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 Mayflower's Past (Rayennes Zimmer)

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Rayenne*
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BeitragThema: Mayflower's Past (Rayennes Zimmer)   Fr 5 Jun - 9:55

Das Mayflower's Past ist ein Raum, der zur Feenserie des Schlosses gehört hat und mit vielen Blumen verziert ist, die als Dekoration verstaubt von der Decke hängen, auf den Wänden liegt eine Tapete, die einen bunten Märchenwald zeigt, manche Teile leuchten leicht im Dunkeln, weil sie sich tagsüber mit Sonnenlicht aufladen können. Es gibt ein Blütenbett und mehrere zu Blumen geformte Sitzgelegenheiten, die den Gästen des Parks als Rastmöglichkeiten gedient haben. Die Carnival Souls haben den Raum zu gestaltet, dass er richtig bewohnbar geworden ist und einen Schrank sowie einen Schreibtisch hineintransportiert, das nächste Bad befindet sich gegenüber des Zimmers auf der anderen Seite des Ganges. Das Mayflower's Past ist mit zwei Türen zu weiteren Themenräumen verbunden, die allerdings verschlossen sind. Da es ein Eckzimmer ist, liegen die Fenster so, dass man durch eines das Riesenrad und durch ein anderes verschiedene kleinere Fahrgeschäfte überblicken kann.

Seit ihrer Aufnahme im Tribe bewohnt Rayenne diesen Raum.

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Rayenne*
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BeitragThema: Re: Mayflower's Past (Rayennes Zimmer)   Di 7 Jul - 16:42

