ausfällt. Ich würde es ihr auch nicht verübeln, wenn sie mir etwaige Hintergedanken unterstellen würde, die ich aber nicht habe. Immerhin weiß man in heutiger Zeit wirklich nicht, wem man trauen kann und wem man lieber nicht trauen sollte. Auf meiner Stirn steht schließlich nicht geschrieben, dass ich zu „den Guten“ gehöre. Obwohl Anna mir auch recht schnell vertraut hat, was ich nicht gedacht hätte. Ich muss wieder husten. Das Asthma macht sich auch in den ungünstigsten Momenten bemerkbar, wie ich es hasse. Im Endeffekt ärgere ich mich doch, dass ich nicht ein paar mehr Fische fangen konnte aber richtige Köder zu benutzen, liegt mir sehr fern. Anders als die meisten anderen Kerle finde ich Würmer widerlich. Nicht nur Würmer, das gilt für alle Insekten, egal ob sechs oder acht Beine. Bei solchen Tieren kennt auch meine Tierliebe ihre Grenzen. Das Mädchen nähert sich dann doch langsam. Sie scheint misstrauisch zu sein, gut verübeln kann ich ihr das nicht. Wahrscheinlich ginge es mir in ihrer Lage nicht anders. „Du kannst dich gerne setzen und dich am Feuer etwas aufwärmen, wenn du möchtest.“ meine ich und biete ihr den Platz neben mir an. Ganz so kalt ist es an diesem Abend zwar noch nicht aber jetzt wo die Sonne fast ganz untergegangen ist, merkt man schon die kühle Nachtluft im Wald.
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BeitragThema: Re: Fluß   Fr 5 Jun - 23:57

Als der erste Kanister voll ist, hole ich ihn aus dem Fluss, drehe den Verschluss auf die Schraubung und halte den nächsten ins Wasser. Vielleicht wäre es schlauer, tiefer reinzugehen, statt hier am Ufer zu bleiben, wo die Strömung nicht so stark ist und das Wasser auch weniger sauber sein könnte, geht es mir durch den Kopf. Ich habe allerdings keine Lust darauf, am Ende auf einem Stein auszurutschen und im Fluss zu landen, sodass es so schon in Ordnung sein wird. Mit Seitenblicken schaue ich immer mal wieder, was der Typ am Feuer macht, seine potentiellen Feinde sollte man schließlich stets im Auge behalten, doch er sitzt ruhig an seinem Platz und kümmert sich um sein Essen.
Plötzlich dringt ein Rufen zu mir herüber. Der Kerl will wissen, ob ich Hunger habe, bietet mir gleich darauf bereitwillig etwas von seinem Fang an. So verdutzt wie ich bin, fällt mir erst verzögert auf, dass auch mein zweiter Kanister voll ist und in der leichten Strömung hier draußen meinen Arm nach unten zieht. Ich hieve ihn wie den zuvor aus dem Wasser und mache mich an den Dritten.
"Das ist nett von dir, ich muss aber leider ablehnen", gebe ich zurück, so leise ich kann, um nicht den ganzen Wald zu unterhalten, aber so, dass der Unbekannte es dennoch hören kann. Ich habe keine Zeit, um mich mit noch jemandem abzugeben, ich muss schnell zurück zu Luca, um seine Infektion zu versorgen und Katina abzulösen. Der Wald wird schon eine Hürde sein, da will ich nicht noch eine weitere entstehen lassen, indem ich Smalltalk mit einem Kerl am Fluss beginne.
Als der letzte Kanister voll ist, erhebe ich mich, probiere, wenigstens einen Behälter an meine Tasche zu binden, damit ich in jede Hand jeweils einen der anderen nehmen kann - die sich auch gut als Waffen eignen würden, sollte mir im Wald jemand doof kommen, es sei denn, meine Arme fallen vorher ab und werfe dem Jungen einen erneuten Blick zu.
