cf: Käfig
Der Kommandeur stößt mich grob in das leere Häuschen.
Hier drinnen ist es stickig und heiß. Das Wellblechdach hält die Hitze nicht draußen, sondern verwandelt dieses Häuschen nur in einen Backofen. Das Bett in einer Ecke ist schmutzig, die Decken mit eindeutigen Flecken übersät. Ich schlucke einmal schwer.
Wenn ich versage, werde ich vermutlich keine zweite Chance erhalten, denn dann werde ich tot sein. Ich lasse es ohne Widerrede zu, dass er mich berührt. Kein Laut kommt mir über die Lippen. Keiner der Wachen hat je meine Stimme gehört, weder bei der harten Arbeit im Lager, noch bei den Dingen, die sie in ihrer Freizeit mit uns angestellt haben. Sie denken ich bin stumm. Seine schmierigen Finger wandern gierig über meinen Körper.
Er fordert mich auf auch aktiv zu werden. Darauf habe ich nur gewartet. Ich tue alles, um ihm zu gefallen. Seine Atmung beschleunigt sich und er drückt mich auf das Bett.
***
Ich blicke auf meine mit Blut verschmierten Hände. Das Messer steckt noch in seiner Brust.
Meine Hände wische ich an der Bettdecke ab. Ich habe den richtigen Augenblick abgewartet, er hatte keine Chance zu realisieren, was passiert ist. Nur einen überraschten Blick, bevor er zusammengesackt ist. Tot. Ich durchwühle seine Sachen. Endlich finde ich den Schlüssel den ich gesucht habe. Den Schlüssel für das Schnellboot. Leise schleiche ich zu dem Brett in der Wand des Wachhauses, das locker sitzt. Ich schiebe es zur Seite und zwänge mich durch die Lücke.
Bis die Wachen merken, das etwas nicht stimmt, werde ich über alle Berge sein.
Ich eile über den menschenleeren Strand, um diese Zeit halten die Wachen Mittagsruhe oder haben ihren Spaß. Niemand ist zu sehen, nicht einmal eine Wache bei den Booten. Denn alle Gefangenen sollten ja im Käfig oder der Obhut eines Wächters sein. Ich kann ein Grinsen nun nicht mehr unterdrücken. Dann steige ich in das Boot und lasse den Motor an. Das Navigationssystem zeigt mir , wo das nächstgelegene Land ist. Mit dem Boot werde ich nur wenige Stunden unterwegs sein.
Ich gebe Gas, der Motor heult auf. Keine der Wachen wird mich einholen, denn ich habe mir das schnellste Boot der Insel geschnappt. Ich bin mir absolut sicher.