The Tribe-RPG Forum | Nach der fünften Staffel | Über die ehemalige TV Serie „The Tribe - Eine Welt ohne Erwachsene“ und mehr! | Seit April 2012
 
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 Dachterasse

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Tai-San*
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BeitragThema: Re: Dachterasse   Mo 22 Sep - 17:48

Lex antwortet wie gedacht, nämlich das er riesen Hunger hat.
Dann streichelt er zärtlich mein Gesicht und küsst mich.
Ich lächel ihn erfreut an, als er dann meine Hand nimmt und mir mit zieht folge ich ihm einfach.

tbc: Flower Shop
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Amber*
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BeitragThema: Re: Dachterasse   So 14 Dez - 16:38

Cf: Globetrotters

Ich gehe vor und betrete die Dachterrasse als Erstes. Mittlerweile war es dunkel geworden und die Nacht über uns gekommen. Die Sterne so klar zu sehen wie schon lange nicht mehr. Ich habe mir aus meinem Zimmer noch meinen grünen Stoffmantel mitgenommen und angezogen und verschränke die Arme vor meiner Brust, denn ich friere leicht. Zumindest bilde ich mir das ein, obwohl es vermutlich eine Schutzhaltung von mir ist, um mich vor Bray's Worten standfester zu fühlen. Das ist mir aber nicht bewusst.
Ich sehe in den Himmel und drehe mich dann zu ihm um, während ich darauf warte, dass er das Gespräch beginnt. Die Spannung die in der Luft liegt ist für mich kaum erträglich und mein Herz galoppiert in meiner Brust wie ein Pferd, dass auf einer Rennstrecke zur Höchstleistung angetrieben wurde. Ich zittere, bis mir bewusst wird, dass es nicht die Kälte war, die mich zittern ließ.
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Bray*
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BeitragThema: Re: Dachterasse   So 14 Dez - 18:21

cf: Globetrotters

Die Dachterrasse ist ein ziemlich großer Ort auf der Mall. Hier oben will Lex mit Tai-San offensichtlich die Früchte anbauen, von denen er vorhin bei der Versammlung gesprochen hat. Im Sommer bekommen die Pflanzen hier garantiert genug Sonnenlicht ab, um gut gedeihen zu können.
Jetzt wo wir direkt unter ihm stehen, wirkt der Himmel noch viel mächtiger, kalter Wind wirbelt um uns herum, lässt einen frösteln. Wahrscheinlich hätte ich es wie Amber tun und noch eine andere Jacke anziehen sollen, aber erstens möchte ich nicht noch mehr Zeit verlieren und zudem habe ich nicht einmal etwas anderes zum Anziehen bis auf das, was ich aktuell trage. Mit den verschränkten Armen wirkt Amber nicht, als könnte sie es kaum erwarten, mit mir zu sprechen, aber ich hätte wohl auch nichts anderes erwarten dürfen. Nicht nachdem sie alles so lange aufgeschoben hat.
Selbst hat sie mir anscheinend nichts zu sagen, da sie darauf wartet, dass ich zuerst wieder rede. Vielleicht denkt sie sich auch, wenn ich sie schon darum bitte, soll ich auch gefälligst ein weiteres Mal den ersten Schritt tun, wenn sie mir eine Unterhaltung schon gewährt.
"Danke, dass du dir die Zeit nimmst. Bei allem, was sich gerade abspielt, hat das hier bestimmt eher...eine weniger hohe Priorität. Ich wollte dich nicht damit überfordern, so schnell nach meiner Wiederkunft erneut hier aufzutauchen und dir irgendwie so eine Pistole auf die Brust zu setzen, die dir Druck macht...diese Ungewissheit ist aber einfach nur die Hölle und auch..dass sich so viel verändert hat", spreche ich einfach alles aus, was mir in den Sinn kommt, ob es zusammenhängend ist oder nicht. Zum klaren Denken bin ich nicht wirklich im Stande.
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BeitragThema: Re: Dachterasse   So 14 Dez - 21:12

Ich zittere immer noch, obwohl mir bewusst ist, dass es die Nervosität und nicht die Kälte ist, die meinen Körper beben lässt. Doch auch Bray scheint zu frieren. Der frische Wind und der klare Himmel tun ihr übriges dazu. Immer noch stehe ich auf großem Abstand von ihm entfernt und ich fühle die Spannung zwischen uns, obwohl der Abend und die hereinbrechende Nacht so wunderschön sich uns präsentiert. Schon lange habe ich keinen so klaren Himmel mehr gesehen. Bray’s Worte brechen jedoch unser Schweigen und die Stille. Er bedankt sich, dass ich mir die Zeit nehme und fast schon ärgert es mich zu hören, dass er von mir denkt, ich würde dieses Gespräch der geringsten Priorität zuordnen. Natürlich, wir haben hier ganz andere Probleme, aber man weiß selbst, wie belastend manche Dinge sein konnten schon gar, wenn es die eigenen Gefühle betrifft. Ich nicke nur kurz, ohne verärgert zu wirken und die nächsten Worte, die aus seinem Mund kommen quälen nicht nur ihn, sondern sind für mich mindestens genauso belastend. Ich versuche meine Angst hinunterzuschlucken und auch wenn Bray behauptet, er wolle mir keinesfalls die Pistole auf die Brust oder mich unter Druck setzen, so fühlt es sich dennoch so an.
Ich brauche noch mehr Zeit und etwas Raum für mich, um mir meinen Gedanken bewusst zu werden und zu verarbeiten was in den letzten Tagen alles passiert ist, doch Bray zwingt mich dazu Antworten zu finden auf Fragen, die ich nicht zu beantworten wusste.
Ich weiß mir nicht anders zu helfen. „.. Ihr beide habt mir versprochen Zeit zu geben!“ erinnere ich ihn in ruhigen Tonfall nochmals daran.
Meine Haltung gibt meine Unsicherheit preis und auf meinem Gesicht erscheinen kleine Sorgenfalten zu den Augenringen. Meine Augen glitzern in Schein des Mondes, obwohl ich mich beherrsche. Ich tappe verunsichert an Ort und Stelle mit meinen Beinen, meine verschränkten Hände, wandern von den Unterarmen auf die Oberarme  und man sieht mir an, dass mir die Frage die ich Bray gleich stellen werde, großes Kopfzerbrechen bereitet. Ich habe sogar Angst sie auszusprechen, denn eigentlich ist Diese auch der Grund, warum ich ich Bray in den letzten Tagen meide und jedes mögliche, aufkommende Gespräch mit ihm erstickte.
„Was erwartest du von mir Bray?“ meine Stimme zittert, als sie letztendlich ausspreche was mir die größten Sorgen neben der Gesundheit von unserem Sohn bereitet. Ich fürchte mich vor seiner Antwort und instinktiv wende ich mich von ihm ab, da es mir schwer fällt ihn anzublicken. Ihn so traurig zu sehen erschüttert mich zu tiefste und ich fühle wie all die Emotionen hochkommen, die sich seit Bray’s Verschwinden bei der Geburt meines ersten Kindes in mir aufgestaut haben. Jede Einzeln strömt in mein Gedächtnis. Die Geburt von Bray jr. Bray selbst, Seine Worte, sein Lächeln, Seine Küsse… Vor allem die letzte Erinnerung an Bray drängt sich plötzlich in meinen Kopf, eine die ich nicht geglaubt hatte jemals wieder fühlen zu müssen: die Wehen setzten ein, ich kaum bei Kräften in einer kleinen Hütte am Waldrand, während man im Hintergrund das Rauschen von Flugzeugmotoren vernimmt. Ich habe starke Schmerzen und fühle wie Bray mich vorsichtig an sich zieht, meine nassgeschwitzte Haut die Seine vernimmt, während seine Angst um mich und das Baby nur zu deutlich in sein Gesicht geschrieben steht. Immer wieder tupft er meine Stirn mit einem Tuch ab und ich spüre seine Nähe, wie er mich immer wieder zu sich zieht und meinen Kopf streichelt. Die Geräusche von draußen verunsichern ihn, ich bin nicht in der Lage zu realisieren, was draußen passiert und ich rufe nach ihm, nachdem er immer wieder unsicher versucht herauszufinden, was draußen vor sich geht. Ich habe Angst. Angst um mein ungeborenes Kind, die Angst die Geburt nicht zu überleben. Ein letztes Mal läuft er zu mir, zieht mich zu sich und berührt meine Wange, bevor ich ihn aus den Augen verliere..
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BeitragThema: Re: Dachterasse   So 14 Dez - 22:17

Amber zittert ziemlich stark und ich weiß nicht, ob es wegen der Temepratur und dem Wind ist oder ob ihre Gefühle das machen. Die Wut auf sie, die ich vorhin verspürt habe, ist vorerst verstummt, aber ob sie zurückkehrt, hängt von der Entwicklung der Dinge ab. Wie Amber es empfindet, dass ich unser Gespräch als minder wichtig denn andere Dinge wahrnehme, zumindest aus ihrer Sicht, geht nicht klar aus ihrer Reaktion hervor. Vielleicht trifft es darum einfach zu.
Dass sie zwar zugestimmt hat, aber eigentlich dennoch nicht ganz freiwillig ist, zeigt sie, indem sie klarstellt, sowohl Jay als auch ich wollten ihr mehr Zeit geben.
"Das wollte ich immer noch. Aber dann hat Trudy ihrer Tochter von den Sorgen der Krankheit unseres Kindes erzählt. Und dass du mir nichts davon sagen wolltest. Und da..sollte ich einfach weiter auf Abstand bleiben?! Ich weiß nicht, wie du da fühlst, ob du unseren Sohn nach all den Jahren, die ich nicht da gewesen bin, überhaupt als den unseren wahrnimmst, oder ob ich bloß ein Teil deiner Vergangenheit bin, der plötzlich nicht mehr da war und...es..
Ich schaffe es nicht ganz, alles aus meinem Jopf herauszulassen. Da ist zu viel auf einmal. Dass Amber unruhig vor mir hin und herläuft, ihre Arme verschränkt sind und mir somit eine Abwehrhaltung signalisieren, macht es natürlich auch nicht besser. Schließlich spricht sie weiter, will von mir wissen, was ich von ihr erwarte. Und von vielen Dingen, die ich mir tatsächlich ausgemalt hatte, war diese Frage eine der überraschendsten, wenn sie auch ziemlich simpel war. Theoretisch zumindest.
Ich schüttele den Kopf.
"Was ich erwarte? Was glaubst du denn? Dass ich zurückkommen kann und alles ist wieder in Ordnung glaube ich natürlich auch nicht. Aber..es ist so ähnlich wie damals. Du warst auch schon einmal eine ganze Weile weg, ich musste damit zurechtkommen, dich bei dieser schrecklichen Explosion verloren zu haben und..dann in diesem Wald", bringe ich die Sprache auf die Situation, in der Dal und ich eigentlich nur zu den Ecos gewollt hatten und dabei Amber als ihre Anführerin Eagle wieder getroffen haben. Auch wenn wir danach wieder zusammengekommen sind, ist der Gedanke daran, dass sie geglaubt hat, wir hätten sie extra zurückgelassen, dass sie sich von Ebony hat diese Lügen einreden lassen und dann einfach aus unseren Leben verschwunden ist, immer noch schmerzhaft.
"Ich kann dir nicht vorwerfen, dass du dich wieder verliebt, eine weitere Familie gegründet hast. Wie solltest du nach allem, was die Technos angerichtet haben auch avon ausgehen können, dass ich wirklich noch lebe? Aber..es gab vielleicht Möglichkeiten..womöglich hättest du irgendwie etwas über mich herausfinden können, wenn ein Teil dieses Tribes sich so gewandelt hat und somit auch mehr Möglichkeiten da waren, um vermisste Menschen auszumachen. Ich weiß es nicht. Doch..vielleicht dachtest du ja auch, ich wäre abgehauen, um mich vor der Verantwortung unseres Kindes zu drücken...aber was ich erwarte...was kann ich denn erwarten? Fünf Jahre sind eine lange Zeit und das verstehe ich. Doch es ist, als hätte ich ein ganzes Leben verpasst, als wäre unser gemeinsames Früher in Wellington Lichtjahre weit weg..."
Ich drehe mich von ihr weg und schaue kurz auf die Silhouette der Stadt. Vage brennen in manchen der Häuser Lichter. Fast so wie vor dem Virus. Da ich ihr nicht dabei in die Augen sehen möchte, wenn sie mir mein Herz noch ein Stück mehr bricht, obwohl ich genau das wahrscheinlich tun sollte, damit ich die Gefühle dazu in ihren Augen in dieser Dunkelheit wenigstens halbwegs ausmachen könnte, bleibe ich so. Mein Herz pocht, als würde es jeden Moment zerspringen.
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BeitragThema: Re: Dachterasse   So 14 Dez - 23:24