"Ich habe leider keine Zeit und bin auch sofort wieder weg. Aber danke für dein Angebot, das ist nett. Ich muss nur... Ich mache einen Schritt nach vorne, stolpere dabei was, kann mich gerade noch so fangen und mein Gleichgewicht zurückerlangen, bis ich einen weiteren Schritt gehe und die Kanister einfach zu schwer sind. Besonders der an meiner Tasche bring mich ins Trudeln.
Na toll, Alaska. Du kannst nicht mal ein paar Liter Wasser nach Hause schleifen. Wenn das so weitergeht, kommst du morgen noch nicht in der Stadt an und bist stattdessen irgendeinen Hang runtergekugelt. Dann würde ich da liegen wie ein Käfer. Und mich vor der Welt noch mehr zur Lachnummer machen als ich es nun in einer Privatshow für den Kerl da tue. Dabei ist Balance finden allein durchs Tanzen eine meiner Spezialitäten. Mit Wasser habe ich dagegen noch nie zeitgleich jongliert. Das Element lässt sich in Gefäßen gebannt noch viel schlechter zähmen als am Meer mit einem Surfboard. Wenn ich mir selbst zuschauen könnte, als eine außenstehende Person, würde ich mich auslachen. Und während ich hier versage, liegt Luca vielleicht im Sterben und Katina kann nichts dagegen tun.

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BeitragThema: Re: Fluß   Sa 6 Jun - 11:12

Ich beobachte, aus den Augenwinkeln, wie sie ihre Kanister fühlt. Mein Angebot, ihr etwas von meinem Fisch abzugeben, lehnt sie ab. Schade.Aber ihr Pech, denn der Fisch ist sehr lecker.
Als sie dann den letzten Kanister gefüllt hat, versucht sie ihn an ihrer Tasche zu befestigen und damit aufzustehen. Sie sieht mir in die Augen und meint, sie fände  mein Angebot sehr nett, habe aber leider keine Zeit.
Dann beim Aufstehen stolpert sie kann aber gerade noch ihr Gleichgewicht wieder finden noch bevor ich reagieren kann. Aufgesprungen bin ich jedenfalls trotzdem schon mal.
„Dein Tribe wartet sicher auf sein Wasser. Aber warum schicken die dich allein? Ich meine, mehrere Leute könnten doch die Kanister leichter transportieren.“ Ich möchte nicht wie ein Macho klingen und sagen, dass eine Frau nicht ihr Wasser allein schleppen kann aber wo auch immer sie hin will, ohne Hilfe wird sie dort nicht ankommen. Sie hat es bestimmt so eilig aus dem Wald zu kommen, weil es gleich ganz finster sein wird. Der letzte Rest Tageslicht verschwindet gerade und außer dem Schein des Feuers sieht man nichts mehr an Helligkeit.
„Meinst du nicht, die können bis Morgen auf ihr Wasser warten? Immerhin ist es gleich ganz dunkel und allein im Wald herumzustromern kann gefährlich sein. Selbst mir behagt es nicht hier übernachten zu müssen.“ Was warst du auch so blöd und hast dein Lager hier aufgeschlagen, du Trottel?
Sie stellt ihre Kanister ab. Das Mädchen muss selbst festgestellt haben, dass sie mit den schweren Wasserbehältern nicht weit kommen würde. „Ich bin übrigens Jona.“ Ich gehe die paar Schritte auf sie zu und reiche ihr meine Hand. „Der Platz an meinem Feuer ist nach wie vor frei und du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Ich bin allein und gehöre keinem Tribe an.“ Sie hat einen sehr besorgten Gesichtsausdruck, der mir selbst im Schein des Feuers auffällt. „Alles okay mit dir? Du siehst irgendwie bedrückt aus oder täuscht das nur.“ frage ich ebenfalls besorgt. Man weiß nie, vielleicht kann man ihr helfen.