cf: Thought's Infinity

Ohne viel zu reden, sind Adrian und ich die Gänge entlang gegangen, dabei pochten mir tausende Fragen auf der Zunge. Und ich verspürte den seltsamen Wunsch, ihn zu umarmen, meine Dankbarkeit für das, was er getan, wie er sich für mich eingesetzt hat, damit auszudrücken, obwohl das sicher ziemlich überzogen gewesen wäre. Darum bin ich ihm bloß gefolgt, habe auf seine Smalltalkfragen geantwortet und dabei das in den Gängen, die ich nun endlich sehen durfte, wo ich zum Tribe gehörte und keine verbundenen Augen mehr haben musste, aufgehängte Inventar betrachtet, soweit es im Schein des Feuers zu erkennen war, denn alles war mit Fackeln beleuchtet. Das Gebäude war einfach riesig und verströmte einen Charme, der so urig war, dass man sich in eine andere Zeit katapultiert fühlte. Lysander hätte es hier bestimmt gefallen, doch nun, wo ich hier erst einmal leben werde, glaube ich nicht mehr daran, ihn so schnell wieder zu sehen. Vielleicht auch gar nicht mehr, wer weiß das schon. Auf seinem Lebensweg war ich wahrscheinlich sowieso nur eine von vielen flüchtigen Bekannten, der er ein wenig geholfen hat, doch dass er auf dem Markt nicht mal die Initiative ergriffen hat und zu mir rübergekommen ist, Thalia dafür kurz hinter sich gelassen hat, sprach eine eindeutige Sprache. Ich weiß nicht, wieso ich immer noch so oft an ihn denke, wo doch auch Adrian in mir ein Kribbeln auslöst und ich es genieße, in den halbdunklen Fluren so nah neben ihm hergehen zu können. Es reicht mir, das spüren zu können, egal für wie lange und ungeachtet dessen, was es bedeuten könnte. Bevor ich mich in komplizierte Beziehungen stürze, sollte ich erst einmal ankommen, das Treiben im Tribe kennen lernen und sehen, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Und ich will zu Cody. Ich vermisse meinen treuen Begleiter, die einzige Konstante für eine längere Zeit in meinem Leben schrecklich, selbst wenn Adrian mir versichert hat, dass es meinem Pferd an nichts mangelt. Da Aubrien und seine Leute als sie die Stadt verlassen haben und ich ihnen gefolgt bin, ebenfalls mit Pferden und Kutschen unterwegs gewesen sind, weiß ich, dass sie einen richtigen Unterbringungsort für alles haben müssen, den ich gleich wenn ich erfahren habe, wo ich wohnen werde, aufsuchen möchte.
Adrian bleibt vor einer Holztür stehen, in die Blumen eingraviert sind. Über ihr hängt ein Metallschild, das die Worte Mayflower's Past im Licht seiner eigenen Fackel, die er aus einer der Halterungen in der Nähe der Bibliothek genommen hat, erkennen lässt. Wieder kochen die Fragen in mir hoch, es ist ungewöhnlich für mich, sie nicht zu stellen. Doch ich möchte nichts überstürzen.
"Wir sind da", murmelt Adrian mit einem Lächeln, öffnet quietschend die Tür und tritt gemeinsam mit mir in einen Raum, der dafür sorgt, dass mein Mund offen steht. Nie zuvor habe ich in echt solch ein Zimmer gesehen, das jedes kleine Mädchen zum Umfallen gebracht hätte und zwar vor Freude. Alles sieht aus wie ein künstlicher Garten, ein magischer Garten, in dem alle Träume wahr werden können und in dem man sich fühlt wie eine Prinzessin aus einem Märchen. Nur dass ich nie auf diese Art von Dingen gestanden habe. Was vielleicht mit meinem Bruder zusammenhängt, der dafür gesorgt hatte, dass ich mich mehr für Autos und sowas interessierte statt für Puppen. Meine Schulfreundinnen fanden das oft langweilig, sie verstanden mich nicht, darum fing ich an, mit ihnen und ihren Puppen zu spielen, obwohl es mir nicht so viel Spaß machte wie zu Hause mit meinem Bruder und seinen Sachen. Früher habe ich mich verstellt, heute tue ich das nicht mehr. Ich frage mich, wie die Freundin meines Bruder so sehr dafür gesorgt haben konnte, dass wir auseinander gedriftet sind und es mir nicht so weh getan hat, ihn zu verlassen, wie es sollte. Kein Mensch könnte das jemals verstehen, dass man es zustande bringen kann nach dem Virus, seine Familie freiwillig aufzugeben, ohne dass dem ein Streit zugrunde lag.
"Wow, das ist...wunderschön", spreche ich aus, drehe mich zu Adrian um, den ich nun wieder vollends erkennen kann, wo durch die großen Fenster das Tageslicht fällt. Wie viele solcher Überraschungen scheint der Park wohl noch zu bergen? In den Augen meines Gegenübers liegt ein geheimnisvolles Schmunzeln. So wie ich reagieren garantiert viele, die zum ersten Mal herkommen. Ich kann es keinem verdenken.
"Und es ist jetzt dein Reich. Schau dich ruhig genau um und gestalte es, wie du möchtest. Anders als erwartet, werde ich mich nun zurückziehen und mit den anderen bei dem Gespräch beiwohnen müssen. Es tut mir leid, dass ich mich nicht sofort so um dich kümmern kann, wie ich es zugesagt habe, doch...es handelt sich um etwas wirklich Wichtiges. Ich hoffe, du kannst mir das nachsehen", erwidert er reuevoll, seinem Blick zu widerstehen, fällt mir sehr schwer. Ich sollte mich nicht so schnell von meine Gefühlen leiten lassen. Im ersten Moment bin ich von Adrians Absage enttäuscht, zu gern hätte er noch hier bleiben können, andererseits tut mir ein wenig Ruhe außerhalb der Gefangenschaft wohl ganz gut und da diese seltsamen Sachen in meiner Gefühlswelt passieren, wenn der junge Mann in der Nähe ist, wird es mehr ein Vorteil denn ein Nachteil sein.
Ich nicke.
"Ist schon in Ordnung. Du musst kein schlechtes Gewissen haben. Ich bin dir..auch so schon dankbar dafür, dass ich überhaupt hier bleiben darf und ich...sogar aufgenommen wurde. Ohne deine Hilfe hätten Aubrien und die anderen mich bestimmt nicht akzeptiert."
Er legt den Kopf schief.
"Da wäre ich mir nicht so sicher. Es war sehr mutig von dir, so ehrlich zu sein und das hat für Eindruck gesorgt. Positiven Eindruck. Ich habe diesen bloß..untermauert. Es freut mich jedoch sehr, dass du hier bist. Wir sehen uns später."
Diese Worte überraschen mich, besonders das in Aussicht gestellte...Treffen. Zu gerne würde ich diesen jungen Mann besser kennen lernen und vielleicht eine Freundschaft zu ihm aufbauen...
Adrian verlässt das Zimmer und ich bin allein. Ich drehe mich einmal um mich selbst, bis die Blumenmuster vor meinen Augen kreisen, bis mir schwindelig wird, aber ich höre nicht auf, bis meine Beine von selbst nachgeben und ich mich auf den Teppich, der auf dem Boden liegt sinken. Er ist staubig, aber weich. Schwer atmend bleibe ich so liegen. Weiß nicht, was ich davon halten soll und akzeptiere es aber einfach erst einmal.