Zitternd und mich an meinen Oberarmen festhaltend stehe ich noch vor ihm. Mein Rücken zu ihm gewandt.  Auch wenn ich ihn nicht anblicke, verschlinge ich jedes seiner Worte. Jeder einzelne Buchstabe durchdringt mich wie ein Pfeil, und ich war die Zielscheibe.
Bray's Stimme wird lauter und es klingt fast so, als wolle er sich verteidigen gegenüber einer Frage, auf die mir eine Antwort gebührte. Ich spüre den ganzen Zorn in ihm und anfangs wirft er mir vor, ihn nicht über die Krankheit unseres Sohnes informiert zu haben, doch das ist noch nicht alles. Er kennt überhaupt nicht die Gründe dafür, warum ich es ihm verschwiegen hatte und ich möchte mich gerade rechtfertigen als Bray noch einen drauf legt und tatsächlich behauptet, ich würde meinen Sohn nicht als den Unsrigen wahrnehmen. Ich schlucke und dieses Mal treffen mich seine Worte nicht mehr wie einen Pfeil sondern wie eine Bombe, die er nach mir geworfen hat. Treffsicher.
Ich halte die Luft an und in mir schnürt es die Kehle zu, als er diese Worte ausspricht.
"Wie kannst du es wagen zu behaupten, ich würde dich NUR als einen Teil meiner Vergangenheit ansehen?! Als jemanden, den ich bloß flüchtig getroffen habe?!" platzt es aus mir heraus und ich öffne meine verschränkten Arme und gehe 2 Schritte auf ihn zu. In meinen Augen glitzert die Wut und die Traurigkeit mir diese Vorwürfe anhören zu müssen.
"Wie kannst du nur so über mich denken! Du weißt NICHTS! NICHTS von dem, was ich und unser Sohn in den letzten Jahren durchgemacht haben! Und schon gar nicht kennst du die Gründe dafür, warum ich dir unseren Sohn nicht als halb TOT vorstellen wollte" in meiner Stimme kann man erkennen, dass ich den Tränen nahe bin, aber ich halte sie zurück. Mein ganzer Bauch und meine Organe ziehen sich zusammen. Mein Muskulatur verspannt sich und meine Hände ballen sich zu Fäusten als Bray weiter spricht und auf unsere gemeinsame Vergangenheit zu sprechen kommt. Er erwähnt die Ecos und meine Zeit als Eagle. Er stellt es so da, als wäre er damals der Einzige gewesen, der unter diesen gemeinen und fatalen Lügen von Eboney gelitten hätte und ich schaffe es nicht darauf einzugehen, denn Bray spricht weiter und was er mir dann an den Kopf wirft, bringt letztendlich die Bombe, welcher er eben noch nach mir geworfen hatte, zum Platzen. Seine Stimme erklingt laut und deutlich und er wird immer lauter. Er behauptet, ich habe nicht gut und intensiv genug nach ihm gesucht und hätte ihn finden können so fern ich es denn gewollt hätte.
"Es ist als, als würdest du mir die Schuld an etwas geben, über das ich selbst überhaupt keine Kontrolle hatte!" Du hast ja keine Ahnung darüber wie sehr ich nach dir gesucht habe. Wie viele Tränen ich um dich geweint habe und wie verdammt schwer es mir jeden Tag fällt in die Augen eines kleinen Jungen zu sehen, der mit jedem Blick nach seinem Vater kommt. Wie schwer es mir fällt, ihm immer wieder zu  erklären, dass sein Papa nicht mehr kommen wird, jeden... einzelnen... Tag!" zische ich durch meine Zähne und gebe fast schon zu viel von mir Preis. Dinge, die ich Bray eigentlich gar nicht wissen lassen wollte. Meine Stimme nimmt weinerliche Züge an, obwohl ich laut und deutlich spreche, schon fast mit ihm schreie.
Doch mit seinen Anschuldigungen bewegt er sich nicht nur um mich, sondern er spricht indirekt auch die Technos an und den Wandel von einigen Mitgliedern und auch wenn er es nicht direkt ausspricht, so weiß ich, dass er Jay damit meint.
Diese Genugtuung will ich Bray nicht lassen. Ich will seine bösen Behauptungen nicht auf mir sitzen lassen und sehe ihn eindringlich an. Mein Blick ist fest und zielsicher auf sein Abbild gewandt auch wenn er mich gerade nicht anblickt und nun doch eine Träne über meine Wange kullert. Schnell wische ich sie zur weg, um sie Bray nicht sehen zu lassen.
"Wie kannst du nur so etwas behaupten?! Denkst du wirklich so schlecht von mir Bray? Wie kannst du nur so blind sein?!" schreie ich und stehe heftig atmend und zitternd vor ihm.
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BeitragThema: Re: Dachterasse   Mo 15 Dez - 0:21

Auf alles gefasst lausche ich der Stille, die uns umgibt. Irgendwie taucht gerade jetzt die Sirene des Polizeiautos in meinem Gedächtnis auf, mit dem mein Bruder und seinm Tribe damals die Stadt unsicher gemacht haben. Power und Chaos, das scheint auch das Motto dieses Streits sein zu können. Denn als ich Ambers Worte erfasse, merke ich, dass ich einerseits etwas zu weit gegangen sein könnte, andererseits ist es genau das, was ich seit ich wieder da bin, empfunden habe. Außer durch Trudy habe ich mich von keinem willkommen gefühlt, eher als jemand, der da ist und für noch mehr Durcheinander sorgt, als ohnehin schon existiert.
"Ich wage es, weil es sich in den letzten Tagen genau so angefühlt hat! Nachdem ich wieder gekommen bin und nach einer langen Suche endlich die neue Mall gefunden habe, hat natürlich zuerst Lex mich begrüßt und das erste, was du in der Cafeteria gemacht hast, als ich sie betreten habe, war mich ansehen, als wäre ich nicht nur jemand, der verwundert, verwirrt oder was auch immer. Nein, es war Angst, Panik. Ich weiß es nicht. Aber keiner hat sich wirklich richtig gefreut, alle wollten nur wissen, warum ich überhaupt wieder da war, als wäre es ein Verbrechen, als wäre ich ein Stück in einer Produktion, das aussortiert worden ist und trotzdem seinen Weg zurück zu den anderen Sachen gefunden hat. Und dann..das Gespräch mit Jay. Wir haben uns normal unterhalten, klar, aber er hat sichergestellt, dass er nun da ist. Was sein gutes Recht ist, aber verdammt...!"
Ich kann mich nicht länger auf einer Stelle halten, gehe ein wenig am Rand des Gebäudes entlang. Wir sind draußen, aber erneut fühle ich mich gefangen. Also rede ich einfach weiter, um mich nach und nach zu befreien.
"Obwohl ich viele der Menschen hier von Beginn an des Tribes kenne, komme ich mir außen vor vor. Es gibt keinen Platz mehr, kein Grund, wegen dem ich bleiben sollte, ginge es bloß um den Tribe selbst. Ich fühle mich wie ein Fremder! Deshalb. Und als du mich dann vorhin noch zu dieser Suchaktion mitgeschickt hast...als wäre es selbstverständlich, während du genau wusstest, dass die Situation unseres Sohnes auch mich schwer beschäftigt und ich nur ungern zur Versammlung gegangen bin, da wurde das Gefühl noch stärker. Und glaubst du, ich finde es toll, nichts von der bisherigen Kindheit des Kleinen erlebt zu haben? Denkst du, es war schön, jeden Tag gefoltert zu werden von den Technos, nicht zu wissen, was mit euch nach meiner Entführung geschehen ist?! Und dann schaffe ich es zu fliehen, stets mit der Angst, wieder gefasst zu werden, es gelingt mir, die Mall und euch zu finden und...dann ist genau der Tribe, der so viel Leid verursacht hat, mit euch verbündet und du bist mit einem von ihnen zusammen...
Ich atme tief durch, Tränen von Wut und Trauer zugleich brennen in meinen Augen. Doch die Worte sind zu stark, wollen weiter heraus und ich muss das nun sagen, wenn ich es schon angefangen habe. Ich weiß, dass der Moment dafür nicht so schnell wieder da sein wird.
"Ich kenne ihn nicht, außer von den wenigen Tagen, in denen ich hier war und er scheint ein netter Mensch zu sein, aber der Schock zusammen mit den anderen Begebenheiten war einfach bloß..zerschmetternd. Genauso wie die Gewissheit, dass ich so wie die Dinge stehen, eine Familie vor mir habe, auf die ich kein Recht habe, wenn ich nicht eine andere zerstören will. Und Bray...halb tot?! Ich möchte trotz allem wissen, wenn es meinem Kind schlecht geht. Wäre dir lieber, es wäre tatsächlich so schlimm gewesen und ich hätte ihn niemals zu Gesicht bekommen können? Ohne dass ich auch nur einmal die Chance dazu bekommen habe, zu helfen?"
Als sie sich verteidigt, meint, sie hätte wohl nach mir gesucht und...dass sie unser Kind nach mir benannt hat zeugt davon, dass sie mich nie vergessen hat und ich ihr trotz allem noch wichtig war, muss ich mir Mühe geben zu sagen, es hat nicht gereicht. Auch wenn sie dafür nichts kann, ich das nicht von ihr erwarten kann. Die innere Stimme braut sich oft aber mehr zusammen als einem lieb ist.
Ich drehe mich wieder zu ihr, damit ich sie ansehen kann.
"Nein, ich gebe dir die Schuld an gar nichts. Ich bin froh, dass du wieder glücklich sein konntest, Halt gefunden hast. Ich will keinesfalls sagen, dass du für immer hättest allein bleiben und dein Leben lang um mich trauern sollen. Das würde ich niemals tun. Nur denkst du, ich hätte nicht gelitten? Es war eine Qual jede verdammte Minute zusätzlich zu allem anderen dieses schlechte Gewissen im Kopf zu haben, euch allein gelassen zu haben, euch nicht in diesem Farmhaus beschützt haben zu können."
Unruhig fahre ich mir durch die Haare, balle meine Hände so stark zu Fäusten, dass meine Fingernägel tief ins Fleisch drücken, um das auszuhalten. Ich muss mich irgendwie runterbringen, aber das wird nicht mehr so schnell gehen. Zu lang waren all die Jahre des Schweigens und Akzeptierens. Als Amber meint, sie würde unserem Sohn erklären müssen, sein Vater käme nie mehr wieder, fällt es mir schwer das zu glauben. Immerhin ist er auch noch nicht in einem Alter, in dem man solche Dinge schon richtig versteht und wenn Jay von Beginn an immer da gewesen sein sollte, wäre es kein Wunder, wenn Bray jr. nur ihn als Vater ansehen würde, weil er nie eine andere Person gewohnt war, sich mich gar nicht vorstellen kann.
"Du erklärst ihm, dass ich weg bin? Weiß er denn überhaupt, wer ich bin, wo er doch nie Kontakt zu mir hatte? Ich bin mir nicht sicher, ob er so etwas überhaupt..verinnerlichen kann, nicht bloß verwirrt ist oder es locker nimmt, weil jemand, der die Vaterrolle ausfüllt, eben doch da ist. Ich will dir nichts unterstellen, es ist nur...so schwer. Ich glaube nicht schlecht von dir, nur...was ist mit meiner Position? Mit meinen Gefühlen? Die ich wahrscheinlich für immer verschließen muss, weil jemand anderes ihren Platz eingenommen hat...", entgegne auch ich lauter, während ich bemerke, wie eine einzelne Träne ihren Weg über Ambers Wange bahnt. Ich würde sie am liebsten in den Arm nehmen, gleichzeitig fühle ich mich zu distanziert, zu weit weg von all dem, von der Vetrautheit, die das erlauben würde. Die Wut ist nun wieder voll da und ich brauche etwas, um sie außer mit Worten rauszulassen. Darum denke ich nicht großartig über die Folgen nach, hole aus und meine Hand trifft hart auf den Zaun, der hier oben dafür sorgt, dass man nicht vom Dach fallen kann. ICh spüre den physischen Schmerz, merke, wie etwas Blut sich kalt auf meiner Hand verteilt. Aber ich ignoriere es, weil es nicht wichtig ist, nicht schlimm. Im Gegenteil.
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BeitragThema: Re: Dachterasse   Mo 15 Dez - 19:43