Es geht mich wohl eigentlich nichts an und ich würde es auch verstehen, wenn sie mit mir nicht darüber sprechen will, schließlich bin ich immer noch ein Fremder für sie, auch wenn sie nun schon meinen Namen kennt. Da ich nun direkt vor ihr stehe, kann ich sie im Feuerschein besser mustern. Ganz einheimisch scheint sie jedenfalls nicht zu sein aber einem bestimmten Land kann ich ihr Äußeres auch nicht zu ordnen. Was mir aber sofort auffällt sind ihre wunderschönen blauen Augen, die einen magisch in ihren Bann ziehen und zu hypnotisieren scheinen.
„Musst du wieder in die Stadt? Mit dem Wasser, meine ich.“ Ich deute auf die Kanister. Eine erneute Asthma-Attacke bringt mich jedoch wieder auf andere Gedanken. Ich drehe mich von dem Mädchen weg und huste. Ich gehe schnell zu meinem Rucksack und zücke meine Flasche. Das Wasser schafft wieder einmal eine Linderung. Vor ein paar Tagen war ich in einer Arztpraxis. Die Hoffnung darauf ein letztes Asthma-Spray zu ergattern, war groß aber außer ein paar Antibiotika und ein paar Batterien für Hörgeräte konnte ich aber nichts mehr finden. Die Antibiotika haben erst vor ein paar Wochen ihr Verfallsdatum überschritten aber im Notfall würden sie wohl trotzdem noch helfen, denke ich. Warum ich die Hörgeräte-Batterien mitgenommen habe, ist mir selbst ein Rätsel weil meine Ohren ausgezeichnet funktionieren. Aber die Hoffnung es bei jemandem gegen etwas zu Essen eintauschen zu können, ist dennoch da.
Ich setze mich wieder auf den Baumstamm und versuche tief durchzuatmen. Es geht wieder, das Atmen.
„‘Schuldigung. Wo waren wir stehen geblieben?“ Noch bevor das Mädchen antworten kann, fällt es mir jedoch wieder ein. „Ach ja, brauchst du vielleicht Hilfe beim Transport der Wasserkanister?“ Ich stehe auf, gehe an dem Mädchen vorbei und fülle meine Flasche wieder auf. Das kühle Wasser ist beinahe ein Balsam für meinen gereizten Hals. Nachdem ich die Flasche wieder bis zum Rand gefüllt habe, erhebe ich mich und drehe mich wieder zu dem Mädchen um. Ich verschließe die Flasche wieder sorgfältig.
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BeitragThema: Re: Fluß   So 7 Jun - 21:54

Als der Typ wieder spricht, kommt mir für einen Moment eine Fernsehshow in den Kopf. Eine Sendung, mit mir als Hauptakteur und dem Fremden als Kommentator. Nur ist das, was er sagt, nicht besonders kritisch oder ermutigend oder sonstwas in die Richtung. Nicht direkt zumindest. Denn eine Frage schiebt er mir schon wieder zu und lockt mich damit sogleich in eine Falle. Was soll ich da bloß antworten? Dass ich keinen Tribe habe, auf mich allein gestellt bin und die Person, die ich im Austausch für eine Übernachtungsmöglichkeit dazu eingespannt habe, mir ein bisschen in der Bar zu helfen, genau dort zurückgelassen habe, damit sie einem Typ hilft, der das Gebäude für eine richtige Bar gehalten hat und der zufälligerweise so verletzt war, dass sich meine Helferin nun um ihm sorgen darf, während ich mich auf gut Glück auf die Suche nach etwas mache, woraus ich Medizin herstellen kann? Würde ich dem Fremden am Feuer genau diesen Bandwurmsatz zuwerfen, wäre er womöglich verwirrt genug, um mich in Ruhe zu lassen, damit ich weiter meines Weges gehen, es mit dem schweren und wallenden Wasser wenigstens probieren kann und es zur Bar schaffe, bevor alles verloren sein wird. Die Erfolgsaussicht, damit durchzukommen, liegt allerdings nicht besonders...hoch.