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BeitragThema: Re: Mayflower's Past (Rayennes Zimmer)   Di 14 Jul - 20:40

cf: Demons Jail

Zusammen mit der recht Wortkargen Sally bin ich durch die Gänge des Parks gelaufen. Ich wusste auch nciht was ich mit ihr reden sollte. Zwar drängt mich meine Neugier sie nach sich und Nick zu fragen, aber ich tu es nicht. Vielleicht erfahr ich es irgendwann von alleine. Falls die beiden bleiben sollten. Aber irgendwie will ich das nicht. Ich will diesen Perversen Typen nicht hier haben. und Sally ist hübsch. Nicht das Aubrien ein Auge auf sie wirft. Ich will ihn für mich haben. Und sonst keine soll ihn bekommen. als wir dann endlich am Mayflower ankommen, ist dpe Tür zu. Aber von drinnen höre ich Stimme. Ich klopfe also an und warte bis uns aufgemacht wird oder wir herein gebeten werden. So rein zuplatzen ist nicht meine Art. Und Rayenne will sich auch ihre Privatsphäre genießen. Aber es öfnet keiner. Und keiner sagt etwas. Also öffne ich einfach die Tür. Komm sage ich zu Sally und ziehe sie mit mir in das Zimmer rein. Dort treffe ich auf Rayenne und Adrien. Entschuldigt sie Störung ihr beiden. Aubrien bat mich, Sally hier her zu bringen. Da er sich um den letzten Gast, kümmern möchte sage ich und schiebe Sally in den Raum hinein und schließe die Tür.

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BeitragThema: Re: Mayflower's Past (Rayennes Zimmer)   Di 28 Jul - 18:50

cf: Demons Jaill

Die Wache schleift mich einfach so mit. Im ersten Moment bin ich einfach unfähig, etwas zu sagen. Wo bringen sie mich hin? Was ist das hier für ein Ort? Fragen über Fragen überschlagen sich in meinem Kopf. Ich achte schon kaum mehr auf die langen Gänge , die wie ich finde, sich immer mehr ausstrecken. Ich erinnere mich kurz zurück , dass es bei unserer Ankunft ähnlich gewesen war, nur mit dem Unterschied, dass unsere Augen verbunden waren, was gerade nicht der Fall ist. So gut es geht, versuche ich mir die Wege einzuprägen, jedes noch so kleine Merkmal.Das Mädchen schaut mich immer mal wieder schief an. Wo....wo bringst du mich hin? In einem ruhigen Ton stelle ihr diese Frage, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob sie mir antworten wird. Ab hier fängt ein neuer Lebensabschnitt an. Das waren die Worte von Nick ,kurz bevor wir zu den Carnival Souls aufgebrochen sind. Neuer Lebensabschnitt? So sieht meine Zukunft also aus, wenn ich mit Nick zusammenbleibe ? Scham überkommt mich. Das hast du doch vorher gewusst, bevor du mit ihm mit gegangen bist. Wieso also tust du dies hier alles? Du könntest bei deinen Freunden sein, deiner Familie. Den Mallrats, deiner wahren Familie! Nur weil du dich zu einem Mann hingezogen fühlst, bei dem du jede Sekunde Angst haben musst , dass er sein Feuer für eine andere zündet? Das siehst du nun ,was du davon hast, du naives dummes Mädchen. Wann lernst du endlich, auf eigenen Beinen zu stehen , und dich nicht an jeden zu klammern, der etwas nett zu dir war .Ein Kloß bildet sich in meinem Hals, doch um zu weinen, da bin ich einfach schon zu leer. Warum gehen mir solche Sachen durch den Sinn? Habe ich mir nur selbst was vorgemacht?