Bray’s Anschuldigungen lasten schwer auf mir und meine Körperspannung scheint ähnlich der eines Holzbrettes. Auch wenn ich nicht erwartet hatte, dass unser Streit einem niederbrechendem Regiment meiner Hoffnungen und Träume ähneln würde, so fühlt es sich doch so an. Der Himmel über uns nimmt unsere Worte still lauschend auf, während wir beide die einzigen sind, die der Nacht die eigentliche Ruhe rauben. Bray läuft seitlich an der Absperrung der Dachterrasse entlang und ich beobachte jeden seiner Schritte genau.
„Ich dachte du wärst tot!“ brülle ich ihm entgegen und kann nicht verhindern, dass Tränen aus meinen Augen quillen, als er seine Gefühle schildert, im Bezug auf seine Anfunkt und das Wiedersehen mit uns Zurückgebliebenen. Sobald ich den Satz zu Ende gesprochen habe, fühle ich erneut jenen Schmerz, welchen Bray damals auch auf Eagle Mountain schon gespürt haben musste. „Denkst du, das dass was du in deinem Herzen fühlst ich nicht auch in Meinem spüre? Was erwartest du von mir Bray?“ wiederhole ich meine Frage, dieses mal lauter „…Das ich dir in die Arme springe, nachdem du vor mir stehst, obwohl ich dich für tot glaubte?“ als ich diesen Satz ausspreche komm ich mir ziemlich dämlich vor, denn erst jetzt begreife ich richtig, wie Bray es damals gegangen sein muss, als er mich bei den Ecos wieder gefunden hatte. Bis jetzt war ich der Überzeugung gewesen es verstanden zu haben wie er sich gefühlt haben musste, doch erst als mein Kopf mir vorschreibt, was ich ausspreche, scheine ich es erst richtig begriffen zu haben. Ich schlucke und für einen kurzen Moment schweigen wir beide und ich senke meinen Blick. Meine Tränen versuche ich aus meinem Gesicht zu wischen und obwohl ich nicht schluchze, kullern immer weiter Tränen aus meinen Augen.Doch lange Zeit hält unsere gemeinsame Stille nicht an. Bray’s Rage ist deutlich zu spüren. Die Luft explosiver und geladener denn je.
Auch ich durfte dieses unglaublich schreckliche Gefühl, einen liebenden Menschen zu verlieren, schon kennenlernen, welches Bray auf Eagle Mountain aushalten musste. Es fühlt sich so an, als würde einem der Boden unter den Füßen weggerissen, während jede Erinnerung dich zu überfluten droht und deine Träume und deine Hoffnungen einbrechen wie ein stumpfes Kartenhaus. Ich erinnere mich an die roten Buchstaben „D-E-L-E-T-E-D“ auf dem Foto von Bray, welches ich damals in dem alten Hauptquartier der Technos auf dem Bildschirm gesehen hatte. Sie hatten sich in meinen Kopf gebrannt, wie als hätte man meiner Seele mit einem Brandzeichen versehen. Kurz zuvor ein Hoffnungsfunkte, als sein Bild sich öffnete und Jay verkündete, er habe ihn gefunden… und dann… DIESE Buchstaben. Diese dicken, roten Buchstaben. Als ich Jay zu einer Erklärung zwang und er mir versicherte, es bedeutete, dass er tot sei, konnte man in meinem Gesicht erkennen, wie schwer mich dieses Nachricht getroffen hatte. Ich hielt Jay für den Schuldigen. Lange Zeit.
In mir tut sich eine große Leere auf und ich habe das Gefühl, dass Bray, der meine Gefühle, Ängste und Hoffnungen damals schon teilte, mich kein bisschen mehr wieder erkennt. Das was er mir an den Kopf wirft, übertrifft meine Vorstellungen von dem Mann dem ich einst mein Herz gegeben hatte.
Bray wusste nichts von den Strapazen und all meinen Sorgen und Ängsten und er hatte noch weniger Ahnung von Jay und wie schwer unser erster gemeinsamer und steiniger Weg überhaupt erst gewesen war, nachdem ich herausgefunden hatte, dass Bray „ausgelöscht“ worden war.
Jetzt erst gelingt es mir wieder sich auf seine Worte zu konzentrieren. Er fühlt sich fremd und er wirft mir vor ihn für die Suche von Katniss und Sally verpflichtend eingeteilt zu haben. Damit hatte er Recht und es fällt mir schwer seinen Blick auszuhalten, als er mir von seinen Sorgen über unser Kind berichtet, und ich das genau wusste. Ich kontere nicht, lasse ihn reden, denn damit sprach er nur die Wahrheit, auch wenn ich sie nicht hören wollte. Was dann kommt jedoch lastet auf mir, seit dem Tag an dem Bray aus meinem Leben verschwunden war. Bray erzählt von den Qualen die er durch die Technos erlitten hatte und die Angst um mich und die Angst um unseren kleinen Sohn, nicht einmal einen Tag in seinem, in unserem, Leben teilhaben zu können. Während die Worte nur so aus ihm heraussprudeln, laufen mir immer weiter unkontrolliert Tränen über mein Gesicht, während der Wind durch meine zerzauste Haare fährt. Ich spüre, wie er mit dem Finger auf mich zeigt und obwohl er versucht mir nicht die Schuld daran zu geben, fühle ich mich als schuldig. Noch viel mehr, als er nun versucht Jay damit hineinzuziehen und er feststellen musste, dass ich mit dem „Feind“ zusammen war. „Du weißt überhaupt nichts! und du kennst IHN kaum“ rufe ich und dieses Mal entkommt mir ein deutliches Schluchzen und meine Stimme überschlägt sich fast, als Bray selbst davon spricht ihn kaum zu kennen. Die Tatsache, dass ich diejenige war, die zwischen zwei Familien steht drückt mich in meinem Kopf zu Boden und schnüren mir die Luft ab, die ich zum Atmen brauche. Ich halte die Luft an und bemerke es nicht, bis Bray Teil 3 seines Vortrages zu Ende gesprochen hat. Erst als er nochmals unser Kind erwähnt und mich ernsthaft fragt, ob es mir lieber gewesen wäre ihm im Unwissen zu lassen, kann ich nicht anders, als ihm mit der Wahrheit zu antworten.
„Natürlich nicht! Aber was glaubst du, wie es dir gehen würde, wenn du ein kleines Kind wärst und ein dir fremder Mann dich plötzlich in den Arm nimmt und dich zwingt ihn kennenzulernen, obwohl du nicht einmal deine Augen richtig offen halten kannst!“ Meine Augen fixieren wieder die Seinen und im Schein des Mondes erkennt man die Spuren der Tränen, die sich bereits einen Weg über meine Wangen gebahnt hatten.
„Außerdem hätte ich es nicht ertragen, dich so traurig zu sehen!“ dringt es aus mir hervor und ich beiße mir auf die Lippen, ihm das gerade gesagt zu haben. Ich wolle, dass Bray unseren Junge lebendig kennenlernt. Sieht, wie sehr er nach ihm selbst kommt. Erkennt, dass es seine Augen waren, die täglich neugierig die Welt erkundeten und dass er schon das verkörperte, für das ich Bray liebte. Sein Glaube an das Gute im Menschen. Vermutlich lag es nicht an Bray jr. selbst, sondern daran, dass er ein Kind war. Ein Kind mit Träumen und Wünschen. So unbesorgt und lebensfroh. Doch ich attributiere diese Eigenschaften auch Bray zu, obwohl er diese Welt bereits besser kennt als ein Kind und weiß, dass es nicht nur Frieden hier gibt und er den Glaube an eine bessere Zukunft nicht aufgibt. Durch meinen kleinen Schatz fühle ich mich noch enger an ihn gebunden, auch wenn ich bis vor wenigen Tagen davon überzeugt gewesen bin, Bray niemals wieder zu sehen. Und jetzt steht er vor mir. So lebendig. So aufbrausend, so emotional. Und ich? Schweigsam und fast mit starrer Mine lausche ich jedem seiner quälenden Worte, mit wortlosen Tränen, die über meine Wangen laufen ....immer und immer wieder.
Bray verkündet, mir nicht die Schuld daran zu geben und ich glaube ihm nicht, als er mir versichert froh darüber zu sein, dass ich wieder glücklich war. Ich kenne seine Qualen nicht, aber mein Kopf erklärt mir, dass Bray von mir denkt, ich würde nicht durch ähnliche Qualen gegangen sein. Die Virtuelle Welt scheint er erst gar nicht zu kennen und meine vergebliche Suche nach ihm auch nicht. Wieder drängt sich das Szenario von der Geburt unseres Kindes in meinen Kopf… Jede seine Berührungen fühle ich fast auf meiner Haut, als Bray über das Farmhaus spricht.
„Hör auf damit!“ schreie ich dann und halte mir die Ohren zu. Ich will nicht hören, wie schwer er gelitten hatte und seine Ängste und Sorgen immer und immer hören. Dachte Bray, dass es mir anders ging?? Auch ich habe diese Gedanken,.. nur sie aus seinem Mund zu hören, brechen mir das Herz und gerade auch meine Beherrschung. Die Anschuldigungen die er mir an den Kopf knallt quälen meine Seele. Als Bray dann nochmals Zweifel mir gegenüber aufbringt, ich würde unserem mittlerweile 3 Jahre alten Sohn nicht von ihm Erzählen reißt meine Beherrschung endgültig.
„Was denkst du eigentlich Bray?!“ fauche ich und gehe nun ein paar Schritte wieder auf ihn zu und stehe nun vor ihm. In meinen Augen glitzert die Wut; umhüllt von einen langen Mantel aus Sorgen.
„Du denkst alles zu wissen und in Wirklichkeit hast du überhaupt keine Ahnung von Allem! Bray jr. kennt dich! Ich habe ihm genug oft von Dir erzählt.“ zische ich. „.. wenn du es genau wissen willst, jeden Abend bevor er ins Bett geht!“ an meiner Stimme kann man erkennen, wie schlecht es mir gerade geht und mein Herz im Galopp still vor sich dahinjaget während ich weiter spreche.
„Auch wenn Jay jeden Tag an unserer Seite ist, so weiß er doch, dass sein Papa ein andere ist!“ Bray glaubt mir kein Wort, ich spüre es in seinem Blick. Sein Blick ist starr und auch er wagt es nicht mich bei jedem Wort anzublicken.
„Bray jr. ist keine Monate mehr alt! Er ist schlau, so unglaublich klug für sein Alter. Er weiß alles ganz genau!“ Eine Träne nach der anderen drückt sich aus meinen Augen und ich muss daran denken, dass Jay tatsächlich wie ein Vater für ihn ist, jedoch nennt Bray jr. ihn bei seinem Vornamen anstatt Papa zu sagen. Ich wollte das so und es schien für mich, noch für Jay oder unseren Sohn ein Problem zu sein. Jedoch Bray gibt mir nun das Gefühl, ich würde unseren Sohn fern von der Person halten, die ihn gezeugt hatte. Unweigerlich  muss ich an jene Nacht denken, in der Bray und ich bei den Ecos wieder zueinander gefunden hatten, während ich Bray’s weitere Worte kaum noch wahrnehme: Es war Nacht und ein Gewitter lag über der Stadt während weder ich noch Bray ruhe fanden. Ich konnte nicht schlafen, zu sehr hingen meine Gedanken an Bray, welchen ich niemals wieder sehen wollte nachdem was Ebony mir alles erzählt hatte. .. und dann war er plötzlich wieder hier.. Vor mir, lebendig.. Mir seine Gefühle erklärend. Ich konnte nicht anders in dieser Nacht; ich musste mit ihm sprechen, mit ihm reden… So stand ich Nachts auf, um nach ihm zu sehen. Zu meiner Überraschung war er wach, konnte ebenso wenig schlafen wie ich. Auch wenn seine Augen geschlossen blieben, so drehte er sich unruhig hin und her. Ich tappte in sein Zimmer, setzte mich an sein Bett, ehe er mich richtig bemerkte. Sein fragender und sorgenerfüllter Blick durchdrang mich und ich öffnete die Lippen, um ihm zu erklären warum ich gekommen war… doch Bray schien zu erkennen, dass ich nicht in der Lage war zu antworten… Anstatt dessen setzte er sich auf und näherte sich langsam um mir vorsichtig einen Kuss auf meine Lippen zu hauchen, die nicht fähig waren, irgendetwas auszusprechen, was ich bereit war zu erklären…  Sanft berührten sich unsere Lippen ein weiteres Mal, ehe Bray mich langsam zu sich zog und wir die Nähe teilten, die wir beide glaubten niemals wieder zu finden.
Erst Bray’s Schlag mit der Faust gegen die Absperrung auf der Dachterrasse, die gleichzeitig ein Teil der Hauswand war, rüttelte mich aus meinen Gedanken. Sein Handeln macht mir angst und ich sehe seine Hand, wie das warme Blut über seine kalte, Haut läuft. Er zittert und auch ich bin von meinen Gefühlen wie gelähmt…
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Bray*
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BeitragThema: Re: Dachterasse   Mo 15 Dez - 22:40