"Da magst du Recht haben, heute ließ es sich aber nicht anders machen und es ist wichtig, dass wir Wasser haben, seit es in der Stadt keins mehr aus den Leitungen gibt", entgegne ich erst einmal ausweichend und wage einen neuen Versuch, ein paar Schritte zu machen. Innerlich überlege ich, inwieweit ich die Konstruktion ändern könnte, um mich besser bewegen zu können. Zwei Kanister in den Händen zu halten sind nicht das Problem, sondern der Dritte ist der eigentliche Schwerenöter. Ihn zurücklassen möchte ich aber auch nur ungern...
Die Sonne ist mittlerweile jedoch verschwunden und hat den Tag der Nacht weichen lassen. Und zu allem Überfluss will der Typ wohl eine Klette sein, denn obgleich ich zuvor bereits zwei Angebote seinerseits ausgeschlagen habe, meint er jetzt, ob es wirklich so dringend wäre, dass ich gehen müsste. Er nennt zwar einen sogar sehr guten Grund, um nicht mehr in den Wald zurückzukehren - und hat nicht nur eine Fantasie im Kopf, mit einem Mädchen zusammen an einem Lagerfeuer zu sitzen, was beinahe romantisch sein könnte - aber stillzusitzen kommt für mich auf keinen Fall in Frage. Die Dunkelheit kann mir nur dann was anhaben, wenn ich nicht an mich selbst glaube und das tue ich. Ich kann das schaffen. Bestimmt. Und wer sich mit mir anlegt, bekommt es mit 5-Litern Wasser zu tun.
"Nein, das geht nicht. Sie brauchen es sofort. Ich möchte sie nicht warten lassen. Durstig ist immerhin keiner gern und auch nicht..hungrig. Kochen ohne Wasser kann schwer sein", reime ich mir etwas zusammen. Im Großen und Ganzen stimmt es ja.
Nur dass es erstrangig weniger um Wasser geht...
Um meine Kräfte zu sparen, während ich meinen Gesprächspartner versuche loszuwerden, der sich als Jona vorstellt, lasse ich die Kanister in meinen Händen erst mal wieder auf den Boden sinken.
Der Fremde hat sich von seinem Platz erhoben und steht mir nun mit ausgestreckter Hand gegenüber. Ich ringe mich dazu durch, sie zu ergreifen, wenn auch sehr flüchtig.
"Mein Name ist Alaska. Und so gut du es meinen magst...Jona ich kann nicht. Es wäre nicht fair, den anderen gegenüber und..."
Ich höre auf zu sprechen, als er meint, ich würde aussehen, als ob mir etwas auf der Seele läge. Warum mischen sich nur plötzlich so viele Leute in mein Leben ein, verändern es ständig, ohne dass ich es irgendwie ahnen, es mitsteuern kann und bringen alles durcheinander? Es wiederholt sich noch und abermals in meinem Kopf. Mein Bruder geht weg, mein Tribe verlässt mich, die Bar, die damals als ich sie entdeckte, noch in Betrieb war, ist nun aufgegeben worden. Dann die Sache mit Luca, gerade als Katina und ich dabei waren, Pläne zu schmieden und...ich ein Ziel hatte, bis ich da reingeschlittert war, dass Luca meine Hilfe brauchte, die ich ihm geben konnte, das weiß ich. Das Wissen habe ich und ich möchte es auch, doch...wäre er nicht aufgetaucht, dann..ach keine Ahnung. Als ob das nicht schon reichen würde, muss mir ein Kerl, wo ich doch lediglich Wasser holen wollte, nun noch zusätzlich auf den Keks gehen, mich aufhalten und mir meine Sorgen von den Augen ablesen. Und mich so in eine weitere Sackgasse leiten, in der ich die verborgene Hintertür zur Ausflucht finden darf. Vielen herzlichen Dank.