Wir nähern uns einer großen Tür, und im Gegensatz zu den anderen Türen , an denen wir vorbeigekommen sind, ist diese mit bunten Blumen bedeckt. Selbst der Türknauf scheint eine große Blume zu sein. Stirnrunzelnd schaue ich die Wache an, als wir genau vor dieser Tür Halt machen. Was ist das für ein Ort? Hör zu, du siehst doch, dass ich mich noch nicht einmal wehre, also wieso könntest du denn nicht  ein Stück Höflichkeit besitzen, und mir diese Frage beantworten. Ich habe keine ansteckende Krankheit. Meine Worte klingen gereizt, und zum ersten Mal seit Tagen, bin ich für ein paar Sekunden selbst mit mir im Reinen. Selbst mein Kopf scheint dies wohl für angemessen gehalten zu haben.

Sie öffnet die Tür und schubst mich unsanft in den Raum. Ich werfe der Wache einen bösen Blick zu, und will gerade etwas sagen ,als ich bemerke, in was für ein Raum ich hier gerade eigentlich stehe. Blumen über Blumen stechen mir in die Augen. Blumen , die Sitzmöglichkeiten bieten, ein riesengroßes Blumenbett, Blumen Muster an den Wänden. Was.....? , sage ich leise, komme aber nicht weiter, denn ich bin so überrascht von dieser Einrichtung, dass ich sie erstmal auf mich wirken lasse . Vorsichtig trete ich einen Schritt nach vorne, denn ich will hier ganz und gar nichts dreckig machen. Jemand hat sich mal sehr viel Mühe mit diesem Raum gegeben. Wie aus einer anderen Welt... Erst jetzt bemerke ich , dass meine Augen etwas schmerzen, was wohl daran liegt, dass ich seit Tagen das Tageslicht nicht gesehen habe. So hell wie es in dem Zimmer strahlt, scheint es morgens oder Mittags zu sein. Auf die Wache achte ich erst gar nicht mehr, und trete auf das Fenster zu. Man kann das Riesenrad in seiner vollen Pracht begutachten. Ein kleines Lächeln huscht über meine Lippen, was schnell wieder einfriert. Da draußen in der Stadt....Mein Herz krampft sich zusammen. Katniss, die Mallrats, ja sogar ein paar von den vertrauten Technos, dass alles fehlt mir so sehr. Ich will euch wiedersehen.....

Schnell trete ich vom Fenster zurück. Der Park draußen strahlt eine so große Melancholie auf mich aus, dass ich am liebsten schreien würde, mich auf den Boden werfen möchte, und alles rauslassen will. Doch dann bemerke ich ,dass die Wache nicht die einzige Person ist, die sich in diesem Zimmer befindet. Reyenne liegt ausgestreckt auf dem Teppich, gut, dass ich sie gerade noch so entdeckt habe, sonst wäre ich noch auf sie raufgetreten. Sie sieht so unbeschwert aus, so wie sie einfach nur so da liegen tut. Das muss ein schönes Gefühl sein.Ohne etwas zu sagen, oder auch noch länger zu überlegen, lege ich mich vorsichtig auf dem Boden neben sie, schließe meine Augen, in der Hoffnung, dass dieses Gefühl auch auf mich überträgt. Mir ist es in dem Moment einfach egal, was das andere Mädchen über uns denkt...

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Rayenne*
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BeitragThema: Re: Mayflower's Past (Rayennes Zimmer)   Mi 12 Aug - 9:32