Das Blut rinnt noch immer unaufhaltsam meine Hand hinab, fühlt sich kühl an, wobei es doch warm sein sollte. Vielleicht liegt das an dem Wind, den kalten Temperaturen hier draußen oder...einfach daran, dass ich mich mit jeder Minute leerer fühle. Da gibt es noch so viele Dinge, die ich sagen möchte, aber andererseits ist das, was wir hier haben nicht das, was ich wollte. Ich war wütend ja, bin es noch, auch wenn meine pochende Hand, der Schlag gegen etwas, das leblos ist, keine Emotionen hat, für ziemliche Erleichterung gesorgt hat. Aber ich hatte nie vor, Amber wirklich zum Weinen zu bringen, sie zu verletzen. Schon gar nicht, weil ich sehr wohl glaube oder es zumindest hoffe, dass ich nicht der einzige bin, der viel durchstanden hat und dem die ganze Entwickling wehtut. Keinesfalls. Was ich will, spielt hingegen schon lange keine Rolle mehr, denn als Amber wieder das Argument hervorbringt, nach dem sie geglaubt habe, ich wäre nicht mehr am Leben, wird mir schwindelig. Es ist, als hätte sie damit die Zeit zurückgedreht, bis zu dem Tag hin, an dem wir in einer Gruppe von Mall Rats nach Eagle Mountain gegangen sind, um hinter das Geheimnis des Virus zu kommen. Im einen Moment stehen wir noch inmitten des Raumes mit den vielen Computern, im anderen springt die Szene über zu dem Punkt, als Rauch uns umhüllt, man die eigene Hand nicht vor Augen sieht und jeden Moment damit rechnet, zu ersticken. Mit jedem Einatmen protestieren die Lungen gegen den giftigen Nebel, sie ziehen sich zusammen, bringen mich zum Husten. Und ich lausche darauf, ob die anderen ebenfalls noch hier sind. Erinnere mich an die Augenblicke vorher, den Streit, den Amber und ich damals noch gehabt haben, als ich mal wieder weglaufen wollte, so versucht habe, verschwinden zu können, ohne jemandem mit Worten wehtun zu müssen. Dass genau dies der falsche Weg war, wusste ich, dennoch war es schwer, anders zu handeln. Und gerade Lex hat uns beiden ins Gewissen geredet, uns davon abgehalten, ziemlich schwerwiegend zu handeln. Dann dieser Satellit am Himmel, wir alle wieder zurück im Gebäude, diese komische Sprache. Der Alarm. Die Explosion. Und nun war ich hier, suchte nach Amber und versuchte zu begreifen, was genau schief gelaufen war. Bis die Schwärze mich einhüllte.
"Das dachte ich auch damals nach dieser verdammten Explosion! Hier drin war nichts mehr übrig außer unedlicher Schmerz und Leere", erwidere ich, deute dabei auf mein Herz und hinterlasse unabsichtlich einen blutigen Handabdruck auf meinem Shirt. "Ich hatte dich gerade wiedergewonnen, wir hatten uns wiedergefunden und dann das." Ich fange erneut an zu laufen, auf dem Boden bildet siche eine Spur aus dunklen Tropfen. Denke daran, wie auch die anderen und Dal gelitten haben, nachdem ein wichtiger Mensch wie Amber einfach nicht mehr da war. Dazu noch der weitere Verlust von Zandra, die von Lex schwanger gewesen war. Wir waren danach alle nicht mehr wie zuvor. Nur die Konzentration auf die Bekämpfung des wieder ausgebrochenen Virus hat für etwas Ablenkung gesorgt. Dann springen meine Gedanken zurück ins Lager der Ecos. Zu dem Moment, als auf diesem Baumhaus auf einmal Amber wieder vor uns stand.
"Nach der Explosion konnte nicht mal mehr eine Hoffnung darauf entstehen, dass du oder Zandra es überlebt habt...und dann standes du damals einfach wieder vor uns und...das als Anführerin eines anderen Tribes, der aber gar nicht so weit von der Stadt entfernt gewesen ist. Du hattest eine Wahl, du hättest die Gelegenheit gehabt, zu uns zu kommen, wenigstens ein Lebenszeichen zu schicken, statt uns alle im Glauben zu lassen, du seist für immer von uns gegangen!" Die Worte kommen, ohne dass ich sie noch klaren Verstandes kontrollieren könnte. Sie sind wie Wasser, das unaufhaltsam wegfließt, nachdem ein Stöpsel gezogen worden ist.
"Es war ebenfalls ein Schock, dich wiederzusehen. Aber bloß, weil du weiterhin gelebt hast, ohne dass wir daran teilhaben konnten..ohne dass ich dich wiedersehen konnte. Du hast uns alle einfach abgehakt und zurückgelassen. Und nur wegen Ebony, dieser Schlange! Aber ich bin damals nicht wie so oft weggelaufen. Ich bin da geblieben, statt dich anzustarren wie einen Geist und dir dann den Rücken zu kehren. Nachdem du uns gleich wieder loswerden wolltest, wie ungeliebte zugelaufene Fremde, die eine Gefahr für euer Camp darstellten! Wenn es nach dir gegangen wäre, hätten wir uns nie wieder gesehen und das aufgrund deiner eigenen Entscheidung!" Es ist unglaublich, wie lebendig Geschehnisse sich in einem verankern, sind sie so prägend wie dieses. Genauso wie Worte, die wie Pfeile in einen übergehen. Für wen hält Amber mich, als sie den Kommenta mit dem In-die-Arme-springen abgibt?! Für einen dieser Märchenprinzen, die glauben, ihnen liege die ganze Weilt zu Füßen? Womöglich mag es oft so wirken, aber als einen solchen habe ich mich nie angesehen. Im Gegenteil. Denn stetig verfolgte mich wegen dem was ich war ein schlechtes Gewissen, da ich damit automatisch einen Schatten auf meinen kleinen Bruder warf, ohne zu wissen, wie ich es verhindern konnte.
Amber fragt ständig, was ich von ihr denken würde, dabei könnte ich diese Frage ebenso an sie stellen. Ich schüttele den Kopf.
"Nein, aber irgendwie anders reagieren als zu flüchten wie als wäre ich ein Monster, vor dem man sich vestecken muss!"
Sie scheint sich ebenfalls an etwas zu erinnern, denn für eine kleine Weile wirkt sie in Gedanken, ihre Tränen rinnen hingegen unaufhaltsam weiter, genauso wie mein Blut. Ihr nächster Satz ist nur ein einziger zur Verteidigung ihres Freundes, des Mannes, den sie nun liebt, doch außer zu sagen, wie wenig ich ihn kennen würde, kommt kein Wort über ihre Lippen, das ihre Empfindungen ihm gegenüber offenbart. Keine Erwähnung von seinen individuellen Eigenschaften...
Zu unserem Kind hat sie dagegen mehr zu äußern. Es schürt wieder die Wut in mir, mein Herz klopft wieder schneller, lässt das Blut rauschen. Weil ich ihr bei dem, was ich als nächstes zu sagen habe, in die Augen schauen möchte, komme ich Amber wieder näher, fast so nah, wie vorhin, als sie mit dem kleinen Bray zu mir gekommen ist.
"Ihn zwingen, mich kennen zu lernen? Ein fremder Mensch? Kapierst du nun, warum ich mich nicht mehr dazugehörig fühle? Weil zumindest Zweiteres es voll auf den Punkt trifft. Selbst wenn du ihm von mir erzählst...das kann passieren so oft es will, es ist nur nicht echt, wenn er es nicht mit mir verbindet. Sein Vater ist für ihn, wenn es nicht Jay ist, jemand im Himmel. Eine Person aus Geschichten und nicht ich. Und mir ist klar, dass es lange dauern wird, bis er begreifen kann, dass ich doch da bin. Dass ich der Vater aus allem bin, was du ihm jemals gesagt hast, was auch immer es war. Doch das ist nicht, was die größte Wunde in meinem Herzen bildet, denn unser Sohn ist ein Kind..." Flüchtig blicke ich wieder zur Stadt, anschließend zu Amber zurück, versuche aus ihrem Gesicht etwas herauszulesen, das mir Mut machen könnte. Mit einer Hand fange ich eine Träne auf, die grade wieder aus einem ihrer Augen rollt, weiß, dass ich damit womöglich eine Grenze überschreite. Es passiert jedoch schon, ehe ich es verhindern kann. Da es meine verletzte Hand ist, hinterlässt mein Zeigefinger eine leichte Blutspur auf ihrem Gesicht.
"Was noch schlimmer schmerzt, ist dass du mir den Wunsch zur Nähe zu meinem Kind und der Frau, die ich liebe, zum Vorwurf machst, ja es sogar als gewollten Zwang betrachtest. Und dass du deine Ohren vor dem verschließt, was ich zu sagen habe, es nicht hören möchtest...", flüstere ich zu Ende. Dann lasse ich von ihr ab, drehe mich weg und gehe quer über die ganze Terrasse. Ich brauche Abstand, obwohl meine Hand sowohl von der Verletzung als auch vielmehr von der Berührung kribbelt.
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BeitragThema: Re: Dachterasse   Di 16 Dez - 13:43

cf: Dachterasse

Ich stehe leicht schräg zu den beiden und keiner scheint mich zunächst zu bemerken. Bray steht ganz dicht bei Amber und wischt ihr eine Träne aus dem Gesicht. Seine Finger hinterlassen einen kleinen Streifen Blut auf ihrem Gesicht und einen Moment warte ich darauf, dass er sie an sich zieht und sie küsst. Doch Bray geht auf Abstand und wendet sich der Stadt zu. Sie haben mich immer noch nicht bemerkt und er spricht einfach weiter. Seine Worte jedoch sind wie Messerschnitte, denn nur ein Dummkopf würde nicht heraus hören, dass er sie immer noch liebt. Auch wenn Amber mich bereits kurz nach Brays Auftauchen versichert hat, dass sie zu mir steht und es eben in der Cafeteria getan hat weiß ich nicht, wie viel wert ihre Worte im Angesicht von Brays Geständnis noch haben. Da ich weiß, dass sie Bray sehr geliebt hat und ich nicht sicher sein kann wie viel von den alten Gefühlen in ihr noch schlummern und nur darauf warten geweckt zu werden. Wut, Angst und Zweifel machen sich in mir breit und ich frage mich wieder einmal, ob ich gegen Bray überhaupt eine reelle Chance habe oder ob bereits der Kampf nicht schon verloren ist. Aber selbst wenn dem so sein sollte und ich keine Chance habe, werde ich nicht kampflos aufgeben. Wie könnte ich auch? Immerhin geht es hier nicht nur um Bray jr. sondern auch um meinen Sohn Caleb. Ich habe genauso ein Recht auf Mitsprache, wie die beiden anderen. Es geht hier um unsere Kinder. Da die beiden mich noch nicht bemerkt haben bleibt mir ein wenig Zeit um meine Worte mit denen ich mich in das Gespräch der beiden einmische, genau abzuwägen. Ich weiß, dass es nichts bringt, wenn ich mit Vorwürfen anfange, dass die beiden mich ausgeschlossen haben, denn es ist ihr gutes Recht. Es wäre genauso ungünstig meine Ängste zu zeigen, aber genauso falsch wäre es, wenn ich auf Angriff schalte. Immerhin muss eine Lösung gefunden werden, eine Lösung mit der erst einmal alle klar kommen. Natürlich bilde ich mir nicht ein, dass alle hier zufrieden aus dem Gespräch gehen werden, doch es wurden schon genug Tränen vergossen, zumindest wenn man Amber ansieht und genug Blut war Bray betrifft. Ich bin hin und her gerissen zwischen Vernunft und Gefühlschaos und ich weiß nicht ob meine Anwesenheit nicht vielleicht alles viel schlimmer machen wird. Ich schließe meine Jacke und gehe zu den beiden hinüber.

"Ich kann dir die Zeit nicht zurück geben, die ich mit deinem Sohn verbringen konnte, während du ein Gefangener der Technos warst. Ich kann mich nur dafür entschuldigen, was dir wiederfahren ist, auch wenn ich nicht direkt etwas dafür kann." ich habe mich dafür entschieden erst einmal zu versuchen Frieden mit Bray zu schließen, ob das klappt und ob er mir glauben wird, das kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, aber es ist ein Versuch wert. Meine Stimme ist ruhig und gefasst - ein krasser Kontrast zu dem wie es in mir aussieht, aber das habe ich bei den Technos gelernt. Wenn es sein muss, kann ich meine Gefühle einfach für einen Moment ausschalten, um klarer denken zu können. "Ich weiß nicht wie es in dir aussieht, ich kann es mir nur vorstellen, in dem ich mir vorstelle, wie es wäre, wenn du an meiner Stelle wärst und ich Caleb nicht aufwachsen sehen könnte." versuche ich Bray zumindest zu erklären, dass ich auch versuche seinen Standpunkt zu sehen, den Standpunkt eines verletzen Vaters, der die ersten Jahre im Leben seines Sohnes verpasst hat. "Aber ich kann Amber verstehen, wie es für sie war als sie erfuhr, dass die Technos dich ausgelöscht hatten. Zumindest war es das, was ich über dich in Erfahrung bringen konnte. Ich weiß genau wie es ist, wenn man einen geliebten Menschen auf dieser Liste entdeckt, denn mein Bruder war ebenfalls ein Kandidat auf dieser Liste und ich weiß wie es Amber damals ergangen ist und ich fühlte und fühle mich schuldig, auch wenn ich es nicht war, der dich von ihr getrennt hat. Aber ich trage einen Teil der Schuld, denn ich habe die Technos unterstützt, weil ich glaubte etwas Gutes zu tun." ich will Amber nicht das Gefühl geben mich auf Brays Seite zu stellen. Aber ich kann mich nicht auf ihre Seite stellen, solange ich nicht weiß wo sie überhaupt steht und nicht einmal sicher bin ob sie es überhaupt selbst weiß.