Ich werde Jona nämlich garantiert nicht beichten, dass ich gar keinen Tribe habe - was ich bisher ganz gekonnt umgangen bin, zuzugeben, da er schließlich nicht weiß, wer die "sie" sind, die auf mich warten - sondern allein lebe mit einer flüchtigen Bekannten und einem Typ, der höchstwahrscheinlich eine Blutvergiftung hat. Und den ich retten muss.
Ich setze ein Lächeln auf. Lass dir deine Nervosität nicht anmerken. Gefühle verstecken ging auch sonst immer gut, dann packst du das jetzt auch.
"Wie du schon festgestellt hast, ist der Gang durch den Wald nicht gerade das, was ich gleich am liebsten machen würde, darum hoffe ich einfach, gut bei den anderen anzukommen. Mehr nicht."
Und wieder nicht gelogen. Mich dafür zu bedanken, dass er sich sorgt unterlasse ich, genauso wie ich es vermieden habe, zu signalisieren, dass es mich freut, ihn kennen zu lernen. So leid es mir für ihn tut, aber momentan ist mir alles egal, außer, wie ich heimkomme und dass Luca am Leben bleibt. Dass es Katina gut geht natürlich auch.
Ich sehe, wie Jona mich anschaut, ähnlich hat es schon Luca getan und ein paar Typen vor ihnen, genau darauf eingegangen bin ich jedoch nie, da ich auf diesem Gebiet zu unsicher bin und...nichts hinaufbeschwören will, von dem ich nicht weiß, ob ich damit umgehen kann. Darum bin ich sogar froh, als Jona wieder spricht, seine Frage ist allerdings eigentlich selbsterklärend.
"Ja, in die Stadt. Unser Lager befindet sich leider nicht im Wald. Darum..gehe ich dann..."...mal will ich sagen, Jona muss aus heiterem Himmel hingegen ziemlich heftig husten. Erkältet hat er auf michnicht gewirkt, hat er sich etwa an einem Stück Fisch verschluckt der eine Gräte im Hals?! Das würde echt noch fehlen. Statt einer Bar sollte ich am Ende wohl lieber das Krankenhaus neu eröffnen...
Jona wendet sich ab und klingt, als würde er gleich seine Seele ins Feuer vor sich katapultieren. Mit Wasser aus einer Flasche versucht er, den Reiz zu beruhigen, was glücklicherweise gelingt. Er kehrt zu seinem Baumstamm zurück, setzt sich und entschuldigt sich. Dann bietet er mir an, mitzukommen, um mir beim Tragen zu helfen, während er nach ein paarmaligem Durchatmen sein Wasser wieder auffüllt. Was soll ich nun schon wieder sagen? Sein Anfall war bestimmt nicht gespielt und mein Gewissen lässt es - so sehr ich es mir ab und zu wünschen würde - nicht zu, wen allein zu lassen, dem es schlecht geht. Egoistische Leute haben es manchmal wirklich leichter...
Es könnte sein, dass er sich echt bloß verschluckt hat, aber ich erkenne einen Husten, der aus den Lungen kommt und einen, der nur davon zeugt, dass man was im Hals hat. Also...was soll's. Ein Typ mit Problemen mehr oder weniger wird keinen großen Unterschied mehr machen und solange wir noch vor Anbruch des Morgens unbeschadet aus dem Wald draußen sind, werde ich zufrieden sein. Meine Ansprüche sind grade echt gesunken.
"In Ordnung, du kannst mitkommen. Hier", ich binde den dritten Behälter von meiner Tasche in Jonas freie Hand, nehme die anderen beiden und laufe wieder los. Diesmal klappt es ohne Probleme. Er wird noch sein Feuer löschen müssen, doch so schnell gehe ich nicht, als dass er mich nicht einholen könnte. Als er am Ende wieder neben mir ist, frage ich ihn:"Hast du sowas öfter? Einen Hustanfall?" Nebeneinander kehren wir in den Wald zurück.