Ich liege auf dem Boden, träume vor mich hin. Sugar drängt sich, nachdem er mich in meinen Gedanken in der Bibliothek schon mal besucht hatte, zurück zu mir, eröffnet mir eine Szenerie im Wald, als er mich zum Jagen mitgenommen hat. Da war ich schon einige Wochen im Tribe, diese Tätigkeit war nichts Neues mehr. Zumindest nicht mitzugehen. Erlegt hatte ich dagegen noch nichts selbst, kochen lag mir da schon eher. Doch an diesem Tag war etwas anders.
Sugar und ich waren schon früh aufgestanden, um zu einem Platz zu gehen, den er am Vortag entdeckt hatte und dan dem es laut ihm massig viel Wild gab, das sich dort zur Paarung zu versammeln schien. Er hatte nur mich mitgenommen, die anderen schliefen noch. Es war lange vor Sonnenaufgang, am Abend waren wir lange auf geblieben, um einen Geburstag zu feiern, es wurde viel Musik gemacht, getanzt und Sugar hatte mich aufgefordert, mit ihm ein paar Lieder zu teilen. Ich fand ihn nett und hatte gerne Spaß, also machte ich mit. Er war ein guter Tänzer, kannte kaum eine klassische Standartchoreographie, konnte dafür aber umso besser improvisieren, man musste sich nur auf ihn einlassen, sich von ihm führen lassen. Damit hatte ich kein Problem. Ich war selbstständig und nicht von einem Mann oder irgendwem sonst abhängig, wenn ich wollte, konnte ich meinen Kopf jederzeit durchsetzen. Ob es ihm gefallen würde oder nicht. Wie sich in Zukunft herausstellen sollte, gefiel es ihm sogar sehr gut. Er war keiner von denen, die eine Frau unterdrücken wollten, von ihr verlangten, dass sie Hausarbeiten erledigte und sich sonst raushielt.
Als ich ihn fragte, wieso er mich geweckt hatte als einzige von allen, nachdem wir das Lager einige Meter hinter uns gelassen hatten, hatte er sich nicht davor gescheut mir zu sagen, dass ich eben Eindruck auf ihn gemacht hätte und er glaubte, bei allem, für das ich mich interessierte, würde mir bestimmt gefallen, was er zu bieten hätte an diesem Morgen. Und auf meinen Reisen hatte ich gelernt, wie wichtig es war, sich manchmal einfach überraschen zu lassen. Minutelang folgte ich ihm so leise wie möglich, ohne Äste knacken oder das Laub zu viel rascheln zu lassen, immer tiefer in den Wald hinein. Vom Tau feuchte niedrig wachsende Zweige streiften meine nackten Beine. In der Eile hatte ich in meinem Zelt nicht lange herumgewühlt und einfach eine knielange Hose und ein dunkles Top zutage befördert und übergestreift. Sugar war oberkörperfrei. Über Rücken und Brust lagen mehrere Lederriehmen, an denen er Waffen befestigt hatte und Orden, die seine Errungenschaften innerhalb des Tribes und seinen Status markierten. Es war so ähnlich wie bei Pfadfindern, für das Bestehen von Prüfungen bekam man Abzeichen, hergestellt aus dem, was bei Tieren nicht gegessen wurde - Borsten, Zähne, Knochen und sowas - und anderem, was die Natur hergab. Mit anderen Tribes tauschten diese Nomaden nicht, was sie hatten, erlangten sie komplett selbst. Kleidung machten sie aus Leder, Fell und der Wolle ihrer Schafe, die sie mit Dingen aus der Natur färbten.
Ich betrachtete Sugars Ruckenmuskeln, als ich hinter ihm herlief, seine Schulterblätter, die sich mächtig Bewegten, wenn er Geäst aus dem Weg hielt, das Spiel der Muskeln seiner Arme, die sehr trainiert waren, beidseitig von Tattoos geziert wurden. Den Großteil davon hatte er sich im Tribe stechen lassen, ein paar waren allerdings schon vor dem Virus entstanden, erlaubt von seinen Eltern. So waren die Regeln in Deutschland, wo er ursprünglich herkam. Nach Neuseeland war er nur für einen Sommerjob geflogen, nachdem er sein Abitur gemacht hatte und der Virus hatte verhindert, dass er zurück zu seiner Familie konnte, um sich richtig zu verabschieden. Oder mit ihnen gemeinsam zu sterben. Anvertraut hatte er mir das in einer besonderen Nacht, in den letzten Wochen seines Lebens, ohne dass wir bereits etwas hätten ahnen können.
Er hat mir angeboten, wenn ich möchte, könnte er mir auch irgendwann ein Tattoo stechen und ich hatte zugestimmt, wollte ihm bescheid sagen, sobald ich wusste, was es werden sollte. Ich hatte keine Angst davor, meinen Körper mit etwas zu schmücken, das nie mehr vergehen würde. Nicht mal der Gedanke an die Schmerzen verursachte Bammel. Das Leben hatte viel Seiten, ich wollte die Augen vor nichts, das positiv war veschließen und eine Erinnerung an diesen Tribe, an Sugar und mit einer noch tiefergreifenden Bedeutung, war alles andere als etwas Schlechtes.
Irgendwann waren wir da, was ich daran merkte, dass Sugar stehen blieb, mich bedeutungsschwer ansah und lächelte. Seine Augen bannten mich, denn sie verrieten, wenn er wollte, wie er wirklich hinter seinem mächtigen äußeren Erscheinen war. Er streckte seine Hand aus, die ich ergriff und bedeutete mir, leise zu sein. Dann gingen wir so die letzten Schritte gemeinsam. Was ich sah, war wunderschön. An einem See auf einer Wiese versammelte sich eine ganze Herde an Rehen und Hirschen. Die Männchen umgarnten die Damen, röhrten und strecken stolz ihren Kopf in die Höhe. Dann begann ein Kampf, mehrere Hirsche duellierten sich, gingen mit ihren Geweihen aufeinander los. Was eben noch so schön und idyllisch gewirkt hat, wurde bittere Realität. Die Hirsche kannten keine Gnade miteinander. Und am Ende lag einer von ihnen tödlich getroffen am Boden, die Herde setzte sich in Bewegung, als wäre damit ein undefinierbarer Schalter umgelegt worden und verließ die Lichtung. Mit großen Augen schaute ich zu Sugar.
"Lass uns zu ihm gehen. Niemand sollte in seinem letzten Moment alleine sein", murmelte er mir ernst zu und zog mich mit sich zu dem mächtigen Tier, das noch atmete, sein Blut versammelte sich um es herum wie eine riesige Pfütze. Seine Augen schauten auf uns, doch der Hirsch machte keine Anstalten dazu zu fliehen. Er wusste, dass sein Ende bereits besiegelt war. So nah war ich noch nie einem großen halbtoten Tier gewesen. Wir hatten keine Haustiere gehabt und auf meinen Reisen hatte ich selbst meistens Fisch gefangen vor diesem Tag. Ich setzte mich neben den Hirsch und legte meine Hand auf seinen Körper. Er war heiß, das Fell drahtig und verklebt mit dem Blut.
"Du bist ein sehr mutiges Tier gewesen. Ich wünschte, ich könnte etwas für dich tun", flüsterte ich. Sugar hatte derweil seinen Dolch gezückt.
"Ich werde ihn erlösen. Das ist das einzige, was noch übrig bleibt", meinte er hart, in seinen sanften Augen lag Kälte. Er trauerte nicht, er war ein Krieger der Natur geworden in all den Jahren in seinem Tribe. Und ehe ich etwas dagegen einwenden konnte, stieß er den Dolch in das Herz des Hirsches, nur unweit von meiner Hand entfernt. Blut spritzte auf meine Haut, in Sugars Gesicht, er war ohnehin bereits damit bedeckt, weil er in der Lache kniete.
Ich schaute ihn verständnislos an. Warum so? Der Hirsch musste sterben, doch weshalb so? Sugar bemerkte meine Gefühle, doch er ließ sie nicht zu. Er tat, was getan werden musste, fertig. So gut kannte ich ihn schon. Also schloss ich die Augen des Hirsches, stand auf und ging wortlos zum See. Von Weitem sah ich, wie Sugar den Hirsch ausweidete, alles verstaute und nach endlosen Minuten kam er zu mir. Blieb ein paar Meter vor mir stehen.
"Es tut mir leid, wenn ich dich vorhin erschreckt habe. Doch jede Schönheit ist vergänglich und man sollte niemanden zu lange leiden lassen. Ich wollte nicht dir damit wehtun", hallten Sugars Worte zu mir rüber. Ich schaue ihn an. Die aschblonden kurzen Haare, das markante Gesicht, die braunen Augen. Er war überall mit Blut befleckt, seine Hände noch rot. Ich sagte nichts. Ließ zu, als er sich neben mich setzte, mein Gesicht mit den blutigen Händen zu sich drehte.
"Du bist besonders. Du bedeutest mir etwas. Also glaub mir, dass ich dich nicht verletzen wollte", sagte er. Und dann kam er näher und küsste mich. Zart, dann leidenschaftlicher. Ich erwiederte es, seit langem fühlte es sich wieder an wie zu leben, ehrlich und gefühlvoll und grausam wie das Leben eben war. Und so krank die Lage war, so...besonders war sie auch. Ich hatte eine Prüfung von Sugar bekommen, von der er sagte, nur wenn ich das ertrug, wenn er so war, dann würde ich auch ihn ertragen. Mein Herz sagte mir, es sei das wert gewesen.
An diesem Tag waren wir zusammen gekommen und ich hatte gelernt, das alles zwei Seiten hatte, die Natur, sowie auch ein Mensch, egal wie er sich geben mochte....