"Gerne würde ich all die schrecklichen Dinge rückgängig machen, die auch ich im Namen der Technos getan habe. Aber ich kann es nicht. Denn bei all den technischen Dingen, die die Technos vielleicht ihr eigen nennen ist keine Zeitreisemaschine dabei, die das möglich macht. Ich kann nur jeden Tag versuchen nicht dieselben Fehler noch einmal zu machen, ich kann nur jeden Tag versuchen, das was passiert ist, durch andere Taten ein Stück weit wieder gut zu machen. Sei es dadurch, dass wir andere Tribes in ihrem Kampf gegen die alltäglichen Ungerechtigkeiten, egal ob sie durch die Technos oder andere Menschen verursacht werden, zu unterstützen oder in dem ich versuche unseren Kindern beizubringen, was es heißt gerecht zu sein."
ich sehe Amber an und versuche in ihrem Gesicht zu lesen, aber es gelingt mir nicht so recht. Wieder blicke ich zu Bray. "Es mag sein, dass du mich für etwas hasst, das ich schon lange nicht mehr bin. Es ist dein gutes Recht und ich verurteile dich nicht dafür. Denn ich weiß nicht, was ich an deiner Stelle tun würde, wenn ich feststellen muss, dass ein Mann an der Seite meiner Liebsten steht, der das Zeichen auf seiner Stirn trägt das das Leid symbolisiert, das ich in den letzten Jahren ertragen musste." Ich muss einmal schlucken und fahre dann fort. "Bray, ich werde dir sicher nicht im Weg stehen, wenn du deinen Sohn kennen lernen willst, dazu habe ich kein recht." mein Blick wechselt zwischen Amber und Bray hin und her. Wie gerne würde ich wissen, was in den Köpfen der beiden gerade vor sich geht.

"Aber ich kann nicht einfach beiseitetreten und so tun als wären die letzten beiden Jahre nichts passiert. Ich bin nun Teil der Mall Rats. Genauso wie du einst Teil der Mall Rats warst und es immer noch bist, auch wenn es sich im Moment für dich vielleicht nicht so anfühlt. Ich denke wir müssen alle erst unseren Platz in der neuen Situation finden."
ich beende meinen Monolog, um den anderen Raum und Zeit zu geben um darüber nachzudenken und sich dazu zu äußern. Auch wenn ich nach außen hin vielleicht ruhig und gefasster wirke als die beiden, in meinem Inneren fahren meine Gefühle Achterbahn der ganz üblen Sorte. Die Angst Amber an Bray zu verlieren schnürt mir fast die Luft ab. Die Enttäuschung darüber, dass sie zuerst mit Bray spricht, anstatt mit mir, dem Mann mit dem sie im Moment zusammen ist, quetscht schmerzhaft mein Herz zusammen, die Liebe zu Amber und das Bedürfnis sie einfach in meine Arme zu schließen ist allerdings das Gefühl, das alle anderen überwiegt und mir gelingt es kaum diesem Drang nachzugeben. Alleine die Tatsache, dass noch so vieles ungeklärt ist, hält mich zurück diesem Drang nachzugeben.
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BeitragThema: Re: Dachterasse   Mi 17 Dez - 0:12



-Veränderungen. Egal, ob wir sie mögen oder nicht. Wir haben immer Angst davor.. Einen gewissen Respekt und wir vermögen es nie sie nicht aufhalten. Entweder passen wir uns den Veränderungen an oder wir bleiben zurück. Es tut weh zu wachsen. Wer sagt, es wäre nicht so, der lügt.-

Ein Gefühl von Frust und Enttäuschung durchfährt mich. Ich bemerke, dass es schon längst nicht mehr um uns oder unseren Sohn geht. Es war viel mehr als das. Emotionen und Spannungen die sich in den letzten Jahren in uns aufgestaut hatten und nie wirklich zum Vorschein kommen durften. Ich beobachte Bray ganz genau. Eine Spur aus Blutstropfen folgt seinem unruhigen hin und her Gelaufe. Sein Blick stier nach vorne und ab und zu auf mich gewandt. Ich versuche stark zu sein, obwohl ich weiß, dass meine Gefühle längst die Rationalität in mir drin erstickt haben. Eiskalt.
Es gibt gewisse Ereignisse in jedem Leben, die die eigene kleine Welt und das Schwerkraftzentrum des eigenen Sonnensystems außer Gefecht setzten, als gäbe es einen Schalter, welchen man nur zu bedienen brauchte,... Leider lässt dieser sich nur einmal betätigen... und dann ist es passiert und es gibt kein erdenkliches zurück mehr…
Das Rationale, völlig Logische und auch zugleich auch Offensichtliche, ist für das Emotionale in mir gerade völlig unsichtbar. Ich kann nicht anders und bemerke, die beiden Seelen, die sich in meinem Körper heimisch fühlen und dort ihr Lager aufgeschlagen hatten und seit kurzer Zeit nicht den Frieden erreichen, der die innerliche Harmonie in mir selbst ausmacht. Seine Worte fühlen sich mittlerweile nicht mehr nur Pfeile an, die gelegentlich auf ihr Ziel trafen, nein, es waren Messerstiche. Jedes bittere Wort versetzte meinem Herzen einen bitteren Stich ohne Blut zu vergießen. Doch Bray sprich nicht von den Geschehnissen in den letzten Tagen, sondern von dem, was vor Jahren passiert ist. Eagle Mountain. Ein Ort an welchen ich mich nicht gerne zurück erinnere und so gut verdrängt habe, wie es nur eben ging. Wie er davon spricht scheinen wir beide für einen Moment das selbe zu fühlen und zu denken: Beißender Rauch der uns die Luft zum Atmen nimmt. Die Sich längst verloren gegangen… Feuer… Schreie,… alle laufen in eine Richtung nur ich kann mich nicht mehr auf den Beinen halten und werde ohnmächtig.
Seine Worte brennen auf meiner empfindlichen Seele als er erwähnt, dass ich mich gegen den Tribe, gegen ihn und gegen all Jene entschieden hatte, als die Katastrophe auf dem Berg passierte. Es war alleine meine Entscheidung gewesen und Bray lässt mich spüren, dass er dieses Erlebnis nie wirklich verarbeitet hat und auch ich nicht, wenn ich ehrlich zu mir selbst war. Doch im Endeffekt steckte auch ein Grund dahinter, weswegen ich sang und klanglos verschwunden war. Auch ich empfinde in diesem Moment seine ausgesprochenen Worte als schmerzhaft, denn auch ich hatte ihn damals verloren und auch wenn ich es war, die damals diese Entscheidung getroffen hatte, so hatte niemand meiner Freunde sich tatsächlich von meinem Tod vergewissert. Keiner von ihnen hat es gewagt nur nach meiner vermutlich, vergrabenen menschlichen Hülle zu sehen, obwohl ich davon ausgehe, dass man sich nach so einem Ereignis die Sicherheit haben möchte, dass es tatsächlich passiert ist.
„Letztendlich hat es trotzdem niemanden von euch gekümmert, dass ich nicht unter diesem Haufen von Steinen lag, die ich selbst als mein Grab wieder erkennen musste! Niemand von euch hat nachgesehen, ob ich tatsächlich dort unten liege. Ihr hättet es gemerkt und es hat keinen gekümmert, was Ebony euch erzählt hatte. „Das sie sowohl euch alle damit angelogen hat und auch mich,….“ ich unterbreche den Satz und sehe zu Boden. Ein Gefühl des Hasses steigt in mir hoch und ich bestaune abermals die Bösartigkeit von einem Mädchen, dass zur Zeit vor dem Ausbruch des Virus, ein anständiges Leben geführt hatte. Ich balle die Fäuste und Leere umhüllt mich gefolgt von einem tiefen Schatten der Traurigkeit und Enttäuschung.
Enttäuschung von damals und heute vermischen sich in einem großen Pool aus bitteren Gefühlen. Doch als ich glaube nicht mehr tiefer sinken zu können, zieht Bray noch eine weitere Erinnerung aus seinen Taschen. Eine genauso wenig erfreuliche. Die Ecos und das erste Wiedersehen. War unser gemeiner Lebensweg wirklich nur dafür vorgesehen um unsere Liebe zu erkennen, sie zu zerstören, sie wiederzufinden und sie abermals zu zerstören und nochmals zu finden? Ich weiß nicht, was uns bevor steht und auch Bray scheint es in diesem Moment genauso wenig zu wissen wie ich. Wir führen die selbe Diskussion wie schon damals im Baumhaus bei den Ecos und es fühlt sich an, als würden unsere Gedanken sich im Kreis drehen;… nur mit Jahren Verzögerung. Ein Dejavú. Auch hier höre ich aus seinen Worten heraus, dass er meine Entscheidungen alles andere damals in Ordnung gefunden hat. Auch hier war ich Schuld für meine Entscheidungen, aber ich hatte Gründe und obwohl Bray dieses damals schon von mir zu hören bekommen hatte und sie eigentlich kennt, scheint es als hätte er alles was ich in an diesem Abend erzählt hatte, vergessen. Es fühlt sich ohnehin in diesem Moment grausam genug an diese Erinnerungen in meinen Kopf zu lassen.
„Du kennst die Gründe dafür, Bray! Du weißt, was ich dir damals gesagt habe und du wusstest warum ich so entschieden hatte! Warum weißt du es jetzt bloß nicht mehr? .. Wo du doch Ebony gut genug kennst!“ bittere Tränen quellen lautlos aus meinen Augen, während meine Stimme ernst und fest klingt. In Wirklichkeit drohe ich fast umzufallen, da ich das Gefühl habe den Boden unter den Füßen zu verlieren. Doch Bray scheint es mit seinen Worten nicht zu bemerken und bohrt weiter in frisch aufgerissenen Wunden, indem er seine Präsenz versichert. Damals sei er schließlich nicht weggelaufen, aber ich… Doch auch ich kenne die Seite an Bray, die ihn vor all den schrecklichen Ereignissen immer wieder aus unserem Tribe, weg von mir, weg von unserer Freunden getrieben hat. Doch ich will nicht noch etwas Salz auspacken und es in unsere bereits weit aufgerissenen und klaffenden Wunden streuen. Es schmerzt ohnehin, mit oder ohne Salz. Das schlechte Gewissen kehrt jedoch wieder zurück und Bray Worte durchlöchern mich weiter. Schöne Erinnerungen rücken in die Ferne und auch ich fühle mich so fern von ihm, wo mein Herz doch auch tatsächlich noch etwas fühlte, was einem Gefühl von Liebe ähnelte. Was war es, dass in mir nicht weiter vordrang? Welches Gefühl? Oder war es der Kummer, der den Funken Vertrautheit zu ersticken drohte?
Bray spricht weiter und kritisiert mein Verhalten von ihm davon zu laufen. Ich weiß, dass es nicht die beste Eigenschaft und Können von mir ist sich seinen Gefühlen zu stellen, so dass ich nicht genau benennen kann, warum ich so agiere.
Schnell kommen wir jedoch auf einen Punkt zu sprechen, mit dem Bray meinen tiefsten Träumen und Hoffnungen den Wind aus meinen Segeln nimmt. Bray jr. Während ich still seinen Worten lausche von einer Vaterfigur, die im Himmel lebt, begreife ich wie sinnlos mir meine Erzählungen vorkommen. Er war ein kleiner Junge und ich eine Mutter, die von dem besten Vater aller Zeiten sprach, der aber nicht hier bei ihm war. Ich erinnere mich an Gespräche mit meinem Sohn, in welchen ich ihm von Bray erzählt hatte und es auch noch jeden Abend versuche zu tun. Ich begreife, wie Schwachsinnig das alles für ein kleines Kind klingen musste, dass nicht einmal eine Vorstellung von dem hatte, was es hieß „Im Himmel“ zu sein.
Ich vergrabe mein Gesicht zwischen meinen Händen und meine Augen sind geschlossen. Ich sehe mich und meinen Sohn vor mir; wie ich ihm von Bray erzähle, während er still meinen Monologen lauscht über Bray, über mich selbst… Über uns und wie sehr er ihn nicht auch liebte. Ein Stimmengewirr aus meiner eigenen Stimme, erklingt in meinem Kopf und ich fürchte gleich zu fallen. Bray’s Worte treffen mich hart und ohne Vorwarnung und ich fühle wie sich meine Kehle zu schnürt, beginne zu erkennen, wie sehr ich meinen eigenen Wunsch, Bray an der Seite meines Sohnes zu sehen, ihn bei uns, bei mir zu haben so groß war, dass ich nicht mal daran gedacht habe, wie es wohl für eine 3 jähriges Kind wirken musste.
Obwohl Bray gerade dabei ist meine Grenzen zu überschreiten in dem er mir näher und näher kommt, bin ich nicht fähig ihn daran zu hindern. Stehe still und schweigsam vor ihm, Tränen aus den Augen kullernd. Ich vernehme seinen Geruch, seinen mir so bekannten und mich beruhigenden Geruch seiner Haut, wie er so vor mir steht, spüre in dieser kalten Nacht sogar seine Wärme die von seinem Körper ausgeht und lasse ihn meinen Tränen auffangen, zu welchen seine Stimme nun sanft und ruhig erklingt. Er flüstert leise und sein Blut auf seinen Händen benetzt meine kalten und blassen Wangen. Das Jay mittlerweile uns auf die Dachterrasse gefolgt war, vernehmen wir beide nicht. So sehr sind wir mit uns und unseren vergangenen Gefühlen und Erinnerungen beschäftigt. Bray’s Stimme zwingt mich erkennen zu lassen, wie grausam ich zu ihm eigentlich war und wie sehr ich Bray jr. eigentlich von ihm fern hielt obwohl mein Wunsch ein ganz anderer war.. Seine Berührung brennt wie Feuer auf meiner Haut und wir sehen einander bei seinen letzten Worten tief in die Augen. Jeder von uns scheint zu erkennen, dass wir schon alleine wegen unseres Sohnes wieder einen Weg zueinander finden mussten. Daran bestand kein Zweifel. Ich erkenne seinen Schmerz und er erkennt den Meinen. Seine Worte treffen mich erneut wie Granaten, obwohl seine Stimme das Gegenteil von gerade eben widerspiegelt. Ruhig und Sanft sind seine Worte, die mich noch viel mehr verletzen als seine blanken und hartherzigen Worte von gerade eben… Ein letzter Blick folgt in meine genauso traurigen Augen, dann lässt er von mir ab und geht von mir weg. Sein Rücken mir zugewandt, die Worte gesagt, die gesagt werden mussten. Die Stelle an welche ich sein Blut spüre immer noch brennend heiß, nicht nachlassend..
Ich versuche mich zu sammeln, meinen Gedanken Einhalt zu gewähren und nach Antworten zu suchen, doch ich komme nicht mehr dazu, denn von hinten mischt sich eine Stimme in unser Gespräch ein, die ich hier nicht erwartet hätte. Ohne noch mich nach ihm umgeblickt zu haben, vernehme ich die näher kommenden Schritte und seine ruhige fast schon emotionslose Stimme.
Jetzt erst drehe ich den Kopf nach ihm und ich fühle mich im Augenblick so wahnsinnig leer, dass meine Gedanken nicht in der Lage sind zu erkennen, was ich gerade empfinde. Wie durch eine dicke Brille mit vergilbten Gläsern versuche ich das Gefühl in mir zu erkennen, dass in mir aufkommt, als Jay beginnt zu sprechen.
Ich schaffe es nicht es zu definieren. Mein Kopf scheint leer während ich nach dem Gefühl wühle. Erleichterung oder Bedrängend? Er spricht ruhig und seine Stimme ist klar und deutlich. Etwas Wehmütig und Schuldbewusst. Eigentlich spricht er genau genommen nicht mal mit mir sondern mit Bray, der ihn genauso wie ich eben erst an seiner Stimme erkannt hat. Ich frage mich, woher er wusste, dass wir hier oben auf der Dachterrasse waren. Wie lange waren wir überhaupt schon hier?? Gegenüber Brady hatte ich nicht erwähnt hier oben zu sein und auch Bray nicht. Hat unser Geschrei die Aufmerksamkeit aller bis hier auf die Dachterrasse gelockt? Auch das, was hier gerade passierte, sprengt weit die Vorstellungskraft von dem, was ich gedacht hatte mit Bray zu besprechen. Ich war der Ansicht gewesen ruhig mit ihm zu reden, uns wieder langsam an uns ranzutasten. Wieder etwas Nähe gewinnen ohne ein seltsames Gefühl aufkommen zu lassen,… doch stattdessen bewarfen wir uns wie wild gewordene Teenager mit Worten die das Verletzungspotenzial weiter überschätzten. Jay ist mittlerweile fast auf meine Höhe angekommen, auch wenn der Abstand zwischen uns noch groß ist. Ich verspüre das Verlangen ihm näher bei mir zu haben, bleibe aber still angewurzelt stehen. Die Message die uns Jay mitteilt ist eine Entschuldigung und diese gilt nicht nur für Bray sondern auch für mich, obwohl ich Jay schon lange das Geschehen nicht mir vorhalte und ihm verziehen habe. Im Gegenteil, ich habe gelernt den Teil an ihm zu lieben, der fern von all den Grausamkeiten war, die die Technos mit in die Stadt gebracht hatten. Seine Worte beginnen mich zu verteidigen und er schildert ihm nochmals die besagte Liste, die sich so sehr in meinen Kopf verewigt hatte. Ausgelöscht, getötet, ermordet, Gekillt, abgeschlachtet, zerstört und ausgerottet. In meinen Kopf formen sich jene Bilder, als Jay mir von Bray’s Tod berichtet hatte. Ich hatte ihn gezwungen die Worte auszusprechen, für die er als Kommander verantwortlich war und ich hielt es ihm vor. Lange Zeit. Viele Stunden und noch viel längere Monate. Jay gibt sich sichtlich Mühe Bray davon zu überzeugen, dass es noch nicht zu spät war seinen Sohn kennenzulernen auch wenn die ersten Jahre bereits in der Vergangenheit lagen.
Jetzt erst treffen sich unsere beiden Blicke. Ich fühle die Besorgnis, die aus ihm schreit und mein Blick wird weich und ich fühle mich mit jedem Wort dass aus seinem Mund kommt ruhiger, auch wenn ich befürchte dass Bray, Jay und mich, hier nicht lange aushalten wird. Gerade als ich denke langsam wieder meinen Gedanken Herr zu sein, drückt sich die Sorge in meinen Kopf, Bray könnte abermals verschwinden und mich und damit unweigerlich auch unseren Sohn im Stich zu lassen. Dieser Gedanke schnürt sich so fest in meine Brust, dass ich unweigerlich mit meiner Hand auf meinen Brustkorb reibe, als würde ich mir die Luft zum Atmen genommen.
Abschließend stellt er fest, dass wir uns alle an diese neue Situation erst gewöhnen mussten und es vermutlich kein leichter Weg bis dahin war. Für keinen von uns. Doch damit hat er Recht und ich empfinde eine gewisse Erleichterung ihn hier auf der Dachterrasse zu sehen, obwohl gleichzeitig die Angst aufsteigt beide Männer in meinem Leben zu verlieren, wenn ich nicht endlich bald in der Lage war eine Entscheidung zu treffen.