tbc: Waldweg


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BeitragThema: Re: Fluß   So 7 Jun - 23:24

Irgendwas an dem Mädchen wirkt seltsam auf mich. Nach außen hin scheint sie die Ruhe selbst zu sein aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass das nur Fassade ist. Denn die Frage, warum nicht mehrere Leute ihres Tribes mitgekommen sind, um Wasser zu holen, beantwortet sie nicht, nein, sie weicht aus. Vielleicht gehört sie gar keinem Tribe an?
Auf meine Frage, ob das Wasser sehr dringend gebraucht werde, reagiert sie sehr fahrig. Man merkt, dass sie es eilig hat. Aber ich habe irgendwie die Vermutung, dass es nicht primär um das Wasser geht. Aber was der wahre Grund ist, warum sie so nervös wirkt, kann ich nicht sagen.
Als ich mich ihr vorstelle und ihr meine Hand zur Begrüßung reiche, nennt sie ihren Namen und ergreift meine Hand, jedoch nur sehr flüchtig. Vielleicht sollte ich mir die Begrüßungsgeste auch endlich mal abgewöhnen. Ich hänge immer noch zu sehr, an der alten Zeit vor dem Virus. Alaska heißt sie also. Ich frage mich, ob das ihr wirklicher Name ist oder ob sie mich nur schnell loswerden will. Für mich ist das ein Land und als Namen habe ich das noch nie gehört. Sie beendet ihren Satz aber nicht sondern stockt, als müsste sie über etwas nachdenken. Dann lächelt sie plötzlich und meint, dass der Gang durch den Wald nicht gerade ihre Lieblingsbeschäftigung wäre, was ich sehr nachvollziehen kann. Sie hofft, gut bei den anderen anzukommen? Ach ja? Wo sind die anderen denn, wenn es sie wirklich gibt? Ich mag es nicht belogen zu werden. Ist heute vielleicht der „Verkauf-Jona-für-dumm-Tag“. Sehr viele seltsame Leute scheinen heute im Wald unterwegs zu sein. Da bereut man es schon fast, so offen und ehrlich auf seine Mitmenschen zu zugehen.
Sie erklärt mir gerade, dass ihr Lager nicht im Wald läge und dann unterbricht jedoch mein Asthma-Anfall unser Gespräch. Als es mir besser geht, und ich nach einem großen Schluck Wasser und mehrmaligem tiefen Durchatmen wieder sprechen kann, sehe ich wie sie mich besorgt ansieht. Oh bitte nicht noch jemand. Die drei von eben haben mir gereicht. Ich lebe noch möchte ich am liebsten sagen. „Geht schon. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen.“
Auf mein Angebot ihr zu helfen, geht komischerweise sofort ein. Was werden wohl ihre Freunde sagen, wenn sie einen fremden Typen anschleppt? Vielleicht sollte ich ihnen erstmal die Meinung geigen, warum sie ein Mädchen, nachts allein, in den Wald zum Wasserholen schicken. Aber nein besser nicht. Wer weiß was das jetzt wieder für Menschen sind. „Wird das denn für deinen Tribe ok sein?“ frage ich, obwohl ich ihr kein Stück mehr glaube, dass sie Teil eines Tribe ist. Vielleicht verquatscht sie sich ja oder ich merke es, dann spätestens wie viele „andere“ es gibt, wenn wir ihr Lager erreichen. Währenddessen reicht sie mir den Kanister mit dem Wasser. Ich nutze ihn zum Löschen meines Feuers. Toll jetzt ist es stockfinster. Bis auf den hellen großen Vollmond, den man wunderbar am Himmel sehen kann, sieht man fast nichts, wenn es nicht gerade vom Mond beleuchtet wird. Ich gehe kurz zum Fluss und fühle den Kanister wieder auf. Dann schnappe ich mir meinen Rucksack und laufe ihr hinterher.


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