Ich schrecke auf, als ich Stimmen höre, bleibe aber unbewegt liegen. Meine Zimmertür öffnet sich, eine Frauenstimme sagt, sie sollte Sally zu mir bringen, jemand stolpert in den Raum herein und die Tür wird wieder geschlossen.
Als ich die Augen öffne, erblicke ich Sally, die neben mir liegt. Sie sieht fertig aus. Aber entspannt. Mir kommt unsere erste Begegnung im Krankenhaus in den Kopf und...auch die plötzliche Erinnerung daran, wie ich Nick schon mal gesehen habe, bevor er hier mit Sally aufgetaucht ist. Er hatte diesen Verletzten bei sich, für den er einen Medizinschrank verdroschen hat. Was wohl aus seinem Kumpel geworden ist?
"Willkommen zurück", sage ich leise zu Sally, um sie nicht zu erschrecken. Irgendwie tut es mir leid, dass ich so gemein zu ihr gewesen bin.
"Was ist geschehen, wo ist dein Freund? Wenn es..überhaupt dein richtiger Freund ist. Irgendwie...entschuldige, dass ich das sage, aber es fühlt sich einfach so an, als würde irgendwas nicht stimmen. Wo sind deine Freunde wirklich, warum hast du sie verlassen? Nur weil sie ihn nicht akzeptieren wollten?", sage ich ganz schön viele Dinge auf einmal, die mir spontan in den Kopf kommen.
Ich denke an Sugar. In meiner Magengegend kribbelt es.
"Ich weiß, was Liebe mit einem machen kann, aber man sollte nie sich selbst aufgeben. Und du musst zugeben, dass Nick wirklich etwas seltsam ist und...bist das tatsächlich du, was er aus dir machen will?"