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BeitragThema: Re: Dachterasse   Fr 19 Dez - 23:49

Eine Weile herrscht gnadenlose Stille. Bis auf das Heulen des Windes um unsere Körper und die Gebäude der Stadt. Er lässt uns frösteln. Jetzt müsste es nur noch regnen. Oder gewittern, mit grellen Blitzen und einem ohrenbetäubendem Donner, dann würde die Natur alles was wir gerade fühlen abbilden wie auf einem Spiegel, nur in ihren eigenen Phänomenen. Doch da ist nur der Wind der Veränderung, der alles, was in den letzten Minuten gesagt worden ist, mit sich trägt, es noch mehr durcheinanderwirbelt und in die Stadt hinausträgt, weiter in die Welt, auch wenn es dafür womöglich keine Bedeutung hat.
Plötzlich spüre ich die Anwesenheit einer weiteren Person, Amber und ich sind nicht länger allein. Und ehe ich mich umdrehe, weiß ich insgeheim bereits, wer seinen Weg zu uns nach oben gefunden hat, auch wenn ich keine Ahnung habe, wie er davon erfahren hat. Trudy hat vielleicht doch nicht so tief geschlafen wie wir dachten und mehr mitbekommen oder Brady hat es ihr erzählt. Möglicherweise waren Amber und ich aber auch von Beginn an nicht für uns, hatten einen heimlichen Gast, der alles mitbekommen hat, was aus uns herausgeplatzt war und so lange an seinem Platz ausgeharrt hat, bis er es nicht mehr ausgehalten hat, ob aus eigenen Gründen oder weil er denkt, Amber beschützen zu müssen. Argwöhnisch betrachte ich Jay. Falls das der Fall ist, sollte ich ihm wohl dankbar dafür sein, überhaupt eine so lange Unterhaltung mit Amber geführt haben zu können, ohne dass er spürbar da gewesen ist. Andererseits schürt es die Flamme Wut, die soeben ziemlich klein geworden war, macht sie wieder größer.
Dann beginnt er zu reden. Spricht davon, sich für seine Zeit im Technotribe entschuldigen zu müssen, für sein Handeln dort und auch seine damaligen Überzeugungen. Es muss nicht leicht sein, gegen etwas anzukämpfen, das einem nach einem einschneidenden Ereignis wie dem Virus Halt gegeben, eine Art Zukunft geboten hat, doch ganz nachvollziehen werde ich was diese Menschen gemacht haben, niemals können. Jeder hat jemanden verloren, seine Familie, Verwandte, wichtige Freunde, ein komplettes Leben, um in ein neues geworfen zu werden, in dem andere Gesetze herrschten. Man musste versuchen, irgendwie zu überleben, aber man war nicht allein mit diesem Konflikt, man war nicht dazu gezwungen, den Fehler der Erwachsenen vor uns zu wiederholen, neue Gesellschaftsschichten zu gründen, in denen sich nicht einmal verschiedene Gruppen gegenüberstanden, sondern sich eine einzige als Elite ansah, die alle unter sich unterordnen wollte. Genau dies war allerdings zunächst durch die Chosen, die aus welchen Gründen auch immer so besessen von meinem Bruder gewesen sind, dass sie ihn als eine Art Gott dargestellt haben, geschehen. Dabei bin ich mir sicher, kein einziges Mitglied dieses verrückten Tribes und schon gar nicht dessen Anführer hat Martin jemals richtig gekannt, so wie er als Mensch hinter der Fassade von Zoot gewesen ist…
Als diese Gruppe nicht mehr existierte, waren es eines Tages dann die Technos, die die Macht an sich rissen, ohne dass man eine Chance dagegen hatte. Wie sollte man auch, wenn sie einen jederzeit mit ihren Elektroschockern ausschalten konnten, wie es ihnen beliebte? Nachdem man mich verschleppt hatte, war es nicht selten vorgekommen, dass es auf der Insel trotz aller Warnungen und Demonstrationen Menschen gab, die sich nicht fügen, ihren Stolz nicht verlieren und dann lieber sterben wollten. Damit die Technos immer wieder zeigen konnten, wie wertlos wir Virts, so wie sie jeden betitelten, der nicht zu ihnen gehörte, für sie waren, machten sie sich stets einen Spaß daraus, die Rebellen so wie auch beliebige Leute willkürlich zu foltern, bis an ihre Grenzen zu bringen.
Und nun steht Jay, der wer auch immer er nun ist, einmal einer von diesen Technos gewesen ist, was das Zeichen auf seiner Stirn deutlich zeigt, vor mir und bringt seine Reue zum Ausdruck. Er spricht über meinen Sohn, die Zeit, die er mit ihm verbringen durfte, während ich dazu keine Chance hatte. Anschließend kommt er auf sein eigenes Kind zu sprechen, vergleicht unsere Situationen oder versucht sich eher in mich hineinzuversetzen, indem er meint, könnte er seinen Kleinen nicht aufwachsen sehen, würde er wahrscheinlich ähnlich empfinden, ähnliche Gefühle in sich haben wie ich. Mein Herz klopft noch schneller als ohnehin bereits, als er sich auf Amber bezieht und auf den Moment, in dem sie erfahren hat, dass ich nicht mehr am Leben bin. Er redet über eine Liste, auf der Personen, die ausgelöscht werden sollten, aufgeführt waren. Ich wusste vieles, was sich außerhalb des Gefangenenlagers im Tribe abspielte, nur von Gerüchten, die sich wie Lauffeuer unter den Inhaftierten verbreiteten und bei denen man nie wusste, was man tatsächlich glauben durfte. Nur war jedem klar, wie genau alles, was mit uns angerichtet und versucht wurde, dokumentiert worden sein musste.
Doch Amber hatte scheinbar stärker nach mir gesucht, als ich ihr vorgeworfen hatte, allerdings…was sie erhalten hatte, war mein Name auf einer Liste, die besagte, ich wäre tot. Letztendlich war es jedoch bloß das, ein Stück Papier, das meinen Namen trug, aber keine Gewissheit schuf. Wenn Jay wirklich die Möglichkeit gehabt hatte, an diese Information zu kommen, hätte dann allgemein nicht auch gelingen können, sich selbst ein Bild von der Situation zu machen, wirklich festzustellen…ob stimmte, was dort aufgeschrieben worden war? Wenn er bereits so weit gegangen war, wäre ein Schritt weiter nicht auch noch machbar gewesen? Ich weiß es nicht. Was ich weiß ist, dass man jemanden nicht eben mal so LÖSCHEN kann, wie eine Datei auf einem Computer, wenn die Technos da auch eine andere Meinung vertraten…
Jay spricht weiter davon, mehrere Ereignisse gerne rückgängig machen zu können, trotz allem, was in der Macht der Technos gewesen war, hatten sie zumindest die Zeit nicht unter Kontrolle bekommen, was ziemlich beunruhigend sein würde, falls doch. Sie haben so bereits häufig genug Personen alles genommen, was diese einmal als Individuen ausgemacht hat, haben ihre Identität verschwinden lassen und sie nach ihrem Willen und zu ihrem Nutzen programmiert. So haben einige von uns Gefangenen viele lieb gewonnene Freunde und Bekannte verloren, bei denen nichts mehr übrig geblieben ist. Sie waren nach der Spezialbehandlung, erfolgte diese nicht vor allen mit den Zappern, leblose Maschinen ohne eigene Gedanken, die auf der Realität beruhten. Alles, was sie danach glaubten, basierte auf falschen Lebensgeschichten.
Die Worte rieseln weiter auf mich hinab. Er meint, durch das, was er nun tut, wie er jetzt handelt, die früheren Missetaten irgendwie ausgleichen zu können, oder womöglich einfach nur eine bessere Zukunft zu schaffen, da die Vergangenheit unveränderlich ist. Bis er auf seine Beziehung zu Amber eingeht. Und das Feuer der Wut lodert stärker. Ich hasse ihn nicht. Ich verachte ihn nicht. Denn wie schwierig es ist zu steuern, in wen man sich verliebt, wie unmöglich, weiß ich selbst gut genug. Wäre nicht er an Ambers Seite, dann womöglich jemand anderes, die Sachlage bliebe jedoch immer gleich: Es gibt jemanden, der durch seine Anwesenheit die Distanz zwischen ihr und mir noch vergrößert, die durch die Jahre meiner Abwesenheit entstanden ist. Und es gab eine Zeit, vor diesem neuen Menschen. Eine gemeinsame Vergangenheit, an der er nicht einmal ansatzweise Teilhabe gehabt hat. Jay weiß nicht, was wir alles zusammen erlebt und durchgemacht haben. Wie es damals gewesen ist, Amber zu verlieren, sie anschließend wieder zu finden, wieder zu gewinnen, unsere Gefühle erneut zu erwecken. Vielleicht hat das im Jetzt aber auch tatsächlich keine Bedeutung mehr. Was mir mit den Worten klar wird, mit denen Jay nach einer langen ziemlich versöhnlich gestimmten Ansprache, unweigerlich feststellt, dass seine Vergangenheit wirklich abgeschlossen und er nun ein Teil der Mall Rats sei. Ein Teil des Tribes, der von Anfang an, nachdem ich mit der schwangeren Trudy den Tribe meines kleinen Bruders verlassen habe, weil dort nicht der richtige Ort gewesen wäre, um ein Kind großzuziehen, mein Zuhause geworden war und gewesen ist. In dem ich viele Höhen und Tiefen erlebt, einige Fehler gemacht, aber die wertvollsten Menschen meines Lebens und vor allem, die Frau gefunden habe, mit der ich für immer zusammenbleiben wollte. Nachdem mit Martins Tod der letzte Mensch gegangen war, den ich aus meiner Familie hatte, konnte ich in der Mall einen Platz finden, an dem ich meine kleine Nichte aufwachsen sehen konnte, selbst wenn ihre Mutter mit einigen schweren Phasen zu kämpfen gehabt hat und ich ihr nie die Liebe habe geben können, nach der sie sich eine ganze Weile lang so stark gesehnt hatte. Allgemein war ich oft nicht der, für den mich viele hielten und gerade das hat mich oft unter Druck gesetzt.
Dass dies bei Jay so gar nicht der Fall zu sein scheint – zumindest kann man es nicht seiner Tonlage entnehmen, in der er spricht, außer dass er sachlich die Umstände darlegt – sorgt dafür, dass ich noch enttäuschter von mir selbst bin. Wütender auf meine Gefühle, Gedanken…mein Verhalten, ob gerechtfertigt oder nicht. Seine verständnisvolle Art, mit der er offenbart, mir nicht dabei im Weg stehen zu wollen, wenn ich meinen Sohn kennenlernen möchte, weiß ich nicht einzuschätzen. Doch insgeheim macht es womöglich keine Differenz, denn ich kann mein Kind nicht kennenlernen, wie einen alten Freund, den man unbedingt jemandem vorstellen möchte. Ich werde jemand komplett Fremdes sein, mit einer unbekannten Stimme, einem unbekannten Duft, einer unbekannten Art sich zu verhalten. Und ob Bray mich, nachdem er diese Dinge alle von Jay sehr wohl gewohnt ist, eines Tages als das anerkennen wird, was ich bin…diese Angst ist stets in mir anwesend. Wie verwirrend und wenig nachvollziehbar sie auch begründet sein mag. Doch Jay hat nicht nur meinen Platz an Ambers Seite und in Gegenwart meines Kindes angenommen. Auch im Tribe ist meine Rolle nicht mehr relevant. Viele Menschen von früher sind nicht mehr da, sind ihren eigenen Wegen gefolgt und haben sich neue Leben aufgebaut. Selbst Salene, zu der ich, nachdem wir unsere persönlichen Konflikte beigelegt hatten, ein sehr inniges freundschaftliches Verhältnis pflegte, hatte mich als sie mit ein paar anderen Ecos die Mall verließ, kaum beachtet. Zudem scheinen die Mall Rats trotz ihrer Probleme alles zu haben, was sie brauchen, jeder scheint seinen Platz im Tribe zu haben und ich bin lediglich ein verloren geglaubtes Steinchen aus einem Mosaik, das sich im Laufe der Zeit neu gemischt, neu angepasst hat, sodass für Teile aus der Vergangenheit keine Lücke mehr ist, sie nur für Chaos sorgen, das neu hergestellte System bedrohen….Jay hingegen ist ein Vertrauter, jemand der immer für alle da gewesen ist, den sie kennen und mögen. Und durch seine Verbindung zu den Technos, zu deren Anführer er trotzdem er den Tribe verlassen hat noch ein gutes Verhältnis zu pflegen scheint, haben die Mall Rats durch ihn wohl mehr Sicherheit als ich ihnen jemals bieten konnte..
Als Jay endet, habe ich nur wenige Sekunden, um sein Gesagtes intensiver auf mich wirken zu lassen, denn Amber bezieht sich noch einmal auf das, was nach Eagle Mountain geschehen ist, lässt die Gefühle erneut in mir hochkochen. Ist das, was sie da sagt ihr Ernst?! Wirft sie mir und den anderen wirklich vor, wir hätten ihr Ableben so leichtfertig hingenommen? Jeder von uns hat eine Menge Menschen durch den Virus und in der Zeit danach verloren und das Bild meines toten kleinen Bruders, wie er mit seltsam verwinkelten Gliedmaßen auf dem Boden der Mall liegt, nachdem er von der Galerie in die Tiefe gestürzt ist, werde ich niemals aus meinem Gedächtnis bekommen. Genauso wenig wie den Tag seiner Beerdigung, wie er aufs Meer hinaustrieb, ins Nichts und mir klarwurde, dieses Ende war wirklich endgültig.
Nach diesen Worten halte ich das Schweigen nicht länger aus. Die Worte brechen unkontrolliert aus mir heraus, denn wirklich rational über das was ich sage bestimmen, kann ich schon lange nicht mehr. Jedenfalls nicht hier.
„Glaubst du das wirklich?! Dass es uns völlig locker gelassen hat, dich verloren zu haben? Weil keiner von uns, auch ich nicht, den Schritt gemacht hat, um dein Grab zu zerstören, es zu entwürdigen, um wirklich zu wissen, dass du nicht mehr da bist?! Hätten wir uns echt deinen von der Explosion entstellten Körper ansehen sollen, um die Wahrheit noch schmerzhafter vor Augen zu haben, das Bild, das wir von dir behalten haben, durch ein solches ersetzen sollen? Etwa auch bei Zandra? Und was, wenn tatsächlich nichts unter den Steinen gewesen wäre? Wäre es dir lieber, wir hätten dann mit dem Gedanken gelebt, es wäre garnichts von dir übrig geblieben, bis auf die Erinnerungen in unseren Herzen?“
Als sie Ebony erwähnt, ist es endgültig vorbei. Wie kann sie nur dieses Argument anbringen, gerade wo wir beide gut genug wussten, wie es um Ebony stand?
„Und Ebony…ja, ich kenne sie. Jeder kennt sie, glaubt er zumindest, denn keiner weiß, wie sie wirklich tickt. Außer dass man sich bei ihr nie sicher sein kann, also warum verdammt hast du ihr dann geglaubt? Wieso hast du uns verlassen, nachdem sie dir diesen ganzen Mist erzählt hat und uns glauben lassen, du wärst gestorben? Selbst wenn du für dich entschieden hattest, nicht mehr bei uns sein zu wollen, Ebonys Aussagen mehr Gewicht zu geben als den Empfindungen und Beziehungen, die du sowohl zu mir, als auch zu anderen hattest. Was ist mit Dal? Denkst du auch, er hat es einfach so akzeptiert, dich verloren zu haben?“
Ich muss wieder laufen, hin und her, hin und her. Doch mir ist klar, ich halte es hier nicht länger aus. Es ist ausgeschlossen, dass ich diese Nacht in der Mall verbringe. Auch wenn das bedeutet, dass ich meinen Sohn in seiner Situation erneut allein lassen muss. Dass ich nicht für ihn da sein kann, egal wie sehr ich es mir auch wünsche. Ich wünschte, ich könnte ihm so gegenüberstehen, wie es ein Vater im Normalfall seinem Kind tut. Ich wünschte, ich könnte für ihn da sein, für ihn sorgen und ihm helfen. Und ich wünschte, ich hätte diese vielen prägenden Ereignisse, die Kinder auch in diesem Alter bereits hinter sich haben, nicht verpasst, sondern wäre da gewesen. Doch die Entwicklungen der Dinge lassen es nicht zu und es tut weh, aber es ist für den Moment nicht zu ändern. Denn Kinder sind für Stimmungen um sie herum oft empfindlicher als man denken würde und ich möchte nicht, dass mein Sohn unter der Atmosphäre leidet, die zwischen uns herrscht.
Ich laufe immer noch, bis ich ganz langsam auf Jay zugehe und letztendlich so stehe, dass ich sowohl Amber als auch ihn im Blick habe. Der Wind weht mir meine Haare ins Gesicht und ich streiche sie nicht weg.
„Ich glaube, es ist besser, wenn ich nun gehe und auch erst einmal nicht hierbleibe. Für uns alle. Ich möchte für Bray da sein und hoffe, ihm geht es bald wieder besser, aber es wird wohl besser für ihn sein, erst einmal vertraute Personen um sich zu haben, damit er sich vollends erholen kann…und ja, es wird nicht leicht sein, einen Platz im Tribe zu finden, falls es diesen überhaupt noch gibt. Denn ich will mein Kind unbedingt an meiner Seite haben, aber ich bin nicht bereit dafür über Leichen zu gehen und eure Familie damit zu zerstören, sodass ein weiteres Kind leidet. Vielleicht war es gut so, wie es geworden ist, womöglich hätte ich wegbleieben sollen…“, kommen die Sätze nun ganz ruhig, nachdem ich eben wieder völlig aufgebracht gewesen bin. Emotionslos. Leer. Denn meine Energie ist aufgebraucht.
„Du weißt, wo du mich finden kannst, wenn du das möchtest, Amber…“
Dann wende ich mich ab, ohne noch einmal zurückzublicken. Lasse die beiden zurück und trete durch die Tür, durch die Jay vorhin gekommen ist.

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BeitragThema: Re: Dachterasse   Sa 20 Dez - 21:26

Bray antwortet zunächst Amber, während diese sich überhaupt nicht an mich wendet. Später wendet er sich an uns beide. Er spricht davon, dass er es für besser hält, wenn er erst einmal die Mall verlässt. Direkt auf das was ich gesagt habe, geht er nicht ein. Er will seinem Sohn in dessen Zustand keine zu starke Veränderung zumuten und dennoch höre ich deutlich heraus, wie schwer ihm diese Entscheidung fällt. Doch er scheint such zusammen zu nehmen und seine Stimme ist ruhig und lässt keine Deutungen über sein Gefühlsleben zu, dass ihm die Entscheidung nicht leicht fällt, mache ich daran fest, dass er ja immer noch Bray jr's. Vater ist. Ich kann mir nur denken, dass er sich  auf Grund meiner Anwesenheit jetzt mehr zusammennimmt. Seine letzte Aussage richtet er an Amber. Was ich davon halten soll? Ich weiß es nicht so recht. Immerhin könnte sie genauso zweideutig gemeint sein. Trotzdem versuche ich nicht allzu viel hinein zu interpretieren. Ich habe nichts weiter dazu zu sagen, seine Entscheidung steht fest und es ist nicht an mir daran zu rütteln. Eine Seite von mir, die eifersüchtige, heißt seine Flucht als gutes Zeichen. Die andere, der Techno in mir, begrüßt sein Weglaufen nicht. Immer noch haben wir keine Lösung, sondern stehen genau da, wo wir vor ein paar Stunden noch standen. Er verschwindet durch die Tür, durch die ich eben noch getreten bin, um auf das Dach zu gelangen. Ich blicke ihm nicht hinterher, sondern drehe mich zu Amber um. Die verräterischen Spuren der Tränen glitzern noch auf ihren Wangen. Der Wind braust und um die Köpfe und es ist inzwischen dunkel geworden. An Ram und das bevorstehende Treffen denke ich im Moment überhaupt nicht mehr. "Ist alles in Ordnung bei dir? Ich wollte euch wirklich nicht stören, aber ihr wart bis nach unten zu hören. Ich habe mir Sorgen gemacht." sage ich zu Amber und sehe ihr dabei fest in die Augen.Was geht in ihr vor? Was denkt sie über Brays Entscheidung? Wird sie sich nun wieder verkriechen? So wie sie es bereits getan hat? Oder wird sie nun für den Tribe und für unsere Familie da sein? All diese Fragen gehen mir gleichzeitig durch den Kopf. Langsam überbrücke ich den Abstand zwischen uns, denn es fühlt sich falsch an, jetzt da Bray nicht mehr hier ist.

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BeitragThema: Re: Dachterasse   So 21 Dez - 1:59

Während Bray spricht, schneidet jedes Wort tief in meine Seele. Wie ein scharfes Messer, gleitet die Klinge durch meine Hoffnungen, Träume und für alles das was mich selbst aus macht, wie durch ein weiches Stück Butter. Das was er ausspricht erklingt mir verständlich, auch wenn mein Kopf es nicht zulassen will. Ich hatte nicht daran gedacht, dass das Grab vor mir; meiner menschlichen Hülle da war. So schmerzt es jedes seiner Worte in mir aufzunehmen. Auch das er Dal anspricht lässt einen eiskalten Schauer über meinen Rücken laufen. Die Verzweiflung in mir selbst fühlt sich so an und kriecht langsam über meinen Rücken nach oben, bis in mein Genick, breitet sich aus und wiegt auf einmal etliche Kilogramm; lastet schwer auf mir.
Ich bemerke, dass meine Anschuldigung zu hoch gesetzt war und ich von Bray viel zu viel verlange, doch es ist das was mich gedanklich schon Jahre zerfrisst und begleitet. Immer dann wenn ich denke, es nicht wieder denken zu müssen, holt mich diese Erinnerung ein und noch viele Andere. Fragen kommen auf, drängen sich wie ein Virus in mein Gedächtnis und lassen mich zweifeln. Zweifeln an allem. An mir selbst, an jeder Entscheidung, auf die Zukunft. Ich sehe in seine Augen. Wut spiegelt sich darin wieder und jeder Blick verletzt mich.
In mir selbst kommt Ärger auf, als wir über Ebony sprechen. Wie konnten wir beide uns immer wieder von ihr reinlegen lassen? Wieso vertrauten wir immer wieder auf die Worte dieses Mädchens, obwohl wir doch immer wieder auf sie hineingefallen waren. Wie schaffte sie es uns mehrfach von Dingen zu überzeugen, die überhaupt nicht der Wahrheit entsprachen? Auch Bray schenkte ihr mehrfach Glauben und ich bin zu tiefste über unsere Naivität enttäuscht. Auch Jay hat bereits Erfahrungen mit ihr gesammelt und ich versuche Gründe in meinem Kopf für unser Verhalten zu finden, schaffe es aber nicht.

Bray beginnt wieder loszulaufen. Unruhig setzt er einen Fuß vor den nächsten und ich kämpfe mit meiner Beherrschung. Will die Tränen unterdrücken, die so unaufhaltsam aus meinen Augen quillen.
Als Bray weiter spricht und mir und Jay erklärt er würde gehen, verkrampft sich mein Magen. Obwohl er noch nicht lange wieder hier war, habe ich unweigerlich das Gefühl ihn schon wieder für immer zu verlieren. „Bray“ unterbreche ich seine Worte, die nur so aus seinem Mund heraussprudeln. Er scheint mich jedoch nicht mal zu hören. Redet wie ein Wasserfall weiter und meine Augen zeigen deutlich wie sehr mich jedes Wort quält. Er erwähnt, nicht noch eine Familie zerstören zu wollen und in diesem Moment wird mir mehr als nur deutlich klar, dass egal wie ich mich entscheiden würde, jemand darunter leiden musste, der es nicht verdient hatte zu leiden. Nämlich eines meiner Kinder. Außerdem musste ich Bray jr. langsam darauf vorbereiten, dass sein Vater nicht mehr nur jemand war, der im Himmel wohnt, sondern hier lebte. Bei uns auf der Erde. Obwohl Bray mir versicherte, er wolle für unseren Sohn da sein und auch wieder kommen, fühlt es sich mit jedem Schritt, den er Richtung Ausgang geht, so an als würde er uns erneut im Stich lassen. Mein Kopf spricht mir die Worte vor, die ich gerade nicht über meine Lippen bekomme: Bitte geh nicht! Bitte geh nicht!! Ich stehe wie angewurzelt da, sehe zu wie Bray die dicke Metalltür öffnet und sie in das Schloss fallen lässt, sobald er dahinter verschwunden war. Auch die letzten Worte, die nur an mich gerichtet sind fühlen sich für mich so fern an und ich hab Angst ihn doch nicht mehr dort zu finden, so fern ich ihn dort besuchen wollte. Meine Wangen sind eiskalt und ich schaffe es nicht zu der Tür zu sehen, hinter der ich die Schritte vernehme die hastig immer leiser und leiser werden und letztendlich ganz verschwinden. Für ein paar Sekunden herrscht Ruhe, der Wind rau und unruhig. Die Nacht tief über unseren Schultern schwebend. Verzweiflung im Nacken sitzend und die Tatsache Bray in einer gewissen Weise erneut zu verlieren, obwohl er den Weg zu uns zurück gefunden hatte.

Als Jay unser Schweigen bricht, gelingt es mir nicht gleich zu antworten. Mein Blick ruht auf der Skyline der Stadt, obwohl ich kaum in der Lage bin klar zu denken. Ich vernehme Schritte, die auf mich zu gehen und erst als Jay direkt vor mir steht und seine Worte nochmals wiederholt bin ich in der Lage zu reagieren. Ich nicke schweigend, obwohl es mir ganz und gar nicht gut geht gerade. Er versichert mir, dass er uns nicht mit Absicht gestört habe, aber unser Gespräch wohl bis in die Mall nach unten gedrungen war.. und das, obwohl Jay sich meines Wissens im Untergeschoss befunden hatte.
Er sieht mir fest in meine verweinten Augen. Ich kann es nicht von ihm verbergen und will es in diesem Moment auch nicht. Meine Gefühle hatten sich so lange aufgestaut, so dass ich nicht anders konnte, als ihnen freie Bahn zu gewähren. Mein Blick ruht nun ebenfalls in seinen Augen und ich wische mir die Tränen mit beiden Handflächen von meinem Gesicht, verwische Brays Blut, das noch immer meine Wange benetzt und bemerke es sogleich auf meinen Händen. Noch nie zuvor habe ich erlebt, dass Bray für seine Gefühle das Ventil der Aggression verwendet hat und mir wird bei dem Gedanken schwindlig. Plötzlich überkommt mich das Gefühl mich übergeben zu müssen. Das, was hier eben passiert war, drückt auf meinen Magen, lässt mir kaum Platz zum Atmen. Ich atme schneller und bin mit einem Mal kreidebleich im Gesicht.  Ich fürchte für Jay wie ein Geist auszusehen und verziehe etwas mein Lippen.  Ich habe das Gefühl umzufallen, so sehr drücken alle Gesagten Worte in meinen Bauch. Jay steht nur wenige cm neben mir und bevor ich noch in der Lage bin irgendetwas zusagen, greife ich nach seiner Hand, um nicht doch noch umzufallen. Was ich jedoch nicht verhindern kann ist, dass ich mich in diesem Moment doch noch übergeben muss und das bisschen Wasser, was ich zuerst getrunken hatte vermischt mit etwas Galle von meinem leeren Magen, vor seine Füße erbreche. Das Ganze wird von einem tiefen Schamgefühl begleitet und meine kalten Finger klammern sich immer noch an die von Jay bevor ich noch immer nach vorne gebeut ein „Es tut mir leid,.. geht, gleich wieder…“ wispere und verspüre wie der Druck in meiner Magengegend nachlässt.

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BeitragThema: Re: Dachterasse   So 21 Dez - 15:31

Amber will Bray noch aufhalten, doch er hört sie nicht und lässt uns hier draußen stehen. Ihr laufen die Tränen immer noch über das Gesicht. Scheinbar stört es Amber und sie wischt sie energisch fort. Auf meine Frage nickt sie nur, doch ich bin nicht blind und sehe ja, dass nicht alles in Ordnung ist. Die Frage diente eher der Einleitung meiner Entschuldigung. Auf einen Schlag wird Amber ganz blass im Gesicht. Der Streit hat sie sichtlich mitgenommen, wie sehr lässt sich nur sehr schwer bis überhaupt nicht abschätzen. Amber hält sich an mir fest und ich will sie gerade in eine Umarmung ziehen, als sie sich vornüber beugt und Galle mit Wasser erbricht. Ich warte bis der Krampf Amber wieder aus seinen Klauen entlässt und ziehe sie dann an mich. Beruhigend streiche ich ihr über den Rücken. Es wäre das beste, wenn sie sich nun ausruht und eine Kleinigkeit zu sich nimmt. Sie hat seit Tagen kaum gegessen, da ist so viel Aufregung und Sorge natürlich gift für den Körper. Ich weiß, dass Ram sicher schon auf uns wartet, aber ich kann das auch alleine regeln. Danach will ich aber für Amber und die Kids da sein. "Du solltest dich ausruhen. Wir sollten Tai-San nach einem Tee fragen." sie sollte etwas zu sich nehmen, das den Magen beruhigt und ihr vielleicht auch etwas Kraft gibt.

Ich bringe das Treffen absichtlich nicht zur Sprache. Ich will Amber nicht auch noch damit belasten. Sie hat in den letzten Stunden die Last der Sorge um Bray, den Tribe, unsere Dreiecksbeziehung und die seelischee Belastung ganz alleine gestemmt. Ich will nicht, dass sie darunter zusammen bricht. Doch ich weiß selbst kaum wo mir der Kopf steht und habe das Gefühl keuine Zeit zu haben auch noch unser Privatleben zu bereinigen. "Lass uns reingehen." schlage ich vor. Denn ich sorge mich um Amers Gesundheit, genau wie um die von Bray jr.

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BeitragThema: Re: Dachterasse   So 21 Dez - 20:26

Mein Magen kämpft noch immer unruhig in meinem Bauch, doch das Druckgefühl wird allmählich leichter und ich richte mich vorsichtig wieder auf. Ich zittere noch und bin erledigt. Versuche mich zu beruhigen und spüre wie Jay mich dann ganz behutsam und vorsichtig in seine Arme nimmt. Er spendet mir jenen Halt, den ich so eben verloren hatte und gerade dringend brauche. Seine Hände berühren meinen Rücken und ich lege meine Stirn an seine Brust und bin in diesem Moment gerade unfähig nur irgendetwas zu sagen. Ich spüre seine Wärme und Nähe die meinen abgekühlten Körper umgibt, während mein Kopf sich bemüht wieder klar zu denken.
"Entschuldige, dass du das mit erleben musstest" flüstere ich leise, etwas beschämt und lasse meinen Kopf vorsichtig an seinem Oberkörper. Teile von mir verraten mir, dass es mir eigentlich gar nicht gefiel, dass Jay unser emotional geladenes Gespräch mitbekommen hatte, doch die andere Hälfte, die Schwach Seite, war in diesem Moment einfach nur froh von ihm im Arm gehalten zu werden. Dieser Teil überwiegt und zaghaft tasten sich meine Hände um seine Taille und ich fühle mich so unglaublich schlecht. Langsam kralle mich so ein bisschen an seine Kleidung fest, um den Boden unter meinen Füßen besser zu spüren.

Das das Treffen schon längst wieder weiter geht ahne ich nicht und schaffe es auch in diesem Moment nicht daran zu denken. Ich weiß zu diesem Zeitpunkt nicht einmal, dass Ram und Phoebe bereits hier waren und der einzige Gedanke der mir im Kopf herum geistert ist die Tatsache, dass Bray schon wieder gegangen war.
Als Jay vorschlägt mich etwas auszuruhen, reagiere ich nicht, sondern nicke nur nochmals. Es ist mittlerweile ziemlich kalt hier draußen und ich friere schon die ganze Zeit. Er hat Recht, wir sollten reingehen. Ich hebe mein Kinn und blicke ihm in seine besorgten Augen. Ich erkenne, dass er sich Sorgen macht, der Streit nicht einfach so an ihm vorbeigeht und auch ich fühle momentan dieses Gefühl in mir. Die Zukunft unwissend in unseren Gedanken schlafend und mit Unruhe bedeckt gehen wir beide letztendlich nach unten zu unseren Kindern.

tbc: Globetrotters

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Dachterasse
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