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BeitragThema: Re: Mayflower's Past (Rayennes Zimmer)   Mi 12 Aug - 14:13

Ich habe das Gefühl , als könnte ich spüren, wie die Erde gerade dabei ist ,sich ein Stück fort zu bewegen. Mein Körper fühlt sich so entspannt und locker an ,wie schon lange nicht mehr. Die Anspannung fällt von mir ab. Immer mal wieder , schaue ich rüber zu Rayenne, die wie es scheint, total in ihrer Traumwelt abgedriftet ist. Ich schließe meine Augen erneut, und versuche an etwas schönes zu denken, wobei ich die Kette mit dem kleinen silbernen Hufeisen, die sich um meinen Hals befindet, berühren tue. Ich lächele kurz auf, doch schon nach kurzer Zeit, zieht sich alles in mir zusammen. Ich habe mich verloren. Habe mich selbst verletzt. Wieso nur habe ich das getan? Kurz denke ich an mein erstes Mal mit ihm zurück. War ich an dem Abend überhaupt Ich selbst? Immer noch kann ich seine strengen Hände an meinem Körper spüren. Die Blutergüsse und blauen Flecken, die sich immer noch unter meiner Kleidung befinden. Sein gieriger Blick, wie er meinen Körper betrachtet, als sei er ein einziges Stück Fleisch. In dieser Nacht habe ich erfahren, wie weit er wirklich gehen kann. Wollte ich mir damit selber etwas beweisen? Ich hatte ihn dazu gereizt, sein inneres Monster aus sich heraus zu lassen, und habe es einfach so über mich ergehen lassen. Vielleicht dachte ich ,dass sich dadurch die Ängste , die ich davor jahrelang in mich getragen hatte, da er jede Nacht in meinem Zimmer gekommen war, und diese Sachen gemacht hatte, sich danach in Luft auflösten? Das zweite Mal dagegen war anders. Doch ich weiß , es würde nicht lange dauern, bis....


Seine lüsternen Blicke, die er immer mal wieder anderen Frauen zuwirft, und er nur darauf warten würde , dass sie in seine Falle gehen würden. Glaube mir bitte, wenn ich dir sage das ich dieses Leben nicht für dich gewollt habe. Du hast immer noch die Chance auszusteigen,kommen mir seine Worte wieder in den Sinn. Der letzte Schritt , aus der Stadt hinaus. Und ab hier beginnt ein neues Kapitel. Mein letzter Blick zurück, der so wehtat, dass ich mich kaum getraut habe in diesem Augenblick etwas von mir zu geben. Katniss blitzt vor mir auf. Ich hätte dich so gerne beschützt vor ihnen. Die Umgebung in meinen Gedanken ändert sich. Feuer und Nebel. Die Feuershow. Der erste Kuss von mir und Vince. Nie werde ich erfahren , wie es gewesen wäre, wenn ich nicht mit ihm wegen Nick Schluss gemacht hätte. Immer wieder wechseln die Szenen in meinem Kopf, und ich kann meine Tränen schon kaum mehr zurückhalten. Lex ,der seine Frau Taisan besorgt,verzweifelt wütend und traurig mustert, da Nick ihr Schlimmes angetan hat.Plötzlich wird alles schwarz , und ich höre nur noch die Worte: Sally, wenn du solche Leute kennst. Dann gehe ihnen aus dem Weg! Komm schon, du hast Angst vor ihm. Ich öffne meine Augen und runzele nachdenklich die Stirn. Wer hatte das zu mir gesagt? Es muss entweder Katniss oder Vince, ja sogar vielleicht Amber gewesen sein, die ähnliches mal zu mir sagten. Sonst hatte ich kaum mit jemanden über Nick gesprochen .


Meine Gedankengänge werden unterbrochen , als Rayenne mich leise willkommen heißt. Ich drehe meinen Kopf zu ihr, der ebend noch zur Decke gerichtet war, und lächele leicht. Mit ruhiger Stimme , kommen die Fragen nur so aus ihr herrausgeschossen. Nick...er ist noch in einer der Zellen. Ich bemerke, dass ich mir im Moment gar keine Sorgen um ihn mache.Ob er überhaupt mein Freund wäre? Es ist wirklich nicht einfach, doch....Weißt du er ist nicht nur mein Freund. Nick ist auch mein Bruder. Adoptivbruder. Das Wort Freund kommt mir nur schwer über die Lippen. Mir kommt etwas in den Sinn. Wieso hatte er mir nicht schon früher gesagt, dass ich adoptiert war, wenn er es eigentlich die ganze Zeit wusste? Wollte er mich vor der Wahrheit schützen? Jetzt wo ich so darüber nachdenke, scheinen wir zwei eigentlich komplett Fremde zu sein, mit dem einen Unterschied, dass sie zusammen aufgewachsen sind. Und doch kennen wir uns nicht. Warum ich meine Freunde verlassen habe,wo sie sind? Sie habe das Gefühl, als würde irgendwas nicht stimmen. Still, lasse ich den Tränen freien Lauf, dennoch muss ich lächeln. Eigentlich habe ich mit Nick zusammen der Stadt den Rücken gekehrt, weil wir ein neues Leben anfangen wollten. Wenn du sagst, dass du merkst , dass etwas nicht stimmt , dann hast du vollkommen Recht. Er hat vielen Menschen wehgetan, um erhrlich zu sein... Hat er Frauen wehgetan. Ich werfe ihr einen Blick zu ,der ihr sagen soll, was ich damit meine. Sie wird mich jetzt sicherlich für verrückt halten, dass ,obwohl er diese Dinge getan hat, ich trotzdem mit ihm mit gegangen bin. Doch Rayenne sagt, dass sie wüsste, was Liebe aus einem Menschen machen kann, doch man darf sich dabei nicht selbst aufgeben. Liebe , wiederhole ich das Wort leise. Ich glaube ich weiß nicht mal genau was das ist. Wie sie sich anfühlt. So jedenfalls nicht, Sally . Das musst du dir langsam mal selbst eingestehen! Sie spricht weiter, dass Nick schon etwas seltsam ist, und ob das wirklich Ich bin , was er da aus mir machen will. Ihre Worte sind brutal ehrlich, und doch tut es so gut , das jemand den Nagel auf den Kopf trifft. Sie hat Recht! Das hier bist nicht Du! Auch wenn du deinen richtigen Weg noch nicht gefunden hast, dieser ist es ganz bestimmt nicht für dich. Kopfschüttelnd wandert mein Gesicht wieder zur Decke hoch.